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Bücher statt Schwerter - 30.11.2016
Es ist nicht alles schlecht in Afghanistan

  (th)

Am Tag nach dem Sprengstoffanschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif mit einer Tonne Sprengstoff, sechs Toten und über 100 zum Teil schwerwiegend Verletzten sprach Reinhard Erös in der Martin-Luther-Kirche im Rahmen der Friedenswochen über seine Arbeit in Afghanistan.

Reinhard Erös (Foto) war als Arzt bei der Bundeswehr - nicht im Zuge von militärischen, sondern von humanitären Einsätzen - in aller Welt tätig. Mitte der 80er Jahre erfuhr er, dass in dem von der Sowjetunion besetzten Afghanistan auf dem Land nur noch ein Arzt für 250.000 Menschen zur Verfügung stand. Daraufhin ließ er sich - nach seinem Grundsatz "Tun, nicht quatschen“ - beurlauben und zog mit seiner Familie nach Pakistan an die afghanische Grenze. Dort bildete er zunächst in Halbjahreskursen afghanischen „Barfuß-Ärzte" aus, die auch in der Lage sein mussten, Amputationen durchzuführen. Da dies nicht ausreichte, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, ging er selbst über die Grenze und richtete in natürlichen Höhlen Krankenstationen ein, wo er Erkrankte und Verletzte behandelte und operierte. Für die Ausstattung und das Material dieser Stationen mussten 1,5 Tonnen Ausrüstungsgegenstände und Material über mehr als 4.000 Meter hohe Berge getragen werden.

Ausführlich berichtete Reinhard Erös aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz aus erster Hand über die Entwicklung Afghanistans vom Kampf gegen die Sowjetunion, über den Bruderkrieg zwischen den verschiedenen Milizen, die Herrschaft der Taliban bis zum Kampf gegen die NATO. Bei diesem westlichen Militäreinsatz wurden erhebliche finanzielle Mittel allein für die Versorgung und Unterbringung des Militärs eingesetzt, während die Mittel für den zivilen Aufbau nur 10 % von deren Umfang ausmachten. Dabei floss zum Beispiel 60 % der deutschen Entwicklungshilfe in den Straßenbau - obwohl es recht wenige Autos in Afghanistan gibt. Wenn man stattdessen die Wasserversorgung wieder auf- und ausgebaut hätte, könnten heute in Afghanistan mehr landwirtschaftliche Produkte als trockenheitsverträglicher Schlafmohn angebaut werden. Für die von Deutschland übernommene Ausbildung der Polizei wären 1.200 Ausbilder erforderlich gewesen. Tatsächlich wurden nur 60 bis 80 abgestellt - mit dem Erfolg, dass die Polizisten schlecht ausgebildet und korrupt sind.

Heute sind 50 % der Bevölkerung unter 18 Jahre alt, weshalb es für Reinhard Evös wichtig ist, sich um die Kinder zu kümmern. Nur 40 % der Kinder gehen zur Schule, auch weil für die wachsenden Kinderzahlen nicht genügend Schulen zur Verfügung stehen. So droht Afghanistan nun ein gescheiterter Staat, eine gescheiterte Wirtschaft und eine gescheiterte Zukunft. Reinhard Eros skizzierte kurz was er mit der von seiner Familie getragenen rein privaten Kinderhilfe Afghanistan insbesondere in Ost-Afghanistan und West-Pakistan dagegen tut:
- Bau und Betrieb von 30 Schulen mit ca. 1.400 Lehrerinnen und Lehrern für ca. 60.000 Schülerinnen und Schüler
- Schulkindergärten für die Kinder der Lehrerinnen
- Pflanzung von 25.000 Obstbäumen statt Schlafmohn
- Betrieb einer Basis-Gesundheitsstation
- Betrieb einer Mutter-Kind-Klinik und einer Schule für afghanische Flüchtlinge in Peshawar (Pakistan)
- Bau und Betrieb von 12 Computer-Ausbildungs-Zentren mit ca. 1.000 Schülern pro Jahr
- Bau und Betrieb von Waisenhäusern
- Betrieb einer Ausbildungswerkstatt für 30 junge Männer zu Solar-/Photovoltaik-Technikern
- Betrieb zweier Ausbildungswerkstätten für 200 Mädchen zu Schneiderinnen
- Betrieb einer fachärztlich geführten Frühgeborenen-Abteilung in Jalalabad
- Eigenständiges Verfassen von 60.000 Lehrbüchern / DVD durch afghanische Professoren, Drucken und kostenlose Verteilung an die Studenten der ost-afghanischen Universitäten in der Landessprache Paschtu in allen medizinischen Fachgebieten, Landwirtschaft und Bautechnik
- 2005: Erdbeben-Hilfe in Nord-Pakistan
- 2010 : Flutopfer-Hilfe in Nord-Pakistan
- „Licht und Wärme in die Dörfer“ Ausstattung von drei Bergdörfern mit 1.500 PV-Anlagen und 500 Solarkochern
- Bau und Einrichtung von drei christlich-moslemischen Dorfschulen in Sargoda (Pakistan)
- Deutsch-Afghanischen-Friedensuniversität in Laghmann
- christlich-moslemische Oberschule in Sargoda (Pakistan)

Die Projekte werden nur aus Spenden, Vortragserlöse und Autorenhonorare finanziert und mit lokalen Auftragnehmern und Angestellten umgesetzt, ohne öffentliche Gelder, die auch öffentliche Reglementierung und Bürokratie nach sich ziehen.

Wer die Kinderhilfe Afghanistan unterstützen will, kann dies durch Spenden auf das Konto IBAN: DE08 7509 0300 0001 3250 00 (BIC: GENODEF1M05) oder durch den Kauf der Bücher von Reinhard Erös: "Tee mit dem Teufel"  (Hofmann und Campe 2002) "Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen" (Hofmann und Campe 2008) tun.



 


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