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  Nürtingen global
 
Gambischer Politiker stellt sich kritischen Fragen - 22.11.2019
Ex-Innenminister in der Alten Seegrassspinnerei

  (pm)

Am 5.11.2019 war der ehemalige Innenminister von Gambia, Mai Fatty, zu Gast im Restaurant Abessina auf dem Gelände der Alten Seegrassspinnerei in Nürtingen, wie die Veranstalter in einer Pressebeitrag berichten. Auf Einladung der Gambian Refugee Association Europe Branch hat er seine offizielle Reise in Frankreich und Spanien auf eigene Kosten erweitert, um in Nürtingen mit gambischen Geflüchteten zu sprechen. Rund 10.000 Gambier wohnen in Baden-Württemberg, dem Bundesland, dem die meisten gambischen Geflüchteten zugewiesen werden. In 2017 gelang es dem kleinen westafrikanischen Land, sich auf demokratischem Wege vom Diktator Yahya Jammeh zu lösen. Mai Fatty wurde in der ersten demokratischen Regierung zuerst zum Innenminister ernannt. Später war er persönlicher Berater des Präsidenten, einen Posten, den er auf eigenen Wunsch in diesen Tagen niederlegt. Die Position des Innenministers inne gehabt zu haben, beschreibt Fatty als grotesk, da er nun den Menschen vorgesetzt war, die ihn Jahre zuvor noch verfolgt und gefoltert hatten.

Hoffnung auf Demokratie, freie Meinungsäußerung, unbescholtenes Leben und wirtschaftlichen Aufschwung hat in den letzten Jahren einer Frustration Platz gemacht. Mai Fatty machte deutlich, dass in Gambia immer noch die Strukturen der Diktatur vorherrschen, bestimmte Gesetze nicht verändert sind und Frieden nur durch die von Europa finanzierten ECOWAS Truppen gewährleistet werde. Die Haltung zu Homosexualität sei weiterhin restriktiv und das Gesundheitssystem am Boden. Kein einziger Cent aus staatlicher Kasse werde zurzeit in das Gesundheitssystem oder den Aufbau einer Infrastruktur investiert. Gambia sei stark auf Spenden, Unterstützung und Investitionen aus dem Ausland angewiesen. 25 % des Bruttoinlandsprodukts stellt sich aus Überweisungen von Gambiern in der Diaspora zusammen. Wenn Europa ernsthaft das Land wirtschaftlich unterstützen wolle, dann sei eine effektive Entwicklungshilfe, die mittlerweile seit einigen Jahren in Baden-Württemberg lebenden gambischen jungen Menschen nach europäischen Standards in Europa auszubilden und zu qualifizieren.

Der Politiker stellte sich den kritischen Fragen der gambischen Geflüchteten und Interessierten. Zum Teil gab er auch Antworten, die dem ein oder anderen Anwesenden nicht gefielen. Als Jurist erklärte er sehr klar, wie das Asylrecht funktioniert und warum Regierungen auch manchmal unangenehme Entscheidungen treffen müssten. Er benannte klar die Fakten und wollte nichts beschönigen, schließlich wurde die Veranstaltung auch live in den sozialen Medien geteilt, eine der wichtigsten Informationsquellen, die Gambier in aller Welt nutzen, um dem politischen Geschehen ihres Landes zu folgen, mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Die anwesenden Aktivisten, die Mai Fatty als sehr gut organisiert erlebte, haben dem Politiker viele Fragen gestellt und die ein oder andere Aufgabe mitgegeben, um in Gambia entsprechend politischen Einfluss zu nehmen. Es bleibt abzuwarten, ob Mai Fatty, wie angekündigt, seine angenommenen Aufträge umsetzt.


 


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