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  Nürtingen global
 
Einsatz auf Baustelle in Gambia geht seinem Ende zu - 26.1.2020

  (pm) In Gambia wird ein Gebäude ertüchtigt, dass zukünftig ein Kulturzentrum für Kinder beherbergen soll. Der in Nürtingen ansässige Verein Namél e.V. sieht in einer Art Kinder-Kultur-Werkstatt die Möglichkeit, Kindern im Stadtteil mit außerschulischen kulturpädagogischen Mitteln die Persönlichkeitsbildung zu fördern.

Selbstbewusste und selbstbestimmte Personen seien für eine funktionierende Demokratie und bestehen in einer freien Marktwirtschaft unabdingbar: diese Überzeugung teilt die Vorsitzende Fatou N'Diaye-Pangsy nicht nur mit Pit Lohse vom Trägerverein Freies Kinderhaus, die mit einem Team von Aktivisten aus Nürtingen über den Jahreswechsel nach Gambia geflogen sind.

Gambia hat im Jahr 2017 einen Wechsel von der 22 Jahre dauernden Diktatur unter Yahya Jammeh zur Demokratie vollzogen. Durch eine Koalition der sieben gegnerischen Parteien, und die Einigung auf einen Präsidentschaftskandidaten ist es dem Land gelungen, sich auf demokratischen Wege von Unterdrückung und Willkür zu lösen. Nach drei Jahren sollten Neuwahlen angesetzt werden, bei denen sich die einzelnen Parteien neu formieren. Leider besteht der neue Präsident Adamo Barrow auf die verfassungskonformen fünf Jahre Regierungszeit. Vertrauensbuch und Unruhen sind die Folge, verstärkt durch die nicht sichtbaren Erfolge der jungen Demokratie. Gambia ist in einer sehr labilen Übergangsphase. Für die Sicherheit der Regierung sorgen Truppen der ECOWAS, dem Verbund der westafrikanischen Staaten. Obwohl das Land so klein ist, ist die Lage und der fischreiche Gambiafluss eine strategische Lage, die seinerzeit auch das kolonialisierende Großbritannien erkannt hat. Jetzt ist Gambia so arm, dass kürzlich die UNO dem Land das Stimmrecht abgesprochen hat, da die Beiträge nicht gezahlt worden sind.   
 
Eine Entwicklung des Landes sehen Aktivisten des Gambia Helfernetzwerks und des Vereins gambischer Geflüchteter in einer Partnerschaft auf politischer, unternehmerischer und zivilgesellschaftlicher Ebene. Die Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg beherbergen mengenmäßig den größten Anteil der Gambier in Deutschland. Daher scheine es nur logisch, dass eine besondere Verantwortung zur Fluchtursachenbekämpfung auch in Baden-Württemberg liegt. Die Aktivisten wünschen sich eine Plattform zur Bündelung der Entwicklungspolitischen Aktivitäten Baden-Württembergs für Gambia. Dazu gehöre nicht nur die professionelle berufliche Ausbildung der Gambier, sondern auch Evaluation und Förderung der Initiativen in Gambia und Austausch auf allen Ebenen.

Partnerschaft praktiziert der Verein Namél e.V. bereits jetzt: Die Ärztin Antonie Bäuerle koordiniert die Unterstützung für das staatliche Krankenhaus in Bansang. Zwei Krankenpflegeausbildungsplätze werden bezuschusst. Auch medizinische Geräte haben ihren Weg von Nürtingen nach Bansang gefunden: ein zusätzliches Sauerstoffgerät erlaubt es nun, zwei Zwillingskinder, die als Frühchen geboren werden, zu versorgen. Mit Verwaltungsangestellten und gewählten Vertretern der Regionalräte wurde Kontakt aufgenommen, um insbesondere den Austausch in der Jugendhilfe anzustreben. Das Projekt Namél children's cultural centre soll auch Zimmer bereitstellen, sofern in Kooperation mit dem IOM junge Rückkehrer eine Orientierungszeit brauchen. Leider werden in Baden-Württemberg immer noch geduldete Geflüchtete in regulären Arbeitsverhältnissen abgeschoben, sehr zum Verdruss der Arbeitgeber.

Das Gebäude in Bakoteh derweil wurde Dank der großzügigen Sachspenden und der Unterstützung von „Licht der Hoffnung“, der Spendenaktion der Nürtinger Zeitung, und der Folor-Stiftung renoviert und umgestaltet. Solarstrom wurde installiert, die Elektrik und die Sanitäreinrichtungen erneuert, inklusive der Abwasserleitungen, die in die neuen Sickergruben geleitet werden. Wände wurden eingerissen und neu gemauert, Türen und Fenster neu platziert und Nasszellen gefließt. Der Verein Namél ist zutiefst dankbar für die Mitwirkenden, die ihren Urlaub für das Projekt geopfert haben. 

Mitte Januar reiste ein großer Teil der Aktionsgruppe zurück nach Nürtingen. Für April 2020 wird die nächste Reise geplant, um die Einrichtung Namél children‘s cultural centre einzuweihen. Nach wie vor bittet der Verein Namél um finanzielle Unterstützung, um pädagogisches Personal einstellen und fortbilden zu können.

Spendenkonto: NAMÉL e.V. IBAN: DE49 6115 0020 0101 9784 57 BIC: ESSLDE66XXX, Kreissparkasse Esslingen
 
Wer mehr über das Projekt erfahren möchte kann sich über www.namél.de informieren. Dort sind mehrere Beiträge mit vielen Fotos online.



 


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