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Tupiza - 12.10.2007
Partnergemeinde von St. Johannes

 

(th) Anfang der 1980er Jahre ging die katholische Kirchengemeinde St. Johannes eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde in Tupiza ein. Eine Gruppe von Interessierten, der Tupiza-Kreis, übernahm die Aufgabe, die Aktivitäten der Gemeinde zu koordinieren und voranzutreiben. Der Kirchengemeinderat hatte beschlossen, dass 10 % des Gemeindehaushaltes der Partnergemeinde zugute kommen sollte. Inzwischen wird die Unterstützung von jährlich gut 5.000 € ausschließlich durch Spenden, Basare und den jährlichen Erlös des Erntedankfestes mit Gottesdienst, Mittagessen und Kaffeetrinken aufgebracht.

Tupiza liegt im äußersten Südwesten der Anden Boliviens und hat ca. 22.000 Einwohner. Es ist eine Bergarbeiterstadt, in der unter anderem Antimon, Wolfram, Kupfer und Blei abgebaut wird. Vieles hat sich jedoch dramatisch geändert, seit in der Umgebung eine Mine nach der anderen wegen mangelnder Rentabilität geschlossen wurde und Ende des vergangenen Jahrhunderts keine einzige mehr professionell betrieben wurde. Dadurch hat Tupiza ein Fünftel seiner Bevölkerung verloren. Natürlich waren es die jungen, beweglichen, leistungsfähigen und besser ausgebildeten Menschen, die wegen der schlechten Aussichten der Stadt den Rücken kehrten. Damit ist Tupiza zwar noch keine sterbende Stadt, aber auch weit weg von einer blühenden Stadt. Die wirtschaftliche und geografische Randlage der Region an der Grenze zu Argentinien und Chile verschärft die Verhältnisse zusätzlich, dämpft aber auch manches Problem. Slumbildung und Verelendung im großen Stil wie in den Ballungsgebieten gibt es in Tupiza nicht. Inzwischen hat sich, auch durch das Ausbildungsangebot der Kirchengemeinde, die Landwirtschaft und damit die Lebensmittelversorgung in dem Gebiet verbessert. Einige kleinere lokale Produktionsgemeinschaften haben wieder den Bergbau aufgenommen. In jüngster Zeit ist auch der Individualtourismus nach Tupiza gekommen, so dass es nun auch zwei Hotels in der Stadt gibt.

Das Pfarrgebiet, auf dem ca. 55.000 Menschen leben, erstreckt sich über eine Fläche von ca. 30.000 km² (ganz Baden-Württemberg hat ein Fläche von 35.750 km²!) und liegt zwischen 3.000 und 5.000 m hoch. Die entlegenste zugehörige Ortschaft ist ca. 400 km von Tupiza entfernt, was eine Reise von etwa drei Tagen bedeutet. Neben der Hauptkirche in Tupiza gibt es etwa 50 Kirchen und Kapellen, die auf die Gesamtfläche verteilt sind und deren Ausstattung sehr schlicht oder gar ärmlich ist.

Die Kirchengemeinde St. Johannes arbeitet partnerschaftlich. Das heißt, die Initiative geht von ihren Partnern aus. Die Partner planen, führen durch und rechnen ab. Die Kirchengemeinde St. Johannes unterstützt sie nur nach Kräften. Grundsätzlich ist Hilfe an bestimmte Projekt oder bestimmte Aufgabe gebunden. Das Motto heißt: Hilfe, damit Selbsthilfe überhaupt eine Chance hat. Im Zentrum stehen daher Bildung und Ausbildung, damit die Menschen das notwendige Wissen erhalten, um ihre Geschicke selbst zu bestimmen.

Durch die Partnerschaft mit Tupiza haben die Nürtinger die Möglichkeit etwas zurück zu erhalten in der Erkenntnis, in welch günstige Lebensbedingungen sie hineingeboren wurden und dass – weil wir in einer Welt leben – die Lebensmöglichkeiten dort etwas mit dem Lebensstil hier zu tun haben.

Durch die Mitfinanzierung der Kirchengemeinde St. Johannes wurden unter anderem Ausbildungszentren realisiert, in denen neben Katechese (Glaubenslehre) Nähkurse, Kurse zu Gartenbau, Landwirtschaft, Hygiene, Gesundheit, Familien- und sonstige Fragen stattfinden sowie Jugendarbeit betrieben wird. In Tupiza wurde ein Internat für Jugendliche aus den Bergdörfern aufgebaut, aus dem inzwischen schon mehrere Lehrer hervorgegangen sind, die nun den Kindern in den abgelegenen Dörfern erste Grundkenntnisse vermitteln. Das Kinderheim in Tupiza für Waisen und Halbwaisen wurde neu gebaut und mit effizienten Maschinen zum Wäsche waschen ausgerüstet. Für Schulmaterialien, Nebenkosten und die Unterstützung für die weiter gehende Ausbildung begabter Kinder werden ständig Mittel bereitgestellt. Es wurden Ambulanzfahrzeuge und Geländewagen für die Patres finanziert und  eine einfache Computerausrüstung für das Pfarrhaus angeschafft. Jüngstes Projekt ist die Mensa im Internat, wo zur Zeit 60 bis 70 mittellose SchülerInnen und StudentInnen für ein geringes Entgelt zwei Mahlzeiten am Tag erhalten. Viele könnten sich sonst den Aufenthalt in der Stadt nicht leisten.

Diese Aufzählung macht einerseits deutlich, wie viel in Bolivien mit vergleichsweise geringen Mitteln aus Deutschland erreicht werden kann. Andererseits wird auch klar, dass die Gemeinde in Tupiza ohne die Unterstützung aus Nürtingen nur in wesentlich geringerem Umfang ihre seelsorgerischen und sozialen Aufgaben wahrnehmen könnte.

Wer sich weiter informieren will kann sich an Frau Monika Schmid (07022/41505) wenden. Spenden für Tupiza können auf das Konto der Kirchengemeinde St. Johannes Nr. 48204387 bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, BLZ 611 500 20, Kennwort „Tupiza“ eingezahlt werden.


 


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