Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Personalia
 
Notwendiges Erinnern - Solidarität mit jüdischen Bürgern - 23.1.2014
Zum 80. Todestag von Hermann Umfrid (1892-1934)

 

(pm) Hermann Umfrid war der Sohn von Pfarrer Otto Umfrid (1857-1920), eines gebürtigen Nürtingers, der ein großer Vordenker des Pazifismus war und 1914 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde.

Am 21. Januar jährt sich der Todestag von Pfarrer Hermann Umfrid zum achtzigsten Mal: Hermann Umfrid war Pfarrer in Niederstetten (Main-Tauber-Kreis), einer Stadt in Hohenlohe. Hermann Umfrid hatte am 26. März 1933 gegen die Misshandlungen von Juden in einer Predigt Stellung bezogen: In Creglingen, Niederstetten und Öhringen waren im Rahmen der ersten Pogrome jüdische Bürger überfallen und misshandelt worden - noch vor den reichsweiten Boykottmassnahmen am 1. April 1934! Hermann Stern und Arnold Rosenfeld waren damals durch die Misshandlungen in Creglingen ums Leben gekommen. Hermann Umfrid hatte – im Gegensatz zu den Öhringer Pfarrern, die in der Tageszeitung eine zwar kritische aber auch rechtfertigende Erklärung abgaben – gemahnt: „Was gestern in dieser Stadt geschehen ist, das war nicht recht...“. Daraufhin  wurde er wiederholt von den Nazis verhört, mit KZ-Haft bedroht und von der Kirchenleitung gerügt – vor allem, weil er weiterhin seine Solidarität mit den Juden öffentlich  bekundete. Auch ein Schreiben an Landesbischof Theophil Wurm Ende April, in dem Hermann Umfrid zusammen mit seinen Studienfreunden Rudolf Daur und Fritz Pfäfflin ein deutliches Wort gegen die beginnenden Judenverfolgungen erwartet, zeigt seinen unbeirrbaren Gerechtigkeitssinn: „Die christliche Kirche darf nach unserer Meinung zu diesen Dingen nicht länger schwiegen.“ Als er im Januar 1934 vom Kreisleiter der NSDAP aufgefordert wurde, sein Amt niederzulegen, nahm sich Hermann Umfrid am 21.Januar das Leben – wohl, um seiner Familie Sippenhaft zu ersparen.

Während die überlebenden Niederstettener Juden nach 1945 Hermann Umfrid aus Dankbarkeit geehrt haben, blieben hierzulande Menschen wie Hermann Umfrid, die sich früher als die Meisten gegen den Ungeist des NS engagiert haben, meist unbeachtet.

Sie könnten Vorbilder sein, wenn man von ihnen wüsste - und sie nicht im Dunkeln der Geschichte begraben blieben".


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung