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Nachruf Peter Härtling - 21.7.2017
Oberbürgermeister Otmar Heirich zu Peter Härtlings Tod am 10. Juli 2017

  (pm) Wir haben eine herausragende und geschätzte Persönlichkeit verloren: Peter Härtling. Er gilt nicht nur als einer der bekanntesten deutschen Autoren, der für sein Lebenswerk im Jahre 2003 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, die Stadt Nürtingen ist auch untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Obwohl er lediglich eine kurze Zeitspanne zwischen 1946 und 1954 hier lebte, so prägten ihn diese Jugendjahre nicht nur persönlich. Sie fanden auch Widerhall in seinen Werken. Im Gegensatz zu vielen Personen, die mit einem Umzug in eine andere Stadt ein neues Kapitel im Leben aufschlagen und die Vergangenheit hinter sich lassen, hat sich Peter Härtling unserer Stadt und der umgebenden Landschaft stets verbunden gefühlt. So unterstützte er immer wieder literarische Projekte, die Nürtingen in einem neuen Licht erscheinen ließen, wie den Hölderlin-Spaziergang des Theaters Lindenhof im Jahr 2002.

Auch aus familiären Gründen bestand das Band zwischen Peter Härtling und Nürtingen bis zuletzt. In Nürtingen lernte er seine Frau Mechthild kennen und auf dem Alten Friedhof befindet sich das Grab seiner Mutter Erika Härtling. Fritz Ruoff war ihm ein väterlicher Freund und so pflegte er auch ein freundschaftliches Verhältnis zu dessen Witwe Hildegard Ruoff, deren Aktivitäten er ebenfalls unterstützt hat. Einem privaten Gymnasium, das seinen Namen trägt, stattete er immer wieder Besuche ab. Sein großes Interesse und Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen resultierte aus seinen eigenen Erfahrungen aus der Nachkriegszeit.

Seit 2004 ist Peter Härtling Ehrenbürger der Stadt Nürtingen und es hat mich sehr gefreut, dass er diese Auszeichnung mit Freude annahm. Er suchte die Auseinandersetzung, stritt für ein gegenseitiges Verständnis und ein besseres Zusammenleben. Trotz manch unangenehmer Fragen und Themen bewahrte er sich stets eine Offenheit und Dialogbereitschaft, die nicht nur echtes Interesse am Mitmenschen bekundete. Er kleidete sie auch in eine literarische Form, mit der er immer wieder den Nerv der Zeit und gleich mehrerer Generationen traf.

Anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahre 2013 ehrten wir Härtling mit einem Festakt, zahlreichen Projekten diverser Bildungseinrichtungen und der Pflanzung eines Baumes am Hölderlinweg im Galgenbergpark, an dem ein Stein mit seinem Gedicht „Glück“ an ihn erinnert.

In Zeiten, die scheinbar von sinnlosen Hass- und Gewaltakten in der realen wie digitalen Welt bestimmt werden, sind Persönlichkeiten wie Peter Härtling unschätzbar wertvoll. Daher trifft uns dieser Verlust besonders schwer.

Ich spreche den Hinterbliebenen auch im Namen der gesamten Stadtverwaltung mein tiefstes Beileid aus. Peter Härtling ist ein fester Bestandteil der Nürtinger Kulturlandschaft und wird stets im Gedächtnis dieser Stadt verankert sein.


Zur Bildanzeige (STTZ) oben: Peter Härtling mochte Elefanten. Der Elefant gilt auch als Symbol für das Gedächtnis, für Standhaftigkeit, die Überwindung von Hindernissen, Größe, Wichtigkeit und Weisheit.



 


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