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  Politik
 
Woher kommt das Coltan in unseren Handys? - 13.6.2012
und welche Spuren hinterlässt es?

 

(emu) Frau Thérèse Mema Mapenzi lebt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo sie in den Städten Bukavu und Goma arbeitet. Dort, an der Grenze zu Burundi und Uganda, herrscht Krieg seit 1994. Schlecht bezahlte Milizen, Rebellen aus Uganda, Burundi und Ruanda tauchen plötzlich aus ihren Verstecken im Wald auf und rauben nicht nur ganze Dörfer aus, sondern erniedrigen und verängstigen die Menschen dort, ob groß oder klein, alt oder jung mit Vergewaltigungen und Verstümmelungen oder bringen sie um. Warum? Der Osten Kongos ist reich an Bodenschätzen, die Bevölkerung zählt jedoch zu den Ärmsten der Welt. Neben Diamanten, Gold, Tantal, Kupfer, Kobalt, Zinn, Mangan, Blei, Zink, Kohle, Uran, Erdöl und Erdgas gibt es dort das für die Elektronik wichtige Coltan. Die Bevölkerung kennt den Nutzen der vorhandenen Mineralien meist nicht.
Frau Mema arbeitet als Mediatorin in einem Zentrum des Zuhörens, von denen es inzwischen 16 gibt, 4 davon von Missio, einer Organisation der katholischen Kirche, über die sie den Weg nach Nürtingen ins Gemeindehaus St. Johannes und in andere Städte gefunden hat, um über die extreme Gewalt in ihrem Land zu informieren. Ihr Wunsch ist, den traumatisierten Menschen Kraft und Hoffnung zu machen. Zuhause geht sie in die Dörfer und spricht mit den Menschen, denn Gespräche über Sexualität sind absolut tabu: Viele Männer haben die Vergewaltigungen ihrer Frauen nicht ertragen können und haben sie verlassen. Die meisten Frauen müssen alleine klarkommen mit ihren oft zahlreichen Kindern. Kinder aus Vergewaltigungen werden stigmatisiert und landen auf der Straße.
In den Zentren des Zuhörens wird der Weg gebahnt, über das Erlebte zu reden und mit dem Alltag wieder zurechtzukommen. Hier gibt es medizinische Hilfe, auch bei Infektionen wie HIV, und Informationen über rechtliche Hilfe.
Kinder aus Vergewaltigungen bekommen ein Zuhause und Frauen finden in landwirtschaftlichen Projekten Arbeit in einem Land ohne Industrie, Schulen und Gesundheitszentren.

Die Menschen im Kongo wünschen sich Frieden und bitten Europa um Druck auf die Regierung in Ruanda, sodass die Rebellen wieder in ihr eigenes Land zurückkehren. Sie bitten die Regierung im Kongo, die Menschen in ihrem Land zu beschützen, der Gewalt Einhalt zu gebieten und für Gerechtigkeit zu sorgen.
Sie wünschen sich nach 56 Jahren Unabhängikeit regelmäßige freie Wahlen. Sie bitten die Handyhersteller, kein Coltan zu kaufen, das in ihrem Land gewonnen wurde, da die Rebellen sich genau mit diesem Geld ihre Waffen besorgen.

Ein Dokumentarfilm von Frank Poulsen mit dem Titel „Blood in the Mobile“ kann bestellt werden über: www.bloodinthemobile.org.

Bereits vor zwei Jahren berichteten wir über den Businesskrieg im Kongo.


 


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