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  Verkehr
 
Gut dass wir darüber gesprochen haben - 1.2.2007
Hahnweide-Betreiber werden mit den Reuderner Befürchtungen konfrontiert

 

(th) Der baden-württembergische Luftsportverband (BWLV) hat im Oktober die Umwidmung des Segelflugplatzes auf der Hahnweide zwischen Reudern und Kirchheim beantragt. Daher befürchten die Reuderner BürgerInnen, dass in Zukunft die Zahl der Motorflüge auf der Hahnweide zunimmt.

Auf einer Bürgerversammlung in der Reuderner Gemeindehalle am 25. Januar macht Oberbürgermeister Otmar Heirich die derzeitige Haltung der Stadtverwaltung deutlich: was auf der Hahnweide durch Einzelgenehmigungen an motorisiertem Flugverkehr stattfindet entspricht nicht der Charakteristik eines Segelflugplatzes, sondern eines Sonderlandeplatzes. Nürtingen fordert, dass auch in Zukunft nur das zulässig ist, was heute bereits genehmigt ist, auch wenn dadurch gelegentlich erhebliche Belästigungen für die Bevölkerung verursacht werden. Dafür ist es erforderlich zu wissen, wie viele motorisierte Flugzeuge bisher stationiert sind, wie viele Flugbewegungen von ihnen durchgeführt werden und wann die Flüge erfolgen.

Thomas Maier vom BWLV verweist einleitend auf das gutnachbarschaftliche Verhältnis, an dem der BWLV immer interessiert ist, weshalb auch in der Vergangenheit die Anliegergemeinden regelmäßig informiert worden seien und zum Beispiel die Segelflugschleppstrecken immer wieder angepasst worden seien. Er betont, dass der BWLV keine Ausweitung des motorisierten Flugbetriebes beabsichtigt. Als wesentliche Beschränkung nennt er den Mietvertrag mit der Stadt Kirchheim als Grundstückseigentümerin, in dem die Zahl der stationierten motorisierten Flugzeuge und auch die externe Nutzung definiert werden.

Nach diesen einleitenden Statements gibt Ortsvorsteher Herbert Benker als Versammlungsleiter zunächst Herrn Dr. Heinz-Dieter Isengard als Vertreter der „Interessengemeinschaft Fluglärm Hahnweide“ Gelegenheit die Hauptkritikpunkte dieser Vereinigung vorzutragen. Dr. Heinz-Dieter Isengard (Vorschaubild) fragt nach, was das Besondere an der Fliegerei auf der Hahnweide sei, das einen Sonderlandeplatz erforderlich mache. Die Folge einer solchen Umwidmung sei, dass Motorflugzeuge den Landeplatz generell nutzen können. Der Umwidmungsantrag enthalte dazu keinerlei Begrenzungen und der privatrechtliche Mietvertrag mit der Stadt Kirchheim könnte ja im Einvernehmen der beiden Vertragspartner jederzeit geändert werden. Im Übrigen sei in diesem Vertrag die Zahl der Motorflugzeuge auf 17 begrenzt, während dort heute tatsächlich 28 Motorflugzeuge stationiert seien. Im Jahr 2005 seien von den 18477 Flugbewegungen nur 8015 dem Segelflugbetrieb zuzuordnen gewesen!

Klaus Michael Hallmayer, Geschäftsführer des BWLV, geht in seiner Entgegnung umfangreich auf die rechtlichen und technischen Bedingungen für den Betrieb der verschiedenen Arten von Landeplätzen ein. Als Sonderlandeplatz definiert das Luftfahrtrecht die nächst höhere Kategorie nach dem Segelflugplatz. Dabei rührt die Bezeichnung nicht von einer besonderen Charakteristik des Flugbetriebes her, sondern weist darauf hin, dass diese Landeplätze nicht für jedermann zugänglich sind – im Gegensatz zu Verkehrslandeplätzen. Aber Sonderlandeplätze können grundsätzlich von motorisierten Flugzeugen genutzt werden, während bisher die auf der Hahnweide stationierten Motorflugzeuge jeweils eine Einzelerlaubnis benötigen, die aber einen besonderen Aufwand bedeuten und keine langfristige Planungssicherheit bieten. Da der BWLV keine Ausweitung des motorisierten Flugbetriebes beabsichtigt und auch die meisten bisher bekannten Einwendungen auf eine Beibehaltung des Status quo zielen, geht er davon aus, dass das Regierungspräsidium entsprechende Beschränkungen in einer Genehmigung festsetzen werde. Befürchtungen, die Hahnweide solle langsam zu einem Landeplatz für Geschäftsflugzeuge ausgebaut werden, hält Klaus Michael Hallmayer entgegen, dass dies dem Charakter der Hahnweide als nicht nur deutschlandweit, sondern wohl weltweit größtem Leistungszentrum für den Segelflugsport mit der höchsten Zahl an stationierten Segelflugzeugen widersprechen würde. Ein Ausbau würde erhebliche Kosten für eine 1200 m lange asphaltierte Landebahn und Landeinstrumente verursachen. Die Hahnweide liegt zudem in der An- und Abflugzone des Flughafens Stuttgart und eine gewerbliche Nutzung würde der Gemeinnützigkeit des BWLV widersprechen.

Nach diesen Ausführungen ist die Diskussion endlich frei für die Fragen der BürgerInnen in der vollbesetzten Gemeindehalle. In verschiedenen Wortmeldungen und Zwischenrufen machen sie deutlich, dass ihnen die unbestimmte Formulierung des Antrages suspekt ist, in der nicht ausdrücklich die Beibehaltung des Status quo zugesichert wird. Am weitesten geht Herr Auch aus Linsenhofen, der als früherer Bewohner der Fildern die Entwicklung des Stuttgarter Flughafens miterlebt hat, und vermutet, dass die Sportflugzeuge, die bei einer Erweiterung des Flughafens um eine zweite Start- und Landebahn verdrängt werden, auf der Hahnweide einen neuen Standort suchen könnten.

In seinem Resümee der Diskussion sieht der Reuderner Ortsvorsteher Herbert Benker als Möglichkeit einen Konflikt zwischen dem BWLV und den betroffenen Bürgern zu vermeiden, dass die Beteiligten (BWLV, Bürgervertreter, Regierungspräsidium und Anrainergemeinden) zu einem runden Tisch eingeladen werden und indem der BWLV erklärt, dass eine bestimmte Zahl von motorisierten Flugbewegungen nicht überschritten werden soll. Für diesen Vorschlag erntete er keinen ausdrücklichen Widerspruch aus dem Publikum und auch auf dem Podium deutete das Kopfnicken der BWLV-Vertreter an, dass sie sich eine solche Lösung vorstellen können.


 


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