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  Soziales
 
Erste Woche mit Hartz IV - 5.4.2011
... ohne Bio hätte es gereicht

 

(th) Mein Sonntagsfrühstück besteht aus 2 Scheiben Vollkornbrot mit Margarine und selbst gemachter Marmelade aus Waldfrüchten sowie einer Tasse Tee und schlägt mit 65 Cent zu Buche. Zum Vespern habe ich Besuch, so dass sich der Verzehr von weiteren zwei Scheiben Vollkornbrot mit Käse und ein Glas Sprudel zu insgesamt 1,46 € verdoppelt. Am Abend habe ich keine Zeit mehr zum Kochen und knabbere vor dem Fernseher Crunchy-Müsli und trinke Tee (macht 1,19 €) – Durch die Gästeverköstigung habe ich das Tagesbudget von 4,17 € um 59 Cent überschritten.

Am Montag lasse ich es mir nicht nehmen, zum Frühlingsanfang Freunde einzuladen und zu verköstigen. Es gibt Wilde Wähe mit Wiesenkräutern und Nudeln mit Bärlauchpesto. Den Aufwand von insgesamt 26,60 € für ein Dutzend Gäste, die ein paar Getränke mitgebracht hatten, verbuche ich unter Freizeit und Kultur, so dass mein eigener Verbrauch an diesem Tag nur 1,92 € beträgt und ich das Budget eingehalten hätte, auch wenn ich mir noch ein Zwölftel des Festkonsums zuordne. Allerdings hatte ich viel zu viel vorbereitet, was den Verbräuchen der nächsten Tage zugeordnet werden muss.

Am Dienstag kostet das Frühstück mit Müsli 81 Cent. Ein halbes Blech Wilde Wähe zum Mittag und Tee am Nachmittag kosten nur 1,22 € und ein großes Stück Olivenfladen am Abend schlägt mit 1,76 € zu Buche, so dass ich insgesamt das Budget eingehalten habe. Am Abend besuche ich noch einen Vortrag im Haus der Familie für 7 € - damit ist das Bildungsbudget für fünf Monate aufgebraucht, aber ich mache so was ja nicht so oft.

Am Mittwoch gibt es wieder Müsli am Morgen und Wilde Wähe am Mittag. Am Abend erweist sich das Bärlauchpesto mit Parmesan und Pinienkernen zu einem Teller Nudeln mit einem Glas Ginger Ale für zusammen 2,50 € allerdings als unerwarteter Preistreiber. Die Kekse zum Tee am Abend hätte ich mir da eigentlich schon gar nicht mehr leisten dürfen.

Am Donnerstag wieder Müsli am Morgen und zum Vespern Olivenfladen und Vollkornbrot mit Aufstrich und Käse und Tee für zusammen 2,96 €. Zum Abendessen bin ich bei einem Freund zum Geburtstag eingeladen. Dem bringe ich ein Buch als Geschenk mit, dessen Kosten ich wieder unter Freizeit und Kultur verbuche. Aber viele Geburtstage darf es in diesem Monat nicht mehr geben, sonst ist da das Budget überzogen – der nächste kriegt was Selbstgemachtes.

Am Freitag Müsli und Tee am Morgen und zum Vespern Vollkornbrot mit Aufstrich und Käse. Am Nachmittag bekomme ich Besuch, der auch ein paar Tassen Tee trinkt. Am Abend schlägt wieder das teure Pesto zu – aber wegwerfen wäre teurer. Der Tag hat 6,21 € gekostet. Wo verbuche ich eine Briefkarte mit Marke für 2,40 €? Nachrichtenübermittlung.

Am Samstag schließlich gibt es morgens wieder Brot mit Marmelade und mittags Brot mit Käse und jeweils Tee. Am Abend bereite ich einen Hirse-Wirsing-Auflauf, die Portion für 1,39 €. Mit Crunchy-Müsli und Tee zum Fernsehen überziehe ich das Tagesbudget etwas.

Insgesamt habe ich mit Über- und Unterschreitungen in dieser Woche im Schnitt 4,30 € pro Tag ausgegeben und damit das Budget für Nahrungsmittel von 4,17 € pro Tag überschritten. Dabei habe ich nach wie vor meine Lebensmittel so weit möglich im Bioladen und am Biostand auf dem Markt eingekauft. Aber ich habe mir halt keine süßen Stückle am Nachmittag geholt und habe keinen Kaffee, keine Schokolade, keinen Rotwein und keine Halbe in der Gastronomie getrunken. Bei einem Preisvergleich im Lebensmittel-Einzelhandel – nicht –discounter – komme ich zu dem Ergebnis, dass die Kosten ca. 25 Prozent niedriger lägen und ich gut mit dem Budget ausgekommen wäre. Ich merke, dass ich mich vor teuren Zutaten und vor Süßis hüten muss. Das ist für 4 Wochen natürlich kein Problem, auf Dauer aber eine Entbehrung und mit Kindern noch schwieriger. Um nicht immer vom Müsli zu naschen, sollte ich mal selbst was Süßes backen und auch die Kosten für Brot könnte ich erheblich senken, wenn ich es wieder wie zu Studienzeiten selber backe. Normale Sonderausgaben kann ich gut im Posten Kultur und Freizeit unterbringen, aber davon wollte ich doch meine Tochterbesuche finanzieren. Wenn die nicht mehr möglich wären, würde es richtig bitter.

Mal sehen, wie die zweite Woche wird.


 


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