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  Soziales
 
Gebt den Kindern Verantwortung zurück! - 20.12.2013
Bewegungspädagoge Pastuch über Eigenzeit, Lernerfolg und Verantwortung in unserer Zeit

  (pm) „Gebt den Kindern Verantwortung zurück!“ appellierte der Diplomsportlehrer und Motopädagoge Peter Pastuch bei seinem Vortrag, zu dem der Trägerverein Freies Kinderhaus im November eingeladen hatte. Selbstsichere Kinder sind der Wunsch eines jeden Elternteils. Das erreiche man jedoch nur durch Risikobereitschaft – indem Kinder selbst handeln dürfen und sich ausprobieren können, entwickeln sie ein Verantwortungsgefühl für sich selbst und ein gesundes Selbstvertrauen. Dazu bedarf es Reize, die für die Entwicklung von Kindern notwendig sind. In den heutigen „rasenden, flimmernden und lärmenden Zeiten“, so Pastuch, besteht jedoch die Gefahr der Reizüberflutung. Das Ohr als Organ ist dabei besonders empfindlich. Ist die Hörleistung beschädigt, hat dies Auswirkungen auf das Gleichgewicht und die Koordination, also die körperliche Leistungsfähigkeit.

In ihrer „Eigenzeit“, jenseits von Schule und angeleitetem Lernen, lernen Kinder am meisten. Freie Erlebniszeit ist etwas, was für die Erwachsenen lebendige Erinnerungen an ihre Kindheit auflodern lässt – sie vergessen jedoch, dass die heutigen Kinder unter ganz anderen Bedingungen und Möglichkeiten aufwachsen. Es gilt, diese freie Erlebniszeit, die Welt „da draußen“ unseren Kindern zu ermöglichen, zur Not sogar Geräte wie Fernseher, Mp3-Player, Handy nicht allzeit verfügbar zu erlauben.

Die Voraussetzung fürs Lernen ist Neugierde. Mit den Sinnen werden externe Reize wahrgenommen. Das Wahrgenommene wird mit dem bereits Erlebten verknüpft und in Bezug gebracht – was ein individueller Prozess ist, denn jeder hat eine andere Vorbildung und Interesse. Letztendlich muss das Gelernte und Erfahrene gesichert werden: Abgespeichert wird in Momente der sensorischen Entlastung, im Schlaf. Daher ist das übermäßige Beschallen insbesondere beim Einschlafen für den Lernerfolg nicht förderlich.

Im Alltag wird die Lernleistung des Gehirns oft durch den Konsum von (Massen-)Medien beeinträchtigt, da es so einer Reizüberflutung ausgesetzt ist. Darüber hinaus erschwert ausgeübter Druck (z.B. durch Lehrer, Eltern, Werbung) den Kindern, Erlerntes zu speichern. Um den Lernerfolg bei Kindern zu verbessern, müssen auch der Schlaf- Wachrhythmus geregelt werden.

Die Wandlungsfähigkeit der Kinder, mit der heutigen Schnelllebigkeit zurechtzukommen, Resilienz genannt, täuscht darüber hinweg, dass nachhaltiges Lernen nicht stattfindet. Ältere Kinder haben sich bereits an das „Bulimie-Lernen“ gewöhnt – lernen, Arbeit schreiben, vergessen – doch langfristig wird sich die Entwicklung auf das Arbeitsleben und unsere Gesellschaft auswirken, so Pastuch, der übrigens Kultusministerien und Landesbehörden in Hessen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hamburg berät und Sportdirektor der LSB Schleswig-Holstein ist.

 


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