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  Soziales
 
Sozialkonferenz der Stadt Nürtingen zum „Bürgerschaftliches Engagement" - 9.7.2014
Über fünfzig Vereine und Organisationen folgten der Einladung.

  (mw) Die Stadt Nürtingen lud zum Samstag, den 5. Juli 2014, viele Vereine und Organisationen zur ganztägigen Sozialkonferenz in die Stadthalle K3N ein. Über fünfzig dieser Gruppen folgten der Einladung. Das Thema der diesjährigen Sozialkonferenz hieß „Bürgerschaftliches Engagement".

Die Stadt sieht die Sozialkonferenz als Form gemeinschaftlicher Beteiligungsmöglichkeit. Auch in Nürtingen sind engagierte Bürger aktiv in der Ausgestaltung des gemeinschaftlichen Lebens. Beteiligungsforen wie die Sozialkonferenzen bieten eine Chance, das Prinzip "aus Betroffenen Beteiligte zu machen" mit Leben zu erfüllen. Vieles an Koordination der vielfältigen Angebote durch Gruppen und Aktive wird durch die Geschäftsstelle für Bürgerengagement im Bürgertreff der Stadt Nürtingen geleistet. Diese Stelle ist eine der wichtigsten Keimzellen mit gleichzeitiger Bündelung ehrenamtlichen Engagements, so dass Synergieeffekte stark nutzbar sind. Außerhalb des Bürgertreffs gibt es jedoch ebenfalls bürgerschaftliches Engagement in der Stadt.

Fragestellungen

Über hundert Engagierte opferten für die Sozialkonferenz einen Samstag, was die hohe Motivation dieser Ehrenamtlichen in Beweis stellt. Im Plenum und in zwölf Einzelgruppen wurden dieses Mal Fragestellungen diskutiert wie: Wie kann das Ehrenamt gestärkt werden und sich den zukünftigen Herausforderungen stellen? Welche Handlungsfelder für das Bürgerschaftliche Engagement gewinnen an Bedeutung? Wie kann die Stadt diese Entwicklung unterstützen? Wie sollen zukünftige Strukturen aussehen? Als Gretchenfrage stand im Raum: Wie soll es mit dem 1991 gegründeten Bürgertreff weitergehen? Diesem wurde ein halbes Jahr zuvor von einem Stadtrat gar vorgeworfen, seit dem Ausscheiden von Hannes Wezel gingen keine Impulse mehr von ihm aus.

Vernissage mit Wahrnehmen der Plakate

Zunächst brachten manche der eingeladenen Gruppen im Saal ringsum großformatige Plakaten an. Beispielhaft seien hier als relativ neu entstandene Initiativen das Netzwerk Flüchtlingsarbeit NFANT, die Initiative Kultur für Alle Nürtingen und die Nürtinger Gedenkinitiative genannt, ohne die anderen beteiligten Gruppen schmälern zu wollen. Eine Vernissage folgte, bei der die Initiativen sich gegenseitig wahrnehmen konnten, sofern sie sich nicht bereits kannten.

Moderiertes Wechselspiel

Die Sozialkonferenz wurde in bewährtem moderierten Wechselspiel zwischen Plenum und Kleingruppen durchgeführt. Hierbei war sie in Sequenzen strukturiert.

Erste Sequenz

In der ersten Sequenz ging es um die Frage, in welchen Bereichen und wo das Ehrenamt an Bedeutung gewinnen wird und was sich in welchen Bereichen ändern wird. Hierbei waren die Inhalte dessen, was an den Thementischen erarbeitet und diskutiert werden sollte, vorgegeben, und auch, an welchen Thementisch die Teilnehmer jeweils gehen sollten.

Zweite Sequenz

Bei der zweiten Sequenz , die zukunftsorientiert war, konnten sich die Teilnehmer frei zu bestimmten Thementischen begeben, wobei auch hier die Themen vorgegeben waren. Gerade das Thema "Wie ist die Zukunft des Bürgertreffs?" traf auf das größte Interesse, sodass dazu zwei Gruppen gemacht wurden. Auch dies markierte den Stellenwert dieses zentralen Themas. Bei diesem Aspekt zeigte sich, dass die Hauptaussage der Teilnehmer darin bestand: "Wir brauchen eine qualifizierte Hundert-Prozent-Kraft". Diese Aussage erhielt die meisten Punkte in dieser Arbeitsgruppe.

Hintergrund

Faktoren spielten in die Diskussion hinein, die jedoch nicht dem Bürgertreff und dessen Beschäftigten angelastet werden können, sondern anderen Stellen wie Stadtoberen und auch manchen Gemeinderatsbeschlüssen oder die Art der Umsetzung solcher Beschlüsse. Denn auch in letzter Zeit wurde von Kritikern ein Eingehen auf eine gewisse Resignation bei Bürgern angemahnt, ja Gefühle der Ohnmacht geäußert. Stille Bürger, Jasager seien erwünscht, die man mit Brot und Spielen abspeisen könne, lautete mancher Vorwurf im Vorfeld, kritische Geister seien als Störenfriede hingestellt und behandelt worden. Auf der anderen Seite wurde vom Bürgertreff und den Sozialkonferenzen bisher schon Inklusion im weiteren Sinne, die neben Menschen mit Handicap zum Beispiel auch Menschen mit Migrationshintergund und Flüchtlinge umfasst, stets eingebracht. Auch die eingeschränkte Perspektive, den Bürgertreff als einzige Keimzelle bürgerschaftlichen Engagements hinzustellen, beförderte mit der oben geschilderten Gemengelage, die außerhalb des Bürgertreffs wirkt, auf der Sozialkonferenz Äußerungen wie: "Wir haben uns ausgeklammert gefühlt!". Manche Initiativen fühlten sich demnach in der Vergangenheit nicht wahrgenommen oder gar ausgegrenzt

Kommentar: Im Gegensatz zu Sonntagsreden von der Stadt Nürtingen als Nabel bürgerschaftlichen Engagements und Perle der Bürgerorientierung, den Worten also, stehen leider manche Taten, so strich die Stadt kräftig Personalstellen bei der Geschäftsstelle für Bürgerengagement im Bürgertreff. Die dort Beschäftigen leisten ausgezeichnete Arbeit, die mehr als eine Stütze ist für viele Initiativen, und pflegen eine ausgeprägte Anerkennungskultur. Doch die engagierten Kräfte dort sollte man stärken, nicht schwächen und auspowern lassen, und ihnen nicht auch noch Auswirkungen der Einstreichungen in die Schuhe schieben. Zu allem Unglück spielen auch Faktoren von außerhalb des Bürgertreffs hinein, manch ungute Art und Weise des Umgangs mit anderen Meinungen, das oft angemahnte Betriebsklima im Rathaus. Mitunter werden da Personen und Initiativen, die auch mal etwas anders sehen als der OB, vorschnell wenig bürgerorientiert als "die Bösen" ausgegrenzt und von "den Guten" geschieden. Doch deren Potenzial ist oft wertvoll, zu schade zum Verschleudern und Ausbremsen, auch sie engagieren sich für die Stadt und nicht gegen sie. Ebenfalls fatal ist es, wenn man im Gemeinderat Ergebnisse runder Tische versanden lässt und in Umkehrung des Prinzips "Beteiligte zu Betroffenen" werden. Es gibt Beschäftigte der Stadt, die sich eingeschüchtert bei bestimmten Problemfeldern, ja sogar bei bestimmten Gruppierungen nicht engagieren. Das ist ein Unding. Die Sozialkonferenz birgt Hoffnung, dass in den Bürgertreff wieder mehr investiert wird, ja sogar in den genannten Bereichen außerhalb sich manches zum Besseren entwickelt. So vielfaches Engagement Ehrenamtlicher ist mehr als ein Pfund, mit dem man wuchern kann, es ist die segensreiche Seele der Stadt.

Manuel Werner


 


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