Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Foto der Woche

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Soziales
 
"Im Oktober ist es nicht zu Ende!" - 16.7.2015
Villa-Galgenberg e.V. will bleiben

 
(mw) Deutlich über dem eigentlichen Marktwert und ohne Besichtigung hat die Stadt nach Angaben des Villa Galgenberg e.V. das Gebäude und das Grundstück der Villa am Galgenberg gekauft und der Verein fragt sich: Warum?  

Eine Flugblattaktion in der Fußgängerzone veranlasste die STATTzeitung zueinem Besuch in der Villa Galgenberg. Im Flugblatt stand: "Seit Ende letzten Jahres ist die Katze aus dem Sack. Der Oberbürgermeister Otmar Heirich hat uns unser heiß geliebtes Wohn- und Lebensprojekt buchstäblich unterm Arsch weg gekauft. Und das zu einem maßlos überzogenen Kaufpreis und mitten in unseren eigenen Bemühungen, die Villa zu kaufen und damit als Freiraum zu erhalten. Schon vor Jahren kündigte er an, sich im Galgenbergpark ein Denkmal zu setzen", so der Villa Galgenberg e.V.. Seither ließe er es sich nicht nehmen, "in aller Öffentlichkeit gegen unser Projekt und damit gegen uns zu pöbeln!", unter anderem auch über die Presse.

Was ist "die Villa"?

Die Villa Galgenberg ist ein alternatives, weltoffenes, linkspolitisches Projekt in Selbstverwaltung und mit einem offenen Konzept. Selbstverwaltet: das heißt, es gibt keinen Chef, Entscheidungen werden von allen für alle im Konsens getroffen. Einmal in der Woche hat die Villa "Plenum", wo anstehende Fragen geklärt werden. Es gibt Bewohner und Unterstützer. Der Freiraum ist prinzipiell für jede/n offen, sodass etliche sich dort aufhalten und den Freiraum nutzen, die nicht dort wohnen. 

Wer hat keinen Platz?

Teilnehmer des Projektes müssen gegen Rassismus sein, auch Homophobie, Sexismus, Kapitalismus, Nationalismus und Faschismus, sowie zerstörerischer Umgang mit der Natur haben dort keinen Platz.

Wie lange gibt es das Villa-Projekt schon und was war die Villa zuvor?

Das Villa-Projekt gebe es nun seit acht Jahren. Die Villa sei, so die Aussage unserer Gesprächspartner, zuvor die Privatvilla der nahe gelegenen früheren Fabrik am Neckar gewesen, im letzten Weltkrieg auch Lazarett.

Grundverständnis

Die Bewohner verstehen die Villa als "emanzipatorischen Freiraum, in dem auf dem Fundament des Widerstands, der Solidarität sowie der Selbstverwirklichung in einem zwanglosen und gleichberechtigten Miteinander - im Zusammenspiel von Wohnen, Politik, Feiern und Arbeit - Lebensalternativen erprobt und verwirklicht werden sollen. Neben dem dreistöckigen Wohnhaus mit Proberaum, Veranstaltungsraum und Glasbläserei gehört zur Villa nicht nur der Garten (mit Grillstelle, Gemüsegarten und Pavillon), sondern auch eine Scheune, die vielfältige Möglichkeiten bietet, sich auszutauschen, frei zu entfalten und Neues auszuprobieren (z.B. in der Autowerkstatt, der Holzwerkstatt, im Trainingsraum, im Umsonstladen). Mitmachen kann jede und jeder, unabhängig ob sie oder er in der Villa wohnt oder nicht." Der soziale Rang spiele keine Rolle, auch Flüchtlinge sind willkommen, die Villa helfe auch armen Menschen. Sowieso herrsche dort kein Konsumzwang.

Wie interpretiert "die Villa" den Kauf durch die Stadt?

Die Bewohner sehen den Kauf "als Angriff nicht nur auf den Wohnraum, sondern auch auf die Organisationsform". In dem Flugblatt und auch im Gespräch geben sich die Bewohner und Nutzer durch den Kauf nicht geschlagen: "In der Nürtinger Zeitung verkündigte Heirich Gesprächsbereitschaft gegenüber uns, doch über unseren Verbleib am Galgenberg wurde nie etwas direkt an uns heran getragen, auch werden Anfragen unsererseits konsequent ignoriert. So kann man sich natürlich auch aus der Affäre schleichen, und hoffen uns heimlich auf die Straße bzw. Sozialwohnungen  setzen zu können. Uns ist durchaus bewusst dass nicht nur OB Heirich und Parteifreunde bei diesem Gedanken das Leuchten in den Augen bekommen. Zustimmung findet sich bis weit ins rechte Milieu hinein. Wie eine Hetzschrift zeigte, welche vor 2 Jahren in unserer Nachbarschaft verteilt wurde, beziehen sich solche Gestalten in ihrem kruden Weltbild gerne auf jede noch so haltlose Aussage des Nürtinger OB‘s. Doch es ist ja bekannt, und gerade deswegen: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren."

Impuls an die Öffentlichkeit

In dem Flugblatt verkündet der Villa Galgenberg e.V.:

- Wir haben uns mit viel Energie und Kreativität einen selbstverwalteten Lebensraum am Fuße des Galgenbergs geschaffen!
- Wir werden unser Zuhause nicht durch städtische Willkür zerstören lassen! 
- Wir wollen uns nicht mit einem billigen Ersatz abspeisen lassen. - Und still und heimlich schon gar nicht!

Geplante Aktionen:

- Info-Stände: ab 11. Juli vormittags in der Innenstadt
- Eine Wasserbomben-Parade: 18. Juli, 18 Uhr am Busbahnhof (angemeldet)
- Sommerfest für jede/n am 18./19. September, freier Eintritt, kein Konsumzwang
 

 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung