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  Soziales
 
Neues aus der Fahrradwerkstatt bei der Alten Seegrasspinnerei - 6.3.2019
Engagement für Flüchtlinge und andere Menschen mit schmalerem Geldbeutel

 
(mw) Der Student Amando Reber engagiert sich nun schon seit mehreren Jahren in einer Fahrradwerkstatt, die - zunächst für Flüchtlinge - auf dem Gelände des früheren Containerdorfes in der Kanalstraße - dem jetzigen Berufsschulparkplatz - in einer Garage eingerichtet wurde. STATTzeitung hat Amando besucht und ihm wie auch seiner derzeitigen Vertretung Roger Barleben ein paar Fragen gestellt:

Amando, wie alt bist du? / Was studierst du?

Ich bin 26 und mache gerade meinen Abschluss im Master Stadtplanung. Davor habe ich KlimaEngineering studiert.

Wie funktioniert deine Fahrradwerkstatt?

Ja, also die Werkstatt gehört zum Trägerverein Freies Kinderhaus Nürtingen auf dem Areal der Alten Seegrasspinnerei. Ich unterstütze und helfe bei allem, was mit Fahrrädern zu tun hat und manchmal auch darüber hinaus - ehrenamtlich. Dann reparieren wir ein mitgebrachtes Rad oder gegen einen kleine Gebühr kann man bei mir auch ein Fahrrad kaufen.

Woher hast du die Fahrräder?

Alle Fahrräder werden an uns gespendet. Teils durch Aufrufe, teils weil die Leute auf mich zukommen. Davon lebt die Fahrradwerkstatt.

Dass die Fahrradwerkstatt für Leute mit schmalem Geldbeutel als Anleitung zum Selberschrauben fungiert, das wissen wir, aber für genau ist sie gedacht?

Ursprünglich als Hilfe zu Selbsthilfe für Flüchtlinge gegründet, ist heute jede/jeder willkommen - Flüchtlinge, Studenten, Bekannte, alle!

Wo und wann findet sie statt?

Jeden Dienstag zwischen 15:00 und 17:00 Uhr kann man in die Fahrradwerkstatt in den Garagen auf dem Parkplatz der PMH-Schule hinter der Seegrasspinnerei kommen. Doch seit Roger Barleben Vertretung macht haben sich die Öffnungszeiten der Fahrradwerkstatt auf Mittwoch 15:00 bis 17:00 Uhr geändert.

Die PMH-Schule ist die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule? Kanalstraße 29?

Ja.

Warum machst du die Fahrradwerkstatt?

Ich bin selbst leidenschaftlicher Mountainbiker und Rennradfahrer und restauriere historische Fahrräder. Als dann viele Flüchtlinge hierher kamen, wollte ich gerne einen aktiven Beitrag leisten.

Wie lange engagierst du dich schon in der Fahrradwerkstatt?

Ich mache das seit cirka zweieinhalb Jahren.

Wie waren die Anfänge? Hattest du die Fahrradwerkstatt nicht schon als Schǘler gegründet?

Ich habe die Fahrradwerkstatt nicht gegründet, sondern von meinem Vorgänger, einem Lehrer aus Nürtingen, zusammen mit einigen anderen Ehrenamtlichen übernommen.

Wer sind Kooperationspartner? Wer unterstützt dich?

In erster Linie bin ich auf Material- und Teilespenden angewiesen. Dadurch wird das Fahrradreparieren mit teilweise gebrauchten Ersatzteilen erst möglich. Darüber hinaus unterstützen einige örtliche Fahrradläden die Werkstatt.

Was könntest du noch als Unterstützung brauchen?

Mitarbeiter! Egal, ob regelmäßig, von Zeit zu Zeit, erfahren oder unerfahren. Jeder mit ein wenig handwerklichem Geschick ist herzlich willkommen!

Dein schönstes Erlebnis?

Die schönsten Erlebnisse sind, wenn Kunden zufrieden den Hof verlassen und dann noch womöglich mit einem Fahrrad, was man verloren glaubte und in Zusammenarbeit dann doch wieder guten Gewissens auf die Straße bringen konnte.

Hast du Tipps für andere, die eventuell auch so eine Fahrradwerkstatt ins Leben rufen wollen?

Zusammenarbeit ist wichtig, ein bisschen Offenheit für andere Kulturen und Verständnis für den gesellschaftlichen Status finde ich auch sehr angebracht.

Ab März bis September ist Amando außer Landes. Roger Barleben macht in dieser Zeit als neuer Mitarbeiter Vertretung. Die Öffnungszeiten der Fahrradwerkstatt ändern sich daher auf Mittwoch 15:00 bis 17:00 Uhr. Auch Roger Barleben beantwortete ein paar Fragen:

Roger, wie alt bist du? Student wie Amando bist du ja nicht mehr?

Ich bin 45 und studiere nicht mehr – zumindest nicht an einer Hochschule, sondern eher das Leben und das meiner drei Kinder. An der Hochschule habe ich Maschinenbau studiert und arbeite jetzt im Bereich Sondermaschinenbau für alternative Fahrzeugantriebe.

Warum machst du die Fahrradwerkstatt?

Aus Überzeugung, dass das Fahrrad die beste Mobilitätsoption ist. Außerdem, weil’s mich einfach interessiert: mein erster Ferien-Aushilfsjob mit 16 Jahren war in einem Fahrradladen in meiner Heimatstadt Hannover, dem ich bis zum Ende meines Studiums treu geblieben bin.

Wie lange engagierst du dich schon in der Fahrradwerkstatt?

Seit Anfang Februar. Seitdem ich nicht mehr in „meinem“ Fahrradladen arbeite, habe ich mal mehr und mal weniger für und mit Freunden, Bekannten und  Nachbarn geschraubt – Ehrenamtlich oder auch gerne gegen selbstgemachtes: Marmelade, Brot, oder dass jemand bei mir die Wände malert. In Amando's Fahrradwerkstatt habe ich das gefunden, was ich im Sommer sonst selber gestartet hätte. Hier bringe ich mein Wissen, Erfahrung und meinen eigenen Werkzeug- und Ersatzteilfundus ein.


Foto: Manuel Werner

 


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