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  Geschichte
 
Anton Köhler ist Nürtinger "Wächter der Erinnerung" - 2.8.2015
Feierliche Enthüllung vor der Lutherkirche

 
(mai) Noch bis Ende September 2015 wird die Ausstellung „Odyssey“ in Nürtingen zu sehen sein. Sie umfasst jetzt 45 Holzfiguren und symbolisiert die Suche des britischen Künstlers Robert Koenig nach Ahnen-Menschheits-Spuren. Seine überlebensgroßen Holzskulpturen wandern seit 1996 durch verschiedene Städte. Nach Leutkirch, Memmingen und Weingarten ist Nürtingen der vierte Ausstellungsort in Deutschland. Als „Wächter der Erinnerung“ sollen sie die vielfältigen Erfahrungen von Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit und Verlust symbolisieren und einerseits auf die NS- und Nachkriegszeit, andererseits aber auch auf individuelle Schicksale und die heutigen Erfahrungen von Flucht und Migration verweisen.

Am 26. Juli 2015 wurde der Nürtinger "Wächter der Erinnerung" feierlich vor der Lutherkirche enthüllt. Im Rahmen des Projektes Odyssey steht er stellvertretend für alle NS-Opfer Nürtingens. Der Bildhauer Robert Koenig wählte für seine Figur den Sinto Anton Köhler. Dieser wurde keine dreizehn Jahre alt. Er wurde 1944 in Auschwitz-Birkenau vergast und verbrannt. 

Manuel Werner von der Nürtinger Gedenkinitiative verdeutlichte: "Wir sind heute zusammen, weil Anton Köhler beispielhaft ausgewählt wurde als 'Wächter der Erinnerung' an alle Opfer und Leidtragenden des Nationalsozialismus in Nürtingen, ob sie nun geistig Behinderte, Zwangsarbeiter, Juden, Kommunisten oder sonstwas waren. Ich bedanke mich für diese Wahl bei Robert Koenig und Jakob Fuchs, denn ich freue mich sehr, dass hierfür ein Sinto gewählt wurde. Auch freut mich, dass Sinti, Romnija und Roma der Einladung gefolgt sind." In seinem eindrucksvollen Redebeitrag vermittelte Manuel Werner Impulse zu Anton Köhlers kurzem Leben, großem Leid und grausamem Lebensende und den Folgen, die sichtlich nachwirkten. 

Ein, wie Anton Köhler, in Nürtingen geborener Sinto entzündete während des Redebeitrages die Kerze vor einem Foto der Geschwister Köhler. Sie galt, wie Manuel Werner erläuterte, "für Anton Köhler, und all die, für die er als 'Wächter der Erinnerung' draußen steht und wacht." 

Nach einer Gedenkminute im Anschluss an den Redebeitrag und einem Grußwort der sichtlich ergriffenen Bürgermeisterin Claudia Grau enthüllten Flüchtlingskinder die Holzskulptur. Wie der Bildhauer Robert Koenig auf englisch darlegte (was Jakob Fuchs übersetzte), zeigt sie Anton Köhler als jungen Mann im fiktiven Alter von 21 Jahren. Die enthüllte und aus Eichenholz gefertigte Figur wurde von der Stadt gekauft und verbleibt in Nürtingen. Eine Kopie dieser Figur aus Pappelholz geht als 45. überdimensionale Holzfigur mit auf die Odyssey.

Mehr über Anton Köhler erfährt man auf der Webseite der Nürtinger Gedenkinitiative. Dort finden sich auch weitere Fotos von der Feier.

Standorte der Figurengruppen, Info-Touren und das Rahmenprogramm sind wie auch weitere Informationen auf dem zugehörigen Flyer (2,93 MB) aufgeführt.

Foto: Iris Raupp




 


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