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  Geschichte
 
238 Jahre Bürgerrecht für Hölderlin - 14.6.2016
Nürtingen ist Hölderlinstadt!

 

Vor 238 Jahren erhielt am 1. Juni 1778 der weltbekannte Dichter und Philosoph Friedrich Hölderlin zusammen mit seinem Stiefvater Johann Christoph Gock, seiner Mutter Johanna Christiana Gock, verwitwete Hölderlin, und seiner Schwester Rike das Nürtinger Bürgerrecht (siehe Ausschnitt aus dem Nürtinger Gerichtsprotokoll vom 1. Juni 1778 im Stadtarchiv). Sie wohnten schon in dem heutigen "Hölderlinhaus" an der Neckarsteige. Hölderlin nennt es das "Haus der Mutter", weil schon ein Jahr später sein Stiefvater, inzwischen Bürgermeister von Nürtingen, bei einem Neckar-Hochwasser ("Neckar" bedeutet der Wilde) sich eine Lungenentzündung holt und stirbt. Friedrich Hölderlin war so mit acht Jahren Nürtinger Bürger und behielt sein "passives Bürgerrecht" (passiv, da er nicht heiratete, aber mit seinem Leben völlig abhängig war von der Stadt und seiner Mutter im elterlichen Haus) bis zu seinem Tod in Tübingen im Jahr 1843. Er war also 65 Jahre lang Nürtinger Bürger! Er erlebte seine Kindheit, seine Schul- und Jugendzeit in der Lateinschule, seine Konfirmation in der Stadtkirche und auch seine gesamte Schaffensperiode bis zu seiner "Krankheit" im Tübinger Turm in Nürtingen.

So wurde im heutigen Hölderlinhaus Hölderlins meisterhafte, weltweit bekannte Dichtkunst und seine Philosophie hinsichtlich Logik, Ethik und Ästhetik erdacht. Neben seinem Kontakt mit den philosophierenden Jugendfreunden Schelling und Hegel und ihrem völlig gleichen Studium in Tübinger Stift beweisen dies auch seine Bibliothek mit vielen philosophischen Büchern und seine philosophischen Schriften, wie z. B. "Urtheil, Seyn und Möglichkeit", dass Hölderlin als Philosoph bezeichnet werden muss. Als Hegels erstes Werk: "Die Phänomenologie des Geistes" 1807 erschien, kam Hölderlin in den Tübinger Turm.

Schlußfolgerung

Das Nürtinger Bürgerrecht Hölderlins bedeutet, dass die Stadt Nürtingen sich endlich gegenüber den Hölderlinstädten Lauffen am Neckar (wo der Dichter geboren wurde und bis zum vierten Lebensjahr aufwuchs) und Tübingen (Krankheit im Turm ab seinem 37. Lebensjahr) ihre zentrale und wichtige Stellung in seinem Leben und Werk zu eigen machen muss und ebenso wie diese, nicht mehr länger mit der Renovierung seines Elternhauses warten kann. Nürtingen kann sich dann mit Fug und Recht Hölderlinstadt nennen, wenn sie auch die von dem Bauhistoriker Dr.-Ing. Johannes Gromer 2009 in seinem Gutachten über die historischen Bausubstanzen des Hölderlinhauses dringend empfohlene, authentische Wiederherstellung des Hölderlinhauses zu einem potentiellen, kulturellen Highlight durchführt.
Deshalb sollten wir zu Hölderlins 250. Geburtstag am 20. März 2020 vorrangig dieses kulturhistorische Kleinod innen und außen umbauen, um möglichst die ehemalige Hausstruktur als "Aura" zu erhalten. Der Philosoph Walter Benjamin definiert in seinem Werk "Das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit" diese als die Gesamtheit der Werte und Bedeutungen, die ein Original besitzt. Aura ist bei ihm ein technischer Begriff, der den gesamten Wert der geistigen Arbeit bewertet. Benjamins Begriff betont den Wert des einmaligen Denkens an sich. Aura gibt es überall dort, wo einmalige Projekte und Leistungen erdacht werden.

Alfred H. Dürr


 


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