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  Jugend
 
Generationenverständigung beim Musizieren und Pizza backen - 21.8.2014

  (pm) Vierblättrige Kleeblätter stehen für Glück. In Nürtingen gedeiht seit 18 Jahren ein Kleeblatt, das bei Jung und Alt immer wieder für Glücksmomente sorgt.

Konzentriert schnippelt eine Gruppe von Hobbyköchen Paprika und Salami, Champignons und Tomaten. Auf die Frage, was das wird, ertönt ein fröhliches „Pizzaaaa“ aus Kinderkehlen und ihre betagten Mitstreiter lachen, angesteckt von der Begeisterung. Die Szene spielt in der Küche der Seniorenwohnanlage Kroatenhof, ihre Hauptdarsteller sind Hausbewohner und Kinder aus dem benachbarten Kinderhaus.

Gemeinsames Pizzabacken ist eine von zwölf Aktionen, die das Kleeblattprojekt dieses Jahr auf die Beine stellt.  Die vier Blätter stehen für den Kroatenhof, das Kinderhaus, das Stadtmuseum und den Bürgertreff. Letzterer koordiniert die Aktionen, moderiert die Treffen mit allen Beteiligten und kümmert sich um Zuschüsse für einzelne Projekte wie den Wilhelma-Ausflug von Kindern und Senioren. 

Das generationenübergreifende Engagement, welches sich das Kleeblattprojekt zum Ziel gesetzt hat, wird aber auch im Alltag gelebt. So essen die Kinder aus der Ganztagesbetreuung im Kroatenhof – zwar an getrennten Tischen aber auf Sichtkontakt und Plauderentfernung. „Alle am gleichen Tisch bringt zu viel Unruhe rein“, weiß Kinderhaus-Leiterin Ursula Döbler. Aber die Senioren freuen sich über die jungen Gäste und machen durchaus auch mal einen Gegenbesuch bei den Kindern, um anzuschauen, wovon die ihnen so erzählen. Umgekehrt wird auch geguckt: Neulich waren die Kinder vom Kinderhaus zu Gast beim Koch der Samariterstiftung, Helge Muser, um mit ihm im Backhaus in Oberensingen süße Stückle und frisches Brot zu backen. Dabei sahen sie, wo und wie das Essen zubereitet wird, das sie mittags in der Seniorenwohnanlage bekommen.

Manchmal wird auch gemeinsam gebastelt. Beispielsweise Dekoration und Kostüme fürs große Sommerfest, das Ende Juli gefeiert wurde. Es stand schon ganz im Zeichen der nächsten Ausstellung im Stadtmuseum, die sich im Winter dem kleinen Prinzen widmet. Während die Museumsmacher noch am Sammeln, Konzipieren und Bauen sind, können die Kinder schon Lieder aus dem kleinen Prinzen auswendig und haben ihr Bild von ihm zu Papier gebracht. Natürlich stellt Team Jung-Alt sein Gemeinschaftswerk dann dem Museum zur Verfügung. Und sie schauen nach, ob dort alles gut aufgehoben ist: „Die Senioren besuchen uns regelmäßig im Museumscafé - erst recht, seit dort ihre Porträts aus einem Foto-Kunst-Projekt hängen“, erzählt Museumschefin Angela Wagner-Gnan. Für die Kleeblatt-Partner gibt es im Museum gelegentlich auch eine Spezialführung, wie diesen Sommer zur Aberglaube-Ausstellung.

Die Kinder profitieren in vielfacher Hinsicht. „Zum einen erfahren sie hautnah, dass sie Freude bereiten können, beispielsweise durch ihre Ständchen. Auf der anderen Seite lernen sie Rücksichtnahme“, so Ursula Döbler. Viele Kinder treffen in ihrer Familie gar nicht mehr auf alte Menschen, sei es der Migration geschuldet, den Ein-Eltern-Familien oder der zunehmenden Arbeitsmobilität. „Die Kinder stellen oft ganz erstaunt fest, dass eine Oma anders riecht, vielleicht ein bisschen zittert oder nicht so gut hören kann“.

Die Senioren ihrerseits schätzen den Kontakt zur Enkelgeneration. „Wir haben mit dem Projekt bisher viel Freude und Positives erlebt“, sagt Steffen Hahn, Hausleiter der Seniorenwohnanlage. Da ist zum Beispiel das generationenübergreifende Musikprojekt „Musik Aktiv“, dass zweimal monatlich Kinder und Senioren zusammenbringt. Sehr beliebt sind auch die Geburtstagsständchen. Wann immer eine(r) der rund 100 Seniorinnen und Senioren ein neues Lebensjahr beginnt, kommt einige Kinder aus dem Kinderhaus zum Ständchen singen, und bringen ein selbstgebasteltes Präsent mit. Das treibt manchen Bewohnern vor Rührung Tränen in die Augen.  „Für uns Bewohnerinnen und Bewohner ist der Kontakt mit den Kindern eine Bereicherung. Ihre Fröhlichkeit, aber auch die Ernsthaftigkeit der Kinder miterleben zu können, tut uns sehr gut und ist wunderschön“, so Kroatenhof-Bewohnerin Erika Mathe.


 


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