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  Jugend
 
Jugendgruppen? - Sind doch langweilig! - 7.5.2008

 

(Spongo) Viele von uns sind in einem Verein oder einer Jugendgruppe und das nicht erst seit kurzem. Die meisten traten schon in der Grundschule ein und sind jetzt noch dabei. Aber warum? Was hält einen so lange in dieser Gruppe?

Ob der Verein nun christlich orientiert, sportlich aktiv oder auf etwas ganz anderes fixiert ist – irgendetwas Faszinierendes und „Fesselndes“ muss von allen Jugendgruppen ausgehen! Egal in welchem Jahrzehnt wir uns befinden, die Gemeinschaft erleben ist immer angesagt, das zeigen die Mitgliedszahlen.

Es gibt eine ganze Palette von Vereinen; das EJW (Evangelisches Jugendwerk Württemberg) oder der Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ), denen viele Verbände wie der CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) oder die Pfadfinder angeschlossen sind. Dann gibt es noch etliche andere Vereine wie die Bundjugend, Deutsche Wanderjugend, Gewerkschaftsjugend, Jugendfeuerwehr, natürlich auch Jugendgruppen der Parteien usw.. Bei dieser Auswahl ist es wirklich schwer zu sagen, welcher Verein am besten zu einem passt. Meistens rutscht man durch Eltern oder Freunde dann doch in bekannte Gewässer.

Hat man sich also für eine Gruppe entschieden, sich dort so langsam „eingelebt“ und versteht sich mit dem einen besser, dem anderen weniger gut, dann kommt das Entscheidende, was einen zusammenwachsen lässt- eine gemeinsame Ausfahrt. Egal ob es nur ein Wochenende auf einer Hütte ist oder mehrere Tage zusammen zelten. Der Effekt ist der gleiche.
Man lernt sich noch besser kennen, erfährt die Macken und Gewohnheiten des Einzelnen und lernt damit umzugehen, erlebt witzige, aber auch deprimierende Dinge und kann in zwei Jahren mit den anderen noch lange darüber reden und vor allem lachen.
Gerade hier bei uns in Deutschland, wo Demokratie so groß geschrieben wird, sind solche Organisationen wichtig. Denn in einer (Jugend)gruppe lernt man Demokratie aktiv zu leben und nicht alles hinzunehmen, ohne selbst nachzudenken und zu hinterfragen!
Das alles ist natürlich nur schön und gut, wenn der jeweilige Gruppenleiter das Vertrauen der Kinder oder Jugendlichen nicht ausnützt, um seine eigenen z.B. politischen Interessen zu verbreiten oder „einzuimpfen“. Wer das Buch oder den Film „Die Welle“ kennt, weiß, wovon ich spreche.
Wer jetzt noch denkt Jugendverbände wären langweilig und total uncool, der muss es einfach selber ausprobieren!
Dass die Medien eine große Macht besitzen, zeigt sich am Beispiel von Rebecca Steidle. Sie nahm den Spongo beim Wort und verbrachte zwei unvergessliche Wochen auf dem World Jamboree in England. Was die 16jährige dabei alles erlebt hat, könnt ihr in unserer Version von „Auf und davon“ lesen.

In 13 Tagen um die Welt
Das Weltpfadfinderlager 2007 in England

Städten wie zum Beispiel Toronto wird immer nachgesagt, sie wären besonders multikulturell! Das mag zwar sein, aber diesen Sommer gab es eine Stadt, die den Namen multikulturell wahrhaftig verdient hat! Das World Scout Jamboree in Chelmsford, England! Der Ort, an dem sich für 13 Tage Pfadfinder aus der ganzen Welt zusammengefunden haben, um ihren hundertsten Geburtstag zu feiern. Solch ein Weltpfadfindertreffen gibt es alle vier Jahre und jedes Mal sind die jugendlichen Teilnehmer in einem andern Land zu Gast. Doch da die Pfadfinder im Jahre 1907 nirgendwo anders als in England gegründet wurden, lag es natürlich nahe, das Jamboree 2007 im Heimatland dieser weltweit größten Jugendbewegung stattfinden zu lassen. Also verwandelte sich der einst ganz normale Hylandspark bei Chelmsford in Essex am 27. Juli diesen Jahres in einen überdimensionalen Ameisenhaufen, denn wenn mehr als 40 000 Menschen aus 158 Ländern, die meisten davon Jugendliche, an einem Ort zusammentreffen, entsteht eine Stimmung, die man sich kaum vorstellen kann! Bunte Fahnen aus Ländern, von denen man davor teilweise noch nie gehört hatte, wehten von den Dächern der riesigen Zeltstadt. Von afrikanischen Trommelklängen bis zu chilenischen Schlachtrufen war alles zu hören. An der großen Hauptbühne lief von morgens bis abends Musik, und wenn der eigens für das Lager geschriebene Jamboreesong erklang, wurde von überall her mitgesungen! Das Wetter war genau so spitze wie die Stimmung und unter strahlendem Sonnenschein wurde 13 Tage lang gefeiert. Jeden Tag war für die einzelnen Gruppen, welche normalerweise aus etwa 40 Leuten aus einem Land bestanden, ein anderer Programmpunkt vorgesehen. Ganze Workshopstädte mit Angeboten aus jedem Land waren aufgebaut. Ob man nun bei den Amerikanern Lasso werfen oder Gold suchen wollte, lieber hawaianische Klangholz-Trommeltechniken erlernen oder sich auf Schweizer Art im Zweikampf üben wollte, alles war möglich! Auch Klettern, Kanu fahren, Bogenschießen, Knoten machen, Feuer löschen und Stockbrot backen wurden angeboten, um nur einen winzigen Teil zu nennen. Doch das größte Abenteuer war ganz einfach über den Platz zu schlendern. Jeder sagte jedem Hallo, man redete einfach drauf los. So war es nicht ungewöhnlich, wenn man für die kürzeste Strecke nahezu Stunden brauchte, weil man etliche Freehugs von stürmischen Indern bekam, sich einfach zu gut mit den Südafrikanern unterhielt, von Japanern entführt wurde, die einem dann grinsend über die Schulter schauten, während man verzweifelt das Unmögliche versuchte, nämlich Murmeln mit Essstäbchen hochzuheben, weil man dann mit einer Gruppe Chinesen etwa 7mal fotografiert wurde, von Koreanern versichert bekam, Deutschland wäre ihr Lieblingsland wegen der Autos, und sich schließlich auch noch mit ein paar Engländern in der deutschen Bar, wohlgemerkt der größten von allen, verquatschte! Der größte Renner war aber das Tauschen der Halstücher, Trachten und Abzeichen, die in jedem Land und manchmal auch von Pfadfindergruppe zu Pfadfindergruppe unterschiedlich sind. Gibt es denn ein schöneres Andenken, als wenn man nach einem netten Gespräch das Halstuch tauscht und dann statt des weinroten Deutschlandtuchs eine blaurotweiße englische Halstuchtrophäe mit nach Hause nehmen kann.
Auch wenn es eigentlich nicht möglich ist, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein, so kommt ein Jamboree dem schon ziemlich nahe. Es ist ein Erlebnis, das man mit nichts anderem vergleichen kann, und wenn es jeder erleben könnte, vielleicht wäre es dann sogar wirklich möglich, die Welt ein Stückchen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.
Denn das ist schließlich nicht umsonst ein Grundsatz der Pfadfinder.

Aus SPONGO, Schülerzeitung des HÖGY
Ildiko Mannsperger, Marina Bauer, Rebecca Steidle


 


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