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  Jugend
 
Kinder würden SPD wählen - 9.6.2009
Kinder-Kommunalwahl

 

(bro) Bereits am 20.05.09 veranstaltete der Trägerverein freies Kinderhaus die Kinder-Kommunalwahl:
In der Innenstadt konnten Kinder und Jugendliche in einer Wahlkabine ihre Stimme für die Gemeinderatskandidaten abgeben – so, wie es die wahlberechtigten Erwachsenen nun am Sonntag, 07. Juni, gemacht haben. Dabei konnten sich die Kinder einerseits ein Bild von den zukünftigen Gemeinderäten machen und andererseits erfahren, was Wählen eigentlich ist, und wie das praktisch funktioniert.

Die Gemeinderatskandidaten waren im Vorfeld dazu aufgefordert worden, Fragen, die Kinder in der Kinder-Kultur-Werkstatt und im Schülerhort formuliert hatten, zu beatworten. Und wer gedacht hat, dass Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren nicht politisch denken, der sollte eines Besseren belehrt werden. Und so mussten die 67 Kandidaten, die mitgemacht hatten, Antworten auf Fragen finden, wie » ... Was kann man für die Bettler tun? Wie kann man ihnen helfen und was kann der Gemeinderat tun?« (Nadja, 12 Jahre) oder »Was würden Sie gegen Scherben auf Spielplätzen und Fahrrad-, bzw. Gehwegen, gegen Jugendliche, die Alkohol trinken und Flaschen kaputt machen, tun?« (Clara, 6 Jahre). Und die Antworten sind unterschiedlich ausgefallen! Während zum Beispiel bei Klaus Fischer zwei seiner drei Antworten einfach »Ja.« lauteten, hat Frau Gerlach jeder Kinderfrage eine Seite gewidmet und sogar noch ein Foto von sich mitgeschickt. Kai Hansen antwortete auf die Frage, ob der Gemeinderat bereit wäre, den Kindern der Kinder-Kultur-Werkstatt eine feste Tischtennisplatte zu spenden (Jan, 11 Jahre), dass er „mit 4 Jahren bereits am Gehsteig Bonbons [...] und Blumensträuße verkauft [hat]“, der Jan also nicht nur die Hand aufhalten soll. Die Antworten sind also durchaus für jedermann interessant. Gut geordnet kann man sich diese auf der Internetseite des Trägervereins anschauen.

Die Würfel sind gefallen, die Kinder haben entschieden und gewonnen hätte die SPD mit 231 von 1248 abgegebenen Stimmen. Gefolgt wird die SPD von der Nürtinger Liste/Grüne mit 168 Stimmen. 136 Stimmen haben die Jungen Bürger bekommen und mit 125 Stimmen noch knapp vor der UFB liegt die Nürtinger CDU. Wie sollen wir dieses Ergebnis werten? Dass dieses Ergebnis nicht repräsentativ sein kann, steht bei 39 abgegebenen, gültigen Stimmzetteln außer Frage. Thomas Buttler, von der Kinder-Kultur-Werkstatt, erklärte auf die Frage, ob die Kinder-Komunalwahl ein Erfolg gewesen ist: »Ich habe nicht mehr als 30 Stimmzettel erwartet. Überrascht hat mich jedoch, wie ernsthaft die Kinder ihre Stimmen auf einzelnde Kandidaten verteilt haben und, dass sie nicht einfach einen gesamten Bogen abgegeben haben.« Tatsächlich haben die Kinder kumuliert und panaschiert, dass es nur so eine Freude war. Und das haben auch alle kleinen Wählerinnen und Wähler mit nach Hause nehmen dürfen: ein tieferes Verständnis vom kommunalen Wahlsystem. Und damit haben sie so manchem wahlberechtigten Erwachsenen etwas voraus! Wie sehr sich die Antworten der Politiker auf die Fragen der Kinder dann letztlich auf das Wahlergebnis ausgewirkt haben, zeigt das Ergebnis von Sabine Schmidt-Glotzmann, Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin (CDU), sehr eindrücklich: Obwohl die CDU mit 125 Stimmen auf dem vierten Platz gelandet ist, ist sie mit 25 erhaltenen Stimmen die Stimmenkönigin der Wahl. Mit ihren überzeugenden Antworten (vor allem auf Frage, was für die Bettler in Nürtingen getan werden kann), hat  Sie mehr als doppelt soviel Stimmen, wie ihre Parteikollegen bekommen. Im Gegensatz zum unerwarteten Sieg von Frau Schmidt-Glotzmann in der Einzelwertung, sind die Plätze Zwei, Dr. Hans-Wolfgang Wetzel (SPD), 23 Stimmen und Drei, Christine Roos (Junge Bürger), 22 Stimmen, schon leichter zu erklären. Herr Wetzel ist Lehrer am MPG und Frau Roos ist Sozialpädagogin im Schülerhort über der Kinder-Kultur-Werkstatt.
Interessant ist auch, dass die großen Parteien, SPD, CDU, Grüne und FDP, recht weit oben gelandet sind und die REP recht weit unten. Das ist einem Wahlergebnis in der Erwachsenenwelt nicht unähnlich. Bedeutet das, dass Kinder in diesem Alter schon einen Eindruck von Parteien vermittelt bekommen (Fernsehen / Eltern /...), so dass sie ebenfalls nicht mehr unvoreingenommen entscheiden?


 


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