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Ehemaliger Nürtinger lässt ein „WaldGartenDorf“ entstehen - 14.8.2011
Permakultur, Führungen, Seminare, experimentieren, durchführen, wachsen lassen

 

(mw) Wer im Februar die SWR-Sendung „Sag die Wahrheit“ gesehen hat, erinnert sich noch heute an Konstantin Kirsch, der aus Bäumen Häuser baut. Konstantin Kirsch stammt aus Nürtingen. Als Michael Haberer hat er das Max-Planck-Gymnasium besucht, Konstantin Kirsch ist ein Künstlername.
Zu seinem WaldGartenDorf-Projekt führt er aus: „Bäume sind faszinierende Lebewesen. Mit den Wurzeln tief in der Erde, die Äste weit in der Luft und mit den Blättern dem Licht entgegen, stehen Bäume über Jahrzehnte und Jahrhunderte an einem Ort. Sie sind lebende Immobilien! Können wir von Ihnen lernen Häuser zu bauen? Können wir mit Ihnen Häuser wachsen lassen?“ Konstantin Kirsch wirft diese Fragen nicht nur auf, sondern setzt sie in seinem „Forschungsprojekt für Naturbauten, Permakultur und Familienlandsitze“ in die Praxis um. Im Osthessischen Bergland gelegen, entwickelt sich auf einem großen Grundstück bei Nentershausen-Triesch seit 1992 ein Permakultur-Projekt. Die Besonderheit dieses Permakultur-Projekts besteht darin, dass sich dort Lauben und Häuser entwickeln, die je aus vielen gepflanzten Bäumen langsam zusammenwachsen. So entsteht beispielsweise ein „Buchenhaus“, das im März 1997 gepflanzt wurde und aus ca. 150 Buchen besteht. Die Äste hat Konstantin Kirsch mit Schrauben und Spezial-Klammern zum Verwachsen gebracht. Natürlich ist so ein Haus nach 10 Jahren noch nicht fertig...
Das oben abgebildete „MammutBaumHaus“ besteht aus 89 schnell wachsenden Mammutbäumen (Sequoiadendron giganteum), die im März 2007 gepflanzt wurden. Sie formen Wand wie Eingang. Ein einzelner Mammutbaum steht in der Mitte des Raumes. Der Durchmesser des Großraums beträgt ca. neun Meter. Der größte Baum ist bereits mehr als 3 m hoch und 8 cm dick. Die Bäume werden mittels Tröpfchenbewässerung versorgt, waren doch die Frühlingsmonate ungewöhnlich trocken gewesen. Das Wasser kommt aus einem Regenfass.

Doch nicht nur mit Baumhäusern beschäftigt sich Konstantin Kirsch. Das Gelände ist auch ein Permakultur-Projekt und ein „FuturParcours Rundweg für Zukunft“ führt hindurch. Als ich mit seinem Vater Anfang August dort war, fielen uns sofort große Kohlrabi auf. Einer maß 25 cm Durchmesser und brachte schlappe 6,98 kg auf die Waage! Natürlich fragten wir nach dieser Sorte. Sie heißt 'Superschmelz' und soll nicht holzig sein, wie auch der Sortenname zum Ausdruck bringt.

Am nächsten Morgen führten uns Knackgeräusche zu Konstantin Kirsch. Er entkernte Kirschpflaumen und führte erfolgreiche Versuche durch, wie man sie ohne Zuckerzugabe einwecken oder zu Marmelade verarbeiten kann.

Staunend stand ich auch vor „Hängetomaten“. Sie ragten unten aus Plastikeimern, wo sie aus einem Loch herausragten und ihre Triebe bereits wieder bogig nach oben gerichtet hatten. An einen Bambusstecken kann man dann mehrere solche Tomaten-Eimer hängen. Die Luftzirkulation an den Blättern ist sicher gut. Solche Dinge probiert Konstantin Kirsch nicht nur ergebnissoffen aus, sondern lebt darin, getreu der von Bill Mollison folgendermaßen definierten Permakultur: „Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“

Von Mai bis Oktober kann man jeden ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr das Projekt besuchen, das Gelände ist rauchfrei, handyfrei und fotofrei. Individuelle Termine können vereinbart werden. Projektleitung: Konstatin Kirsch, Telefon 06627-915301, www.naturbauten.org


 


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