Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Presseschau
 
Das Haus, in dem Friedrich Hölderlin in Nürtingen aufwuchs - 15.4.2011
Johannes Gromer stellt seine Erkenntnisse in der Zeitschrift Schwäbische Heimat vor

  (mw)

In den Jahren nach 1626 entwarf der württembergische Landbaumeister Heinrich Schickhardt einen Plan des Nürtinger Schlosses mit dem darunter liegenden Schlossgarten und dem sogenannten „Schweizer Hof“. Diese Hofanlage wurde an dem Ort realisiert, an dem heute das „Hölderlinhaus“ teils auf einem rundbogigen Kellergewölbe von damals steht. Von diesem Schweizer-Hof ist außer der bergseitigen Hälfte des Kellergewölbes ein Grundriss für ein neunschiffiges Viehhaus erhalten geblieben. Der Schweizer-Hof hatte unter anderem die Aufgabe, landwirtschaftliche Produkte für das Schloss zu erzeugen.

Der Nürtinger Spitalmeister Jakob Friedrich Duttenhofer erwarb den Schweizer-Hof im Jahr 1748, ließ ihn abreißen und errichtete einen Neubau. Doch das Glück währte nicht lange: Kaum war der Neubau fertig, wurde er beim großen Stadtbrand von 1750 ein Opfer der Flammen, denen insgesamt 133 Häuser zum Opfer fielen. Der Nürtinger Spitalmeister, immerhin der bestbezahlte Beamte der Stadt, baute das Haus sofort wieder auf. Es handelte sich bei diesem Bauwerk um den Originalbau des heutigen Hölderlinhauses, das allerdings bis heute außen und innen verändert wurde.

Johanna Christina Hölderlin, damals 24 Jahre alt, erwarb mit ihrem zweiten Ehemann Johann Christoph Gok Mitte 1774 dieses Haus, denn Spitalmeister Duttenhofer war wenige Jahre nach dem Neubau des Hauses gestorben. Mit Frau Hölderlin kamen der 4-jährige Friedrich Hölderlin und seine 2-jährige Schwester Heinrieke nach Nürtingen und in das Haus. Nach dem Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843) ist das Haus auch heute noch benannt. Er hat zehn Jahre seiner Kindheit und Jugend hier – in diesem Haus – verbracht.

Das damalige Haus müssen wir uns als „ein flächig verputztes Rokoko-Haus mit profilierten Fensterumrahmungen ... vorstellen – vom Hof- und Schlossgarten-Niveau aus gesehen einstöckig, mit einer hohen Mansarddach-Haube...“. In dem großen Gewölbekeller waren, auf zwei Untergeschossen zur Neckarsteige hin, die Räume der Weinhandlung Gok untergebracht.

Später wurde das Hölderlinhaus eine Knabenschule. Im Zuge des Umbaus wurde ein neues erstes Obergeschoss aufgesetzt, was die bisherigen harmonischen Proportionen störte. Das Hölderlin-Gymnasium ("Högy") hat hier seine Wurzeln.

Der Autor Johannes Gromer wertet die gegenwärtigen Sanierungs-Ideen der Stadt in dem Artikel als „atemberaubend“. Er wünscht dem Hölderlin-Haus einen Erhalt ähnlich der „Trinity-Church zwischen den Wolkenkratzern in Manhattan“.

*

Johannes Gromer: Das Haus, in dem Friedrich Hölderlin in Nürtingen aufwuchs. – In: Schwäbischer Heimatbund (Hrsg.): Schwäbische Heimat 1/1011, S. 68-76, mit 10 Abbildungen

Die "Schwäbische Heimat" 1/2011 mit dem Artikel ist in der Stadtbücherei Nürtingen bei "Zeitschriften" (oberster Stock) zu finden, allerdings nicht entleihbar.

Die STATTzeitung hat neben weiteren Beiträgen über das Hölderlin-Haus schon bei der Vorstellung des Baugutachtens von Johannes Gromer im Gemeinderat ausführlich über die Baugeschichte informiert, die in der Schwäbischen Heimat nun auch ihre Printversion gefunden hat.


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung