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Seegrasspinnerei Plochinger Straße 14 - 30.11.2009
Denkmalschutz rettet Lebensqualität

 

In dem dreigeschossigen, weiß verputzten Fachwerkbau (Plochinger Str. 14 a) war ursprünglich die alte Seegrasspinnerei und hernach die Möbelfabrik Schmid untergebracht. 1875 in einem nobel nüchternen Stil
entstanden, erinnert sie an die große Industrialisierungsphase im württembergischen Kernland nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71). Für Nürtingen war es die erste große Industrieanlage und ist allein deshalb, aber auch aus architektonischen Gründen, ein Denkmal von herausragender Bedeutung. Zur Sachgesamtheit dieses Komplexes gehören noch das zurückgesetzte Wohnhaus des Firmengründers (Plochinger Str. 14) von 1883 im Schweizer Stil und das reizvolle backsteinerne Maschinenhaus um 1875 mit seinen beiden Quergiebeln (Plochinger Str. 14 b). — 1969 hat die Post das Ensemble auf Abriss gekauft. Der konnte durch die Übernahme des Trägervereins Freies Kinderhaus nach 1990 verhindert werden. Nun soll das Hauptgebäude (Nr. 14 a) — einigermaßen denkmalverträglich in ein Mehrfunktionshaus umgewandelt werden mit Medien- und Jugendwerkstatt, Ateliers, Radlerhotel und Gaststätte. Bei denkmalbedingten Mehrkosten von fast 147 000 Euro gewährt die Denkmalstiftung „angesichts des außerordentlichen Engagements des Trägervereins” eine Zuwendung von 20 000 Euro. Statt Abriss also sitzt man heute unter einem Geishirtlesbaum bei Weizenbier oder Apfelschorle, wartet, bis die Kinder mit dem Basteln fertig sind oder auf das Lamm mit scharfer Linsensoße des äthiopischen Wirts aus 14 a. Manchmal rettet Denkmalschutz eben auch Lebensqualität.

(Nachrichtenblatt der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, Heft 3/2009, S. 10)


 


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