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  Wirtschaft
 
Kleidung mit Stil und gutem Gewissen - 15.3.2017
Fair Fashion erkennt man nicht am Aussehen

  (th) Gerade laufen in Nürtingen die Fair-Fashion-Wochen. Die Organisatorinnen wollen darauf aufmerksam machen, dass unsere Klamotten unter ökologischen und sozialen Aspekten meist nicht fair produziert werden, sondern vor allem billig – was sich noch nichtmal immer im Preis niederschlägt, manchmal aber in der Qualität.

So wird Baumwolle als verbreitete Faserpflanze mit hohem Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden und Wasser  unter oft miesen Arbeitsbedingungen angebaut. Kunstfasern werden in chemischen Verfahren mit potenziellen Gesundheits- und Umweltgefahren hergestellt. Auch die Weiterverarbeitung wie Bleichen und Färben erfolgt mit oft problematischem Chemikalieneinsatz. Das Weben von Stoffen und Nähen von Kleidungsstücken wird oft in Billigstlohnländern mit niedrigsten sozialen Standards erledigt.

Für die Verbraucher ist das schwer zu beeinflussen, da es für entsprechende Produktkennzeichnungen angesichts der langen Produktionskette schwierig ist, überall ökologische und soziale Standards zu kontrollieren. Daher gibt es Labels mit unterschiedlichen Schwerpunkten und dazu noch welche, die eher dazu dienen konventionellen Kleidungsstücken den schönen Schein von fairen Produkten zu verpassen.

Die Organisatorinnen der Fair-Fashion-Wochen betrachten den Global Organic Textile Standard (GOTS) als Mindestanforderung für faire Mode. Zertifizierte Kleidungsstücke müssen zu mindestens 70 % aus biologisch erzeugten Naturfasern bestehen und bei der Produktion sollen soziale Mindeststandards eingehalten werden. Höhere Standards fordert zum Beispiel der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft für seine IVN Best-Kennzeichnung (100 % Naturfasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft und soziale Mindeststandards) oder das Earth positive-Label, für das 100 % Naturfasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft unter den sozialen Standards der Fair Wear Foundation verarbeitet werden müssen. Geringere Anforderungen haben viele Labels unter denen Bio-Kleidung bei großen Textilketten oder als Aktionsware im Kaffee-Handel angeboten wird. Mehr Informationen über die verschiedenen Labels und Marken findet man bei der christlichen Initiative Romero. In Nürtingen bekommt man nach Informationen der Organisatorinnen der Fair-Fashion-Wochen und eigenen Recherchen Kleidung mit dem GOTS-Siegel nicht nur im Weltladen (Kirchstraße 25), sondern auch bei Comazo (Max-Eyth-Str. 21), Mode Besemer (Marktstraße 4 und 6), Plateau (Strohstraße 4), Reformhaus Riedel (Brunnsteige 12), Reformhaus Kaliss (Kirchstraße 31), Schöne Dinge (Schloßgartenstraße 3) und gelegentlich in Denns Bioladen (Kirchheimer Straße 53) angeboten. Bei der Fair-Fashion-Modenschau am 2. April um 15 Uhr im Theater im Schloßkeller kann man sich davon überzeugen, dass Öko-Klamotten keine kratzigen Säcke mit hohem ethischen Anspruch sind, sondern kreativ, hipp oder zeitlos tragbar sind, wie die Sachen ihres sympathischen Nachbarn.

Aber man und frau müssen nicht unbedingt Bio-Klamotten kaufen, um sich umweltbewusst und nachhaltig einzukleiden. Auch wenn man sich im Second-Hand-Laden ausstattet, verursacht man mit der Bekleidung keine zusätzlichen Umweltschäden. Auch dafür gibt es in Nürtingen mehrere Adressen, wie den Diakonieladen in der Plochinger Straße 61, den Second-Hand-Laden Bass-Pik-As in der Neckarsteige 36, EinzigARTig in der Schloßgartenstraße 12 und den Schubladen am Rotenbergplatz 7. Außerdem kann man die Kleiderbasare nutzen, wie den für Erwachsene, der am 18. März in der Inselhalle Zizishausen stattfindet.

Zum nachhaltigen Umgang mit Kleidungsstücken trägt man auch bei, wenn man Sachen, die noch in Ordnung sind, nicht einfach wegschmeißt und beschädigte Stücke flickt oder durch kreatives Upcycling veredelt. Schöne Beispiele, die in der Geschwister-Scholl-Realschule entstanden sind, kann man während der Fair-Fashion-Wochen in den Schaufenstern der Volksbank am Schillerplatz bewundern.

Weitere Informationen bieten im Rahmen der Fair-Fashion-Woche  Bücher- und Info-Tische in den beiden Nürtinger Buchhandlungen und in der Stadtbücherei sowie der Film „The true cost“ über den Preis der Mode am 29. März um !9:30 Uhr im Traumpalast.


 


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