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  Zukunftsfähiges NT
 
Fairer Lohn + gute Lebensmittel = Solidarische Landwirtschaft - 13.12.2014
Konkretes Projekt auf dem Hopfenhof

  (th) Andreas Weller hatte am Rande des ersten Vortrages des Forum nachhaltiges Nürtingen im Oktober über seine Idee für das Projekt solidarische Landwirtschaft gesprochen und schon 13 Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden, die bereit sind, an der Vorbereitung dieses Projektes mitzuarbeiten. So konnte im Dezember im Schlachthof vor über 50 Zuhörerinnen und Zuhörern das Konzept und mit David Traub aus Oberensingen ein Bio-Landwirt als Partner vorgestellt werden.

Zur Orientierung sprach Agraringenieur Klaus Gräff über die Idee der solidarischen Landwirtschaft, die sich in den vergangenen 25 Jahren in der Bundesrepublik verbreitet hat. Die Landwirtschaft hat heute zahlreiche Probleme wie: leerstehende Höfe, zurückgehende Vollerwerbsrate oder abnehmende Humusversorgung. Dem stehen die Erwartungen gegenüber, die viele Menschen an die Landwirtschaft haben: gesunde Lebensmittel, frisches Gemüse, kurze Wege, Sortenvielfalt, gesunde Böden, Überschaubarkeit, Vertrauen und achtsamer Umgang. Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft will die Probleme lösen, um die Erwartungen erfüllen zu können. Die Teilnehmer betätigen sich zugleich als Konsumenten und als Produzenten – Klaus Gräff sprach daher von Prosumenten. Sie finanzieren für ein Jahr die Vollkosten für die Produktion von Lebensmitteln auf Flächenanteilen von 1.000 m², worin eine gerechte Entlohnung für den produzierenden Landwirt enthalten ist, und bestimmen auch die Anbauplanung mit. Dafür bekommen die Anteilseigner dann die komplette Ernte, was im Sommer sehr viel sein kann und im Winter recht wenig ist. Für die Kalkulation werden zunächst die Kosten ermittelt und transparent dargestellt und daraus der Preis pro Anteil berechnet. In einer Bieterrunde können die Interessierten dann den Preis nennen, den sie bereit sind zu zahlen. So können Teilnehmer mit geringeren finanziellen Möglichkeiten auch Anteile erwerben, wenn andere nach ihren Möglichkeiten in der Lage und bereit sind, mehr als den kalkulierten Preis für einen Anteil zu zahlen. In einem Beispiel wurden monatliche Kosten von 50 Euro für einen Anteil und eine Ernte von etwa 5 Kilogramm in einer sommerlichen Woche genannt. Wenn man Teile der Ernte nicht verwenden kann, dann besteht die Möglichkeit, sie in einen Schenkkorb zu geben, aus dem andere sich wiederum etwas herausnehmen können. Oder man kann mit anderen Teilnehmern tauschen, womit zugleich ein weiterer Aspekt des Konzeptes, die Kommunikation zwischen den Prosumenten, umgesetzt wird.

Bei manchen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern stand weniger der Ertrag im Vordergrund, als die Möglichkeit, mitzubestimmen wie und welche Lebensmittel für sie angebaut werden sollen. Auf dem Hopfenhof werden bisher vor allem Getreide und Leguminosen angebaut sowie Grünland für die Viehhaltung bewirtschaftet. 4,5 ha werden von dem Bioland-Gemüse-Betrieb Hörz aus Bonlanden genutzt, der ebenfalls an dem Projekt der solidarischen Landwirtschaft beteiligt sein soll. Künftig will David Traub selbst 3000 bis 5000 m² intensiven Gemüsebau als solidarische Landwirtschaft betreiben. Da im Frühjahr nächsten Jahres die Aussaat beginnen soll und vorher das Saatgut bestellt werden muss, soll spätestens Anfang 2015 die Bieterrunde für die Interessierten stattfinden. Wer daran teilnehmen will kann sich auf der Internetseite des Projektes anmelden, wo man auch weitere Informationen über das Projekt findet.
 


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