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  Zukunftsfähiges NT
 
Vom Wert des ästhetischen Wahrnehmens - 19.2.2015
Im zweiten philosophischen Café ging es um den Nutzen der Kunst

  (forumNT) Auch bei seiner zweiten Auflage fand das neue Nürtinger philosophische Café eine sehr gute Resonanz: Fast fünfzig Menschen kamen am vergangenen Sonntag in der Alten Seegrasspinnerei zusammen, um ausgehend von dem Impulsreferat von Andreas Mayer-Brennenstuhl die Frage zu bewegen, welchen Nutzen die Kunst habe.

Am Anfang gab es aber wieder – wie schon beim ersten Mal – zunächst eine künstlerische Einstimmung: Bianca Schrodin, Studierende an der hiesigen Hochschule für Kunsttherapie, warf zu meditativen Klängen mit einem Overhead-Projektor Fließbilder an die Wand: Farben, in eine Mischung aus Öl und Wasser getupft, ergaben ein Gebilde, welches wie ein Kaleidoskop sein Aussehen ständig wandelte.

Der Künstler und Kunstdozent Andreas Mayer-Brennenstuhl fragte anschließend, ob das, was gerade zu sehen war, Kunst sei. Kunst, so die Antwort, hänge immer auch von dem Kontext ab, in dem sie gezeigt würde. Das Fließbild könnte auch bloße Unterhaltung oder Teil eines wissenschaftlichen Experiments sein, zu Kunst würde es erst dadurch, mit welcher Haltung ihm begegnet würde.

Zentral für das Gespräch wurde deshalb in der Folge das, was der Referent ästhetisches Wahrnehmen nannte: Dieses fände nicht nur gegenüber Kunstwerken statt, sondern auch in ganz und gar alltäglichen Zusammenhängen. Wenn ich ein Blatt, eine Tasse oder einen Menschen ästhetisch wahrnehme, ordne ich diesen nicht einen fertigen Begriff zu, sondern fasse sie zunächst in ihrer sinnlichen Vielfalt auf.

In diesem Prozess könne, so Andreas Mayer-Brennenstuhl, viel geschehen: Ständig könne Neues, Überraschendes hervortreten, Feinheiten und Kleinigkeiten würde gesehen, die der Alltagsroutine verborgen bliebe – der Wahrnehmungsprozess sei also zieloffen. Dabei gehe es auch nicht darum zu bewerten, ob etwas schön oder hässlich sei, sondern einfach nur darum, dass man etwas achtsam und vorurteilsfrei betrachte.

Damit war das Gespräch auch schon beim Nutzen der Kunst angelangt. Die Kunst sei, so wie Moderator Thomas Oser bei seiner Einführung festgestellt hatte, eigentlich das Nutzlose, das, was keine pragmatischen Zwecke verfolge – doch genau darin sei sie höchst wertvoll. Dem stimmten auch Andreas Mayer-Brennenstuhl und die Gäste des Cafés bei: Wenn wir unseren ästhetischen Sinn ausbilden, nehmen wir einen Reichtum in der Welt wahr, der durch den sonst vorherrschenden technischen oder pragmatischen Umgang mit den Dingen ungesehen bleibt oder sogar zerstört wird.

Deshalb sei es auch wichtig, dass dieser Sinn in Kindergärten, Schulen, Hochschulen, ja im Leben überhaupt entwickelt und gefördert wird. Andreas Mayer-Brennenstuhl wies in diesem Zusammenhang auch auf die nn-akademie hin, ein Weiterbildungslabor, das er im vergangenen Jahr mit gegründet hat und in welchem die Potentiale des Ästhetischen und der Kunst für jeden Einzelnen, aber auch für das gesellschaftliche Leben im Ganzen erkundet werden.

Die Gespräche an diesem Sonntagmorgen gestalteten sich überaus vielfältig, über manch einen wichtigen Aspekt kann hier gar nicht berichtet werden, weil er womöglich nur in den Gesprächsrunden an den einzelnen Tischen beleuchtet wurde. Dieses Setting ermöglichte dafür jedem Gast, seine Gedanken mitzuteilen – auf diese Weise entstanden sehr angeregte Kaffeehaus-Gespräche in der Seegrasspinnerei. Ein zweites Fließbild beschloss schließlich die Veranstaltung.

Das nächste philosophische Café findet am 15. März statt, dann wird es – mit Sven Simon als Gast – um die Frage gehen, ob wir uns angesichts der ökologischen Krise noch unsere persönliche und politische Freiheit leisten können.  



 


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