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  Zukunftsfähiges NT
 
Nürtingen – eine Stadt im Wandel? - 18.3.2015
Transition Town Initiativen waren bei der zukunftsfähigen Suppenküche zu Gast

  (forumNT) Soll sich das Forum zukunftsfähiges Nürtingen dem Transition-Town-Netzwerk (Stadt im Wandel) anschließen? Diese Frage wurde vergangenen Freitag bei der fünften „zukunftsfähigen Suppenküche“ in der Alten Seegrasspinnerei intensiv diskutiert. Erstmals reichte der Raum für die zahlreichen Gäste kaum aus, so groß war das Interesse: An diesem Abend waren nicht nur Mitglieder der beiden Transition Town Initiativen aus Esslingen und Tübingen zu Gast, auch aus Kirchheim und Ulm waren Vertreter von Vereinen und Nicht-Regierungsorganisationen angereist, die sich ebenfalls mit dem Gedanken tragen, sich dem Transition-Town-Netzwerk anzuschließen.

Während sich die zahlreichen Gäste die Restsuppe der Kulturkantine schmecken ließen, informierte Klaus Gräff von Transition Town Tübingen über die Motive der Bewegung und ihre Anfänge in England im Jahr 2006. Ursprünglich war sie aus einer Idee des Permakultur-Lehrers Rob Hopkins und seinen Studierenden hervorgegangen: Permakultur ist die Lehre von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen Naturprinzipien und deren Übertragung auf gesellschaftliche Handlungsebenen. Neben dem Klimawandel stand Peak Oil, also der erwartete Höhepunkt der Erdöl-Fördermenge, von Anfang an im Fokus. Allzu sehr hänge den Transitions Towns zufolge unsere Industriegesellschaft vom Erdöl ab - rund 90 Prozent unserer Konsumprodukte seien unter Verwendung von Erdöl produziert, so Klaus Gräff.

Doch es ginge der Transition-Town-Initiative darüber hinaus auch in allen anderen Lebensbereichen um neue Möglichkeiten, unsere Städte regionaler auszurichten und damit unabhängiger von den Zwängen des Weltmarktes zu machen. Darüber sei ein Kulturwandel nötig, der von den Bürgern ausgehe und auch den inneren Wandel der Menschen miteinschließe.

Was das heißen kann, wurde deutlich, als die Esslinger Transition Town Gruppe, die es seit Juli 2013 gibt, über ihre Erfahrungen bei der Gründung sowie ihre ersten Projekte berichtete: Unter dem Motto „Einfach jetzt machen!“ wurden eine Vielzahl von Initiativen gestartet: von Zwiebelpflanzaktionen über Obstschnittkurse sowie Schenk- und Tauschbörsen für Saatgut, Pflanzen und Zwiebeln bis hin zu einem neuen Stadtgartenprojekt, das im kommenden Monat beginnen wird.

Die Zwiebelpflanzaktion habe beispielsweise vielen gezeigt, wie einfach es manchmal sein kann, etwas Sinnvolles zu tun und gleichzeitig Freude daran zu haben. Und letztlich könnten sich im Frühling nicht nur die fleißigen Zwiebelstecker, sondern alle Esslinger an der Blütenpracht erfreuen. Diese kleinen Projekte stellten den Beginn eines achtsamen Umgangs mit uns und unseren Ressourcen dar und ermöglichten uns, im praktischen Tun die Zukunft zu erfühlen.

Die inhaltlichen Gemeinsamkeiten mit dem Forum zukunftsfähiges Nürtingen, das unter anderem das Repaircfé und das neue philosophische Café auf den Weg gebracht hat, waren offensichtlich. Dies führte zu der Frage, wozu überhaupt noch ein Anschluss an das Transition-Netzwerk nötig sei. Einige Teilnehmer meinten, dass die Nürtinger Initiative auch deshalb Charme habe, weil sie bisher ganz unabhängig ihre Ideen für Nürtingen entwickeln könne. Zudem helfe nicht zuletzt auch der deutsche Name zu verstehen, worum es eigentlich gehe, denn der Begriff Transition (Übergang oder Wandel) sei nicht jedem geläufig. Und wer einen Wandel wolle, müsse sein Ziel vor allem verständlich machen, um die Menschen dafür begeistern zu können.

Der Spielraum, eigene Konzepte zu entwickeln, bliebe jedoch groß, auch wenn man sich dem Transition Town Netzwerk anschlösse, beruhigte Klaus Gräff. Und auch den Namen könne man mit Sicherheit beibehalten. Das Netzwerk könne außerdem durchaus hilfreich sein. Wichtig sei aber vor allem, dass man sich austausche und gegenseitig unterstütze. Dies helfe nicht nur über so manches Hindernis hinweg, sondern lasse auch die neuen Wirkkräfte weltweiter Netzwerke erahnen. Hierin waren sich dann auch alle einig.

Deshalb möchte man auf jeden Fall in Kontakt bleiben - ganz unabhängig davon, ob sich das Nürtinger Forum dem Transition-Town-Netzwerk anschließen wird oder nicht. Und so war es nicht verwunderlich, dass noch lange nach dem offiziellen Ende dieses Treffens über Möglichkeiten und Ideen für gemeinsame Projekte nachgedacht wurde. Der Wandel ist im Gange.



 


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