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  Zukunftsfähiges NT
 
Nachhaltig sauber machen im künftigen Weltkulturerbe? - 5.7.2015
Die zukunftsfähige Suppenküche wurde im Juni zur Eisdiele

  (forumNT) Nicht nur die zukunftsfähige Suppenküche wandelte sich bei sommerlichen Temperaturen zur Eisdiele. Kleine und größere Veränderungen standen auch im Mittelpunkt der Diskussion bei der Juniausgabe des monatlichen Treffens.

Auch ganz kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten, davon ist Renate Kostrewa überzeugt. Ihr Ziel ist es deshalb, in Nürtingen praktische Projekte anzuregen, die sich auch ohne großen finanziellen Aufwand verwirklichen lassen und trotzdem einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Stadt bedeuten. Ein solcher wäre es zum Beispiel, auf umweltverträgliche Putzmittel umzustellen: „Dies würde uns nicht einmal zusätzliche Arbeit bereiten. Putzen müssen wir so oder so. Und dann wäre es doch sinnvoll, dabei etwas Gutes für unsere Umwelt und die eigene Gesundheit zu tun. Viele teure Putzmittel reinigen nicht besser als normaler Essigreiniger. Andere schaden mehr als sie nutzen. Denn zu viel Hygiene kann auch schädlich sein. Etwa, wenn das Immunsystem nicht mehr lernen kann, harmlose Eindringlinge von gefährlichen zu unterscheiden. Dies kann dazu beitragen, dass Allergien weiter zunehmen.“ In der Regel ist es ausreichend, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, als alles im Haushalt prophylaktisch mit zu scharfen Reinigungsmitteln zu desinfizieren. Putzmittel mit antibakteriellen Wirkstoffen können banale Infekte auch nicht verhindern. Antibakteriellen Wirkstoffen schaden aber nicht zuletzt auch der Umwelt. Denn einmal ins Abwasser gelangt, belasten sie unsere Flüsse und gefährden die vielen Organismen, die darin leben. Dies ließe sich einfach vermeiden, denn für ausreichende Sauberkeit reicht normales Putzen völlig aus. „Und wenn man Unnötiges vermeidet, kann man dabei auch noch Geld sparen“, erklärte Kostrewa augenzwinkernd.

Um Geld ging es auch im zweiten Teil der Gesprächsrunde zur Überraschung mancher Zuhörer. Denn Peter Scharfenberger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit unseren heimischen Streuobstwiesen und ihrer Zukunft. Heute, in Zeiten billiger Obstimporte, liegen viele Wiesen im Dornröschenschlaf. Doch was da von den Meisten  unbeachtet vor sich hin „schlummert“ ist einst „ein hocheffizientes ganzjährig genutztes Wirtschaftssystem gewesen“, erklärte Scharfenberger. Und dieses Potenzial haben sie noch immer. Sie können nicht nur Obst und Fruchtsaft, Energieholz und Pellets, Viehfutter und Honig liefern. Auch als Insektenweide und Biotop sind sie von erheblicher ökologischer und ökonomischer Bedeutung. Wo Bienen weder Nahrung noch Lebensraum finden, fehlen sie nicht zuletzt der Landwirtschaft als „kostenlose“ Bestäuber. Für die Landwirtschaft würde dies zu erheblichen Ertragseinbußen führen. Der eigentliche Wert arten- und strukturreicher Streuobstwiesen lässt sich deshalb mit Geld kaum ausdrücken. Wer sich zudem mit der Geschichte der Streuobstwiesen beschäftigt, kann viel lernen - über unsere Kulturlandschaft, unsere heimische Küche und nachhaltige Landnutzung. Denn was auf Streuobstwiesen über eine lange Zeit gelungen ist, nämlich Ökologie und Ökonomie zu vereinen und gleichzeitig ein attraktives Landschaftselement mit großem Erholungswert zu schaffen, entspricht auch heute noch immer ganz den Zielen nachhaltiger Entwicklung. Streuobstwiesen sind wie ein Klassenzimmer im Freien – ideal um jungen Menschen aus der Stadt näher zu bringen, wie Nahrungsmittel nachhaltig erzeugt werden können und Landwirtschaft dauerhaft funktionieren kann, ohne die Ressourcen zu überlasten. Aus diesen Gründen wirbt Scharfenberger dafür, die Süddeutschen Streuobstlandschaften zum Weltkulturerbe zu erklären – um sie für künftige Generationen zu bewahren. Und wo könnte ein Picknick überhaupt schöner sein, als unter einem blühenden Apfelbaum?


 


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