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  Zukunftsfähiges NT
 
Plädoyer für soziale Wärme - 15.7.2016
Der Pädagoge Henning Köhler sprach in der Vortragsreihe "Forum zukunftsfähige Stadt - Nürtingen"

 

(forumNT) Was wird unseren Kinder unseren Kindern im Pisa-Zeitalter nicht alles abverlangt: Sie sollen objektivierbares und verwertbares Wissen in sich anhäufen. Moderne digitale Technik soll sie dabei unterstützen. Henning Köhler vom in Nürtingen ansässigen Janusz-Korczak-Institut machte kürzlich bei seinem Vortrag „Gelingendes Aufwachsen“ vor rund 90 Zuhörern im Innenhof der Alten Seegrasspinnerei die Gegenrechnung auf:

Die grassierende Optimierung von Kindern führe bei diesen zu mehr psychischen Problemen, was sich unter anderem im signifikant erhöhten Verbrauch von Psychopharmaka zeige. Dieser sei allerdings auch ein Ausdruck davon, dass man heutzutage verstärkt auf pharmakologische als auf kommunikative Lösungen setze.

Köhler machte sich dafür stark, Kinder anders zu fördern: Zunächst ginge es darum, in deren aus sich selbst kommenden Entwicklung zu vertrauen. Denn Kinder lernten die wichtigen Dinge des Lebens durch kreative Nachahmung gewissermaßen von selbst. Was sie von den Erwachsenen vor allem bräuchten, sei, dass diese sich den Kindern in positiver Weise kommunikativ zuwenden. Diese schaffe eine Atmosphäre der sozialen Wärme, welche für ein gelingendes Aufwachsen unabdingbar sei. Forschungen hätten, so Köhler, überdies gezeigt, dass Kinder in einem solchen Klima auch besser lernen würden. Ohne jegliche kommunikative Zuwendung könnten Kinder dagegen nicht einmal überleben.

Am Ende seines Vortrags benannte Köhler vier Säulen, auf denen ein gelingendes aufwachsen der Kinder ruht: Erstens sei ein positives Körperbewusstsein zu fördern, wobei auch der Bezug zur Natur eine große Rolle spiele. Zweitens sollte die Kinder Vertrauen in ihr soziales Umfeld gewinnen, was stark mit der gelebten Kommunikation zusammenhinge. Drittens gelte es, dass die Kinder Vertrauen zu ihrer eigene Gestaltungskraft hätten (Stichwort: Selbstwirksamkeit). Viertens schließlich resultiere aus den genannten drei Aspekten ein Vertrauen in die Zukunft, welches unabdingbar für ein gelingendes Aufwachsen sei.

In seiner Einführung stellte Pit Lohse, Geschäftsführer des Trägervereins Freies Kinderhaus, das Netzwerk der präventiven Kinder- und Jugendarbeit vor. Aus dieser ist unter anderem die Gruppe „Gelingendes Aufwachsen in Nürtingen“ hervorgegangen, die den Vortrag mit Henning Köhler initiiert hat. Das gesamte Netzwerk habe das Ziel, die Stadt so aufzustellen, dass ihren Kindern ein gelingendes Aufwachsen ermöglicht würde. Dazu seien über die Schulen hinaus, in denen zurzeit allzu viel konzentriert würde, auch außerschulische Einrichtungen wie die diversen Jugendhäuser, die Kinder-Kultur-Werkstatt und die Jugendkunstschule nötig. Aber auch gänzlich informelle Erfahrungsräume seinen für Kinder unabdingbar. In diesem Zusammenhang zitierte Lohse eine afrikanische Weisheit, wonach ein ganzes Dorf (respektive Stadt) nötig sei, um ein Kind zu erziehen.

Interessenten an der Netzwerkgruppe „Gelingendes Aufwachsen in Nürtingen“ können sich wenden an: thomas.oser[ät]t-online.de.

 


 


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