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  Zukunftsfähiges NT
 
Hunger und Klimawandel lassen sich nur zugleich bewältigen - 28.12.2016
Nürtinger Bürger engagieren sich für Regenwälder und Menschenrechte

 

(forumNT) Mit einer Spendenaktion und neuen Ideen möchten Nürtinger Bürger Regenwälder schützen und zugleich Ureinwohner und Kleinbauern unterstützen. Auf diese Weise möchten sie dem Klimawandel und mehreren Ursachen von Hunger und Armut entgegenwirken. Denn davon, dass sich diese Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen lassen, sind die Nürtinger Ehrenamtlichen überzeugt.

Mehr als sieben Milliarden Menschen müssen heute ernährt werden, bis 2050 könnte die Weltbevölkerung auf neun oder zehn Milliarden Menschen anwachsen. Land gibt es dafür eigentlich mehr als genug. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) könnten heute schon rund 13 Milliarden Menschen mit ausreichend Nahrung versorgt werden. Doch das Land und die auf ihm erzeugten Nahrungsmittel sind sehr ungleich verteilt.

Während in Deutschland mehr Nahrung zur Verfügung steht, als benötigt wird, leiden weltweit mehr als 800 Millionen Menschen unter Hunger. Dabei ist der Zugang zu Nahrung ein Menschenrecht. In Deutschland gibt es Nahrung im Überfluss, denn Deutschland importiert alleine eine Fläche von rund 5,5 Millionen Hektar für Ernährungsgüter – netto. Diese Fläche könnte ausreichen, um weit über 30 Millionen Menschen zu ernähren. Doch Deutschland bräuchte diese Importe gar nicht. Die inländische Fläche wäre groß genug, um die Bevölkerung Deutschlands ohne Importe zu ernähren und sogar noch einen gewissen Anbau nachwachsender Rohstoffe zu ermöglichen.

Der anhaltend hohe Flächenverbrauch, Überernährung, ein sehr hoher Fleischkonsum und die Verschwendung von Lebensmitteln führen aber dazu, dass Deutschland zunehmend auf den Import von Nahrungs- und Futtermitteln angewiesen ist.

Würde jeder Mensch so viel Fläche in Anspruch nehmen, wie die Deutschen insgesamt pro Person nutzen, so bräuchte man mehr als zwei Erden, um alle Menschen zu versorgen. Das hat zur Folge, dass Nahrungsmittel auch aus Ländern nach Deutschland importiert werden, die ihr Ackerland eigentlich für die Ernährung ihrer eigenen Bevölkerung bräuchten. Im schlechtesten Fall führt die unnötige Verknappung der Anbauflächen dort sogar zu sogenanntem Land Grabbing: In aller Welt verlieren immer mehr Kleinbauern den harten Wettbewerb um Ackerland. Die betroffene einheimische Bevölkerung muss dann nicht nur mit weniger Land für ihre Ernährung auskommen.

Auch die Folgen des Klimawandels treffen vor allem die armen Länder besonders hart, weil sie nicht über ausreichende Reserven verfügen. Das pazifische Klimaphänomen El Niño hat schon im Jahr 2016 wieder eine schwere Dürre nach Afrika gebracht. Solche Situationen können mit dem Klimawandel in Zukunft häufiger oder verstärkt eintreten. Hungerkatastrophen und neue Fluchtbewegungen könnten wiederum die Folge sein.

Das Jahr 2016 wird wohl als das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen. Erstmals gab es global 16 Temperaturrekord-Monate in Folge. Wenn die globale Durchschnittstemperatur um zwei Grad steigt, könnte die Erwärmung in Afrika doppelt so hoch ausfallen und häufiger zu anhaltenden Dürren und hohen Ernteverlusten führen. Die Folgen für die Landwirtschaft Afrikas würden sich unmittelbar auf die Beschäftigungsrate und das Leben der dortigen Bevölkerung auswirken.

Ähnliches droht auch großen Teilen Südamerikas, denn Regenwaldzerstörung und Klimawandel verschärfen sich auch dort gegenseitig. Wenn ein Hektar Regenwald gerodet wird, um darauf Nahrungs- oder Futtermittel für den Import nach Europa anzubauen, werden bis zu 700 Tonnen CO2 freigesetzt. Dies entspricht dem durchschnittlichen Treibhausgasausstoß eines ganzen Jahres von bis zu 64 Deutschen. Dabei ist ein Hektar nur etwas größer als ein Fußballfeld. Insgesamt verursacht die Zerstörung von Wäldern rund 13 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Aktuell leiden Teile Brasiliens schon unter einer ungewöhnlichen Trockenheit.

Doch wie lässt sich dieser Kreislauf von Verschwendung, Landraub, Waldzerstörung und Klimawandel durchbrechen? Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Das beste Mittel wäre, die Lebensmittelverschwendung zu minimieren und den Fleischverbrauch wenigstens auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Damit könnten das Klima geschützt und zugleich die Hauptursachen für Landknappheit beseitigt werden. Denn heute konsumieren wir etwa doppelt so viel Fleisch, wie für uns laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gesund wäre, und werfen immer noch große Mengen von wertvollen Lebensmitteln einfach ungenutzt in den Abfall.

Tipps dazu, wie sich Lebensmittelverschwendung vermeiden lässt, gibt es im Internet, beispielsweise unter www.zugutfuerdietonne.de oder unter www.tastethewaste.com.

Besonders sinnvoll wäre es außerdem, den Flächenverbrauch in Deutschland zu minimieren. Jeden Tag werden in Deutschland 80 Hektar (rund 110 Fußballfelder) verbaut, wobei meistens wertvolles Ackerland betroffen ist. Dies ist umso bedenklicher, da als Ersatz für einen Hektar inländischer Ackerfläche rund zwei Hektar aus dem Ausland importiert werden müssten.

Die BUND-Ortsgruppe Nürtingen freut sich deshalb über neue Ideen und Vorschläge, wie wir in Nürtingen gemeinsam den Flächenbedarf verringern können. Das Forum Zukunftsfähiges Nürtingen freut sich über interessierte Mitbürger, die z. B. die Idee einer Solidarischen Landwirtschaft unterstützen oder sich zum Aufbau einer neuen Lebensmittelretter-Gruppe in Nürtingen zusammenfinden möchten. Amnesty International setzt sich immer wieder auch für die Rechte von Kleinbauern ein. Wer dies unterstützen möchte, könnte das durch Mitarbeit in der Nürtinger Amnesty-Gruppe tun.

Eine gute Möglichkeit, ganz unmittelbar etwas gegen Land Grabbing, Regenwaldrodung und Klimawandel zu tun, bietet der Verein Rettet den Regenwald e. V. an. Mit einer Spende von 10 Euro können in Peru rund 200 m² Regenwald gekauft und vor der Rodung bewahrt werden.

„Ziel des Regenwaldkaufes ist es in erster Linie, ein Zeichen zu setzen und die Einwohner bei ihrem Kampf für den Erhalt ihres Regenwaldes zu unterstützen. Denn ausländische Investoren kaufen in dem Gebiet große Regenwaldflächen, um sie zu roden und in Industrieplantagen für Kakao und Palmöl umzuwandeln. Wir wollen den Besitzern, die sonst an die Plantagenbetreiber verkaufen würden oder müssten, eine Alternative anbieten. Zurzeit (Stand: August 2016) wurden konkret 14 Grundstücke mit einer Fläche von rund 205 Hektar Land gekauft. Bis zum Ende des Jahres kommen noch einmal rund 100 Hektar hinzu, “ erklärt der Verein.

Das Forum Zukunftsfähiges Nürtingen und die Nürtinger Ortsgruppen von BUND und Amnesty International wünschen sich, dass auch die Nürtinger etwas spenden und so einen Beitrag zu diesem Projekt leisten. Die Nürtinger Ehrenamtlichen hoffen, dass so wenigstens 1.000 Euro für den Regenwaldschutz aus Nürtingen gespendet werden können. Rettet den Regenwald e. V. wird dann im Frühjahr auf einer Urkunde feststellen, wie viele Quadratmeter Regenwald die Nürtinger Bürger mit ihren Spenden geschützt haben. Wichtig ist dafür die Angabe des Verwendungszwecks auf der Überweisung: Regenwaldkauf Peru – Nürtingen.

Spendenkonto:
Rettet den Regenwald e. V.
GLS Bank.
IBAN: DE11430609672025054100.
BIC: GENODEM1GLS

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite von Rettet den Regenwald:
https://www.regenwald.org/spende/146/regenwald-schutz-in-peru

Kontakte in Nürtingen:
Amnesty International: www.amnesty-nuertingen.de
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) : www.bund-nuertingen.de
Forum Zukunftsfähiges Nürtingen

Informationstipps:
Internet: www.2000m2.eu
Film: Landraub – Die globale Jagd nach Ackerland (von Kurt Langbein), in der Stadtbücherei ausleihbar
Literatur: Bodenrausch (von Wilfried Bommert), Harte Kost (von Valentin Thurn und Stefan Kreutzberger), in der Stadtbücherei ausleihbar

 

 


 


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