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  Zukunftsfähiges NT
 
Vom Vorschein eines besseren Lebens - 24.10.2017
Die 25. Auflage des Café denk.art am Sonntag drehte sich um Utopia

 

(forumNT) Wie vielfältig sich die Sehnsucht der Menschen nach einem besseren Leben, ja nach einem Idealzustand geradezu, im Laufe der Geschichte ausdrückte, davon vermittelte Andreas Mayer-Brennenstuhl am vergangenen Sonntag im 25. Café denk.art in der Alten Seegrasspinnerei einen anschaulichen Eindruck: 501 Jahre nach dem Erscheinen von Thomas Morus‘ Roman „Utopia“ führte er mit Text und Bildern in das Thema ein.

Dabei machte er deutlich, dass utopisches Denken allen Unkenrufen zum Trotz immer noch aktuell ist und auch nottut. Allerdings müsse man, so Mayer-Brennenstuhl, nach den Erfahrungen des zwanzigsten Jahrhunderts, als zwei totalitäre Ideologien eine bessere Welt versprochen hätten, mit dem Begriff „Utopie“ vorsichtig und verantwortungsvoll umgehen.

Seiner Meinung nach gründet das Utopische im Möglichkeitssinn des Menschen: Dieser gilt ja bekanntlich als das „nicht festgestellte Wesen“, das sich selbst und die Welt immer wieder auch anders vorstellen kann. Utopie bedeutet übersetzt so viel wie der Nicht-Ort, der auch als der gute Ort verstanden werden kann. Entgegengesetzt ist die Utopie der Dystopie, dem katastrophischen Ort, der nicht zuletzt in den zahlreichen Endzeitfilmen ausgemalt wird.

Die Bilder, die der Referent zeigte, machten deutlich, dass die Menschen ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem Idealzustand gehabt haben: In manchen feierte das Hierarchische einen fröhlichen Urstand, andere setzten fast ausschließlich auf technische Lösungen. Mayer-Brenenstuhl interessierte sich dagegen vor allem für solche Modelle, in denen das solidarische und freundschaftliche  Miteinander im Zentrum stehen.

Dies korrespondierte auch mit den Ansichten der fast fünfzig Gäste: Diese wurden zu Beginn eingeladen, auf kleine Zettel zu schreiben, was für sie eine Utopie ausmache. Katharina Roth nahm die Antworten in eine künstlerische Grafik auf. Nach der Pause stellte sie ihr Werk vor: In der Mitte fand sich eine visuelle Darstellung des Mitgefühls.

Sinn dieser Übung war es, denn Gästen vor Augen zu führen, dass Utopien nicht an einem fernen Ort, gar einer abgelegenen Insel, liegen, sondern in jedem selbst und in seinem unmittelbaren Umfeld. Auch trete die „Insel Utopia“ nicht irgendwann in einer fernen Zukunft hervor, sondern steige – mit Ernst Bloch gesprochen -  auf, indem man hinfahre.

Wie wichtig es sei, das utopische Potential in sich wach zu halten, mache, so Mayer-Brennenstuhl, die allgegenwärtige Rede von der Alternativlosigkeit der Verhältnisse deutlich. Zudem habe der Kapitalismus die Fähigkeit, alles Utopische in sich aufzusaugen und sich anzuverwandeln. Deshalb hätten manche Philosophen schon davon gesprochen, dass das utopische Denken in unserer Zeit am Versiegen sei.

Mayer-Brennenstuhl brach dagegen eine Lanze für die Hoffnung. Zwar sei es wahrscheinlich, dass das gegenwärtige System sich alsbald ins Chaos auflösen würde, doch gleichzeitig würden derzeit schon viele kreative und zukunftsfähige Alternativen entwickelt. Diese machten Hoffnung, dass einst der Zustand des Chaos in eine neue, in eine konkret utopische Form überführen werden könne.

Im nächsten Café denk.art am 26. November wird Thomas Oser um 11 Uhr in der Alten Seegrasspinnerei die „Unruhe der Welt“ zum Thema haben und damit einen Beitrag zu den diesjährigen Stillen Tage leisten: Diese stehen unter dem Titel "Verweilen und Augenblick".

 

 


 


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