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  Zukunftsfähiges NT
 
Vom Verbundensein mit der Natur - 21.6.2018
Im Café denk.art ging es um den Zusammenhang von Ökologie und gutem Leben

 

(forumNT) Wenn von Ökologie die Rede ist, sieht man auf der einen Seite schnell einen erhobenen Zeigefinger, auf der anderen empfindet man dies als eine lästige Spaßbremse. Am vergangenen Sonntag im Café denk.art in der Alten Seegrasspinnerei versuchte Thomas Oser zu zeigen, dass ökologisches Bewusstsein durchaus mit einem guten Leben Hand in Hand gehen kann.

Oser unterschied zunächst ein gutes von einem gelingenden Leben: Während letzteres vielfach in einschlägigen Glücksratgebern Thema sei, weil es meist nur individualistisch und nicht politisch betrachtet würde, beziehe die Rede vom guten Leben immer die Verantwortung gegenüber anderen Menschen und die Natur mit ein.

Dass nun aber diese Verantwortung – so Oser – nicht als erzwungen, sondern als frei erlebt wird, hänge vom jeweiligen Menschenbild ab: Sähe man nämlich den einzelnen Menschen nur als ein von allem abgetrenntes Individuum, dann würde die ökologische Verantwortung als zusätzliche Last erlebt, die einem in seinem Lebensglück  beeinträchtigt.  Die anderen Menschen erscheinen dann nur als Konkurrenten, die einem etwas wegnehmen wollen, und die Natur als Ressource, die es möglichst effektiv auszubeuten gelte.

Diese Sicht auf den einzelnen Menschen sei seit der Neuzeit vorherrschend. Parallel dazu habe sich – so zuletzt bei Hartmut Rosa in seinem Buch „Resonanz“ – das Bild einer Allverbundenheit entwickelt, von der das menschliche Individuum ein wesentlicher Teil sei. Zum einzelnen Menschen gehöre dann wesensmäßig die Beziehung zu anderen Menschen und zur Natur.

Oser rekurrierte hier auch auf das Konzept des „buen vivir“ (gut leben), das in einigen südamerikanischen Ländern sogar Verfassungsrang hat und vor allem in den indigen Kulturen präsent sei. Zu einem guten Leben  gehöre demnach, dass die menschlichen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnen und Bildung bedingungslos erfüllt würden. Außerdem solle das Verhältnis zu anderen Menschen solidarisch sein und  „Mutter Erde“ würde durch Rechte vor Raubbau geschützt.

Folgt man dieser Alternative zur neuzeitlichen Sichtweise, so zeigt sich Oser zufolge, dass die ökologische Krise im Grunde eine Beziehungskrise ist. Und weiter: Ist hingegen die Beziehung zur Natur intakt, so werde ökologisches Bewusstsein und Handeln nicht als Beeinträchtigung erlebt, sondern als Bereicherung des eigenen Lebens.

Darüber tauschten sich die rund vierzig denk.art-Besucher nach der Pause in kleinen Gruppen an den Tischen aus. Es wurde bemerkt, dass es vor allem zwei Felder gäbe, auf denen das Verbundensein konkret erlebt werden könne: die Kunst und die Liebe.

Aktive der Projektgruppe „Solarstadt Nürtingen“ gaben zu Bedenken, dass der Einzelne damit überfordert sei, sich ökologisch verantwortlich zu verhalten. Deswegen gehe es darum, die politischen Rahmenbedingungen so zu ändern, damit ein ökologisches Handeln generell begünstigt würde.

Dieses denk.art-Café war Teil des VHS-Schwerpunktes „Das gute Leben“ und insofern eine Vorbereitung auf dessen Abschlussveranstaltung mit Harald Welzer, der auf Einladung der VHS und dem Forum zukunftsfähiges Nürtingen am 28. Juni in der Stadthalle 3KN darüber sprechen wird, wie Wohlstand ohne zwanghaftes wirtschaftliches Wachstum möglich ist.

Fotos: Charlott Amsberg

 

 


 


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