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Containerkonferenz: Arbeiten in Deutschland - 11.7.2016

  (pm) Bereits zum vierten Mal versammelten sich  kürzlich Interessierte aus den Nürtinger Flüchtlingsunterkünften sowie Ehrenamtliche zur "Containerkonferenz". Ziel der Veranstaltungsreihe der "Akademie International" beim Trägerverein Freies Kinderhaus ist es, Wissen zu vermitteln, Mitsprachemöglichkeiten zu eröffnen und kulturelle Grenzen gemeinsam zu überwinden.

Auch die Konferenz, diesmal zum Thema „Arbeit“, war wieder gut besucht. Über 40 Teilnehmer, die sich rund um die Dolmetscher in sogenannten "Sprachinseln" gruppierten, informierten sich über mögliche Zugänge zum Arbeitsmarkt.

Da die arbeitsrechtlichen Regelungen in Deutschland bereits für Einheimische schwer zu erfassen sind, wurden die Grundlagen in einem einführenden Vortrag von Manuel Thumm (DAA) anschaulich erläutert. Für Flüchtlinge zentral sind der eigene Aufenthaltsstatus und die damit verbundenen, zum Teil stark eingeschränkten Möglichkeiten zur Aufnahme eines Praktikums,  Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses.

Da der Großteil der Anwesenden nicht unbedingt mit einer Gestattung, also regulären Aufenthaltserlaubnis rechnen kann, wurde der Fokus auf die ersten Schritte in den Arbeitsmarkt gelegt. Hier bieten sich, je nach Sprachniveau und Länge der Aufenthaltsdauer durchaus Möglichkeiten. Diese setzen aber ein starkes eigenes Engagement voraus und sind jeweils von der Zustimmung der Agentur für Arbeit und des Ausländeramtes abhängig.

Die Zuständigkeiten und Funktionen der beiden Ämter sorgten ebenso für Klärungsbedarf wie viele deutsche Begrifflichkeiten wie "Einstiegsqualifikation" oder "Vorrangprüfung". Ebenfalls unbekannt in vielen Ländern ist das Konzept der Leiharbeit. Manuel Thumm erläuterte fachkundig die Zusammenhänge und beantwortete, unterstützt von Moderator Frieder Rieger und den Dolmetschern der Stadt Nürtingen, geduldig alle Nachfragen.

Auch Anlaufstationen wurden genannt, zum Beispiel zur Unterstützung bei Bewerbungen,  oder zur allgemeinen Arbeitssuche. Am hilfreichsten scheint jedoch die Kontaktsuche zu Einheimischen zu sein, da viele Stellen nicht unbedingt öffentlich ausgeschrieben werden. Mögliche Gefahren können so ebenfalls besser erkannt und besprochen werden.   

Monzer Haider aus Syrien richtete sich zum Abschluss mit seiner eigenen Geschichte an die Zuhörer und forderte sie auf, den Mut nicht zu verlieren. Nach der Flucht aus Aleppo musste der ehemalige Jurastudent sich völlig neu orientieren und arbeitete in Deutschland zunächst als Erntehelfer. Nach weiteren Stationen konnte er inzwischen erneut ein Studium an der Universität Tübingen aufnehmen. Sein wichtigster Ratschlag an die Teilnehmenden: "Lernt die Sprache, sonst werdet Ihr immer ausgebeutet!"  
  
Die Themensetzung erfolgt auf Wunsch der Gäste, die nächsten Containerkonferenzen werden sich daher mit den Themen "Diskriminierung" und "Integration" auseinandersetzen.   



 


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