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Die Türkei und die Demokratie - 24.11.2016
Der Syrer Monzer Haider referierte in der Reihe "Akademie International Präsentationen"

 

(to) Die politische Situation in der Türkei ist zurzeit in den Medien ein allgegenwärtiges Thema. Etwas Besonderes ist es allerdings, wenn ein junger Wissenschaftler aus dem Nachbarstaat Syrien einen Blick auf das Land am Bosporus wirft. Dies unternahm kürzlich in der Alten Seegrasspinnerei Monzer Haider, der 2012 aus seiner Heimatstadt Aleppo geflüchtet ist und heute in Tübingen Politik- und Islamwissenschaft studiert.

Seinen Vortrag mit dem Titel „Die Türkei und die Demokratie“ hielt er vor gut 30 Zuhörern im Rahmen der Reihe  „Akademie International Präsentationen“, welche zusammen von der Nürtinger Akademie International und der Volkshochschule veranstaltet wird. Sie hat das Ziel, geflüchteten Wissenschaftlern eine Plattform zu bieten, ihre Forschungsergebnisse der Nürtinger Öffentlichkeit zu präsentieren.

Haider zeichnete ein umfassendes und überaus differenziertes Bild von der Türkei – beginnend mit dem politischen Aufstieg Atatürks während des Ersten Weltkriegs und der Republikgründung durch denselben im Jahr 1923 bis zu den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Erdogan und der Gülen-Bewegung. Haider machte deutlich, dass Erdogan zurzeit die Verwestlichung der Türkei, welche Atatürk in seinem Land mit zum Teil drastischen Mitteln durchgesetzt hat, ein Stück weit durch seine islamisch orientierte Politik rückgängig macht.

Dies sei aber nicht von Anfang an die Absicht der türkischen Regierungspartei AKP gewesen. Vielmehr habe diese zunächst unter dem Namen „Null-Problem-Politik“ eine Strategie verfolgt, die sowohl eine größere Nähe zur EU als auch eine mäßigende und vermittelnde Rolle der Türkei im Nahen Osten zum Ziel hatte. Erdogan hat, Haider zufolge, unter anderem erst dann nicht mehr auf diese zweifache Option gesetzt, als die Beitrittsverhandlungen mit der EU ins Stocken geraten sind und im Nahen Osten islamische Bewegungen Aufwind bekamen.

Haider stellte insbesondere die aktuellen Beziehungen der Türkei zu Syrien sehr differenziert dar, was aufgrund der komplexen Interessenlagen in den beiden Ländern auch geboten war. Knackpunkt hierbei sei, so Haider, dass Erdogan in Syrien auf jeden Fall eine autonome kurdische Provinz verhindern wolle. Deshalb riskiere die Türkei auch einen Interessenkonflikt mit seinen NATO-Partnern, die die Kurden in ihrem Kampf gegen den IS unterstützten.

Haiders These war im Weiteren, dass die islamisch geprägte Politik Erdogans in der Türkei selbst auf Widerstände stoße, was sich unter anderem bei den Gazi-Protesten gezeigt habe. Diese habe Erdogan mit großer Härte bekämpft. Zusätzlich habe er durch die Verfolgung von regierungskritischen Journalisten die Demokratie in seinem Land stark beeinträchtigt.

Am Ende seines Vortrags plädierte Haider dafür, dass die Türkei wieder zu ihrer „Null-Problem-Politik“ zurückkehren und im Gegenzug die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wieder beschleunigen solle.

 

 

 


 


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