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Angebote für traumatisierte Flüchtlinge weiter dringend nötig - 13.12.2019
Pressemitteilung des Trägervereins Freies Kinderhaus und von refugio stuttgart

  (pm) Das in der Seegrasspinnerei Nürtingen angesiedelte "Psychosoziale Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge (pntf)" zieht nach drei Jahren eine positive Bilanz. Viele Klientinnen und Klienten haben seit Beginn der Kooperation im September 2016 Beratung und verschiedene therapeutische Hilfen erhalten.

Das Pilotprojekt der regionalen Sprechstunde von refugio stuttgart e.v. in Nürtingen kommt Ende des Jahres zum Abschluss. Das pntf soll ausgeweitet werden, um die Versorgung traumatisierter Geflüchteter weiter zu verbessern.
Extreme Gewalt durch Menschenhand erschüttert das lebensnotwendige Vertrauen einer hohen Zahl von Geflüchteten in die Menschen und in die Welt zutiefst. Rasche Erkennung und therapeutische Hilfestellung sind notwendig, um eine Chronifizierung der seelischen Verletzungen zu verhindern und Integration zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund gründeten der überregional tätige Verein refugio stuttgart e.v. und der Trägerverein Freies Kinderhaus e.V. im September 2016 gemeinsam das pntf. Drei Jahre lang war refugio stuttgart an einem Tag der Woche mit traumaspezifisch ausgebildetem Personal vor Ort präsent und ergänzte somit das vom Trägerverein gemachte niedrigschwellige Angebot.

"Die Sprechstunde diente dazu, die psychische Verfassung und die psychosoziale Situation der Geflüchteten genau in den Blick zu nehmen und dann in Einzelberatung oder therapeutische Angebote zu vermitteln", so Ulrike Schneck, Fachliche Leitung bei refugio stuttgart e.v.. Dabei profitierten die Geflüchteten insbesondere vom Angebot des Trägervereins.

Der Trägerverein plant auch für das Jahr 2020, psychosoziale Beratungen für Einzelpersonen, Eltern, (unbegleitete) Jugendliche und Kinder  sowie therapeutische Gruppenangebote anzubieten. Eigene, vom Trägerverein initiierte soziale Projekte bieten geflüchteten Menschen auch eine angleitete, ressourcenorientierte Stärkung und Stabilisierung an.

"Die Finanzierung des Angebots steht auf sehr wackligen Füßen, da unklar ist, wie lange der Bund noch Gelder für diese Art von Angeboten für traumatisierte Geflüchtete bereit stellt. Umso wichtiger ist es für uns, weitere Akteure für die Zusammenarbeit im psychosozialen Netwerk zu gewinnen, die traumatisierte Geflüchtete in eine bessere Zukunft begleiten wollen", so Pit Lohse, Geschäftsführer des Trägervereins.
Die Vermittlung in die psychiatrische Versorgung des Regelsystems oder an niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erweist sich weiterhin als schwierig.

"Eine positive Entwicklung ist, dass inzwischen auch die Psychologischen Beratungsstellen ein spezielles Beratungsangebot für Geflüchtete aufgebaut haben", so Schneck weiter. "Doch auch hier sind die Kapazitäten begrenzt, so dass die Nachfrage nach Angeboten des pntf weiterhin sehr hoch ist."
 
Der Verein refugio stuttgart e.v. wird deshalb auch nach Beendigung des Pilotprojekts Erstgespräche und weiterführende Angebote anbieten, allerdings müssen die Klientinnen und Klienten hierfür in Zukunft nach Stuttgart oder Tübingen fahren.

Der Sozialausschuss des Landkreises hat bereits am 28. November eine finanzielle Förderung der Arbeit von refugio stuttgart e.v. im Jahr 2020 befürwortet. Der Landkreis hatte refugio stuttgart e.v. in den Jahren 2018 und 2019 mit Qualifizierungsmaßnahmen für das Regelsystem und mit der Durchführung einer telefonischen Fachberatung für den Landkreis Esslingen beauftragt. Diese war ebenfalls in der Seegrasspinnerei angesiedelt und endet zum Ende des Jahres. Ratsuchende können sich in Zukunft an die Hauptstelle von refugio stuttgarte.v. in Stuttgart oder an die Regionalstelle in Tübingen wenden.

Die „Psychosoziale Beratung in der Seegrasspinnerei“ bietet Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung auch weiterhin vor Ort unmittelbar und kurzfristig psychosoziale Unterstützung an. Nach Abklärung der Bedarfe kann entweder eine Einzelberatung erfolgen oder eine Weitervermittlung in die therapeutische oder psychiatrische Versorgung.


Kontakt:
Pit Lohse, Email: pit.lohse@tvfk.de
Ulrike Schneck, Tel: 01573-5515125, Email: u.schneck@refugio-stuttgart.de




 


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