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Arbeitskreis Asyl (AK Asyl) Nürtingen feiert sein 20jähriges Bestehen - 21.9.2006

  (mw)

Am Samstag, den 21. Oktober, feiert der Nürtinger AK Asyl in der Mörikehalle ab 18.30 Uhr sein 20jähriges Jubiläum, für uns ein willkommener Grund bei Ragini Wahl, langjähriges Mitglied im AK Asyl Nürtingen und evangelische Kirchenbezirksbeauftragte für Asylfragen,  Ziele, Selbstverständnis, Werdegang und Tätigkeiten des Arbeitskreises nachzufragen.

Von ihr erfuhren wir, dass der AK Asyl eine Bürgerinitiative, bestehend aus Haupt- und Ehrenamtlichen ist, die sich monatlich in den Räumen des Sozialen Dienstes der Stadt Nürtingen (Bahnhofstraße 2, über dem AKL) treffen. Im Mittelpunkt sieht der AK Asyl immer den einzelnen Menschen. Dem Flüchtling will er „eine Stimme geben im Meinungskonzert“, ihn im Einzelfall beraten und begleiten, z.B. im Asylverfahren, und ihm Hilfe zur Selbsthilfe liefern. Auch Begegnungen mit Einheimischen sollen geschaffen werden.

Ein kurzer Rückblick soll wichtige Eckpunkte der letzten 20 Jahre aufzeigen.
Im Jahr 1986 haben in Nürtingen ungefähr 50 Asylbewerber gelebt. Im selben Jahr gründete sich der AK Asyl Nürtingen, auf dessen Mitinitiative hin ist damals über den DRK, Kreisverband Nürtingen, der erste Sozialarbeiter für Flüchtlinge eingestellt worden. Die Finanzierung übernahm die Stadt.
1989 waren in Nürtingen Flüchtlinge aus 17 Ländern zu verzeichnen. Der AK Asyl begann, Veranstaltungen mit Informationen über die Situation der Flüchtlinge und mit Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen zu organisieren.
1990 waren 180 Flüchtlinge in Nürtingen, die in 21 dezentralen Asylunterkünften untergebracht waren. Der AK Asyl brachte einen Rundbrief als Brücke zwischen Aktiven, Spendern und sonstigen Interessierten heraus, der heute noch besteht.
1992 sahen Stadtverwaltung und Gemeinderat von einer „Container-Lösung“ zur weiteren Unterbringung von Flüchtlingen ab, es blieb bei der dezentralen Unterbringung in kleinen Wohneinheiten. Themenabende und Pressearbeit des AK Asyl fanden kontinuierlich statt, seit 1993 liegt 13 Jahre in Folge die Situation in der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaire) im Blickpunkt, aber auch über weitere Krisengebiete informierte der AK seitdem.
Im Jahr 2001 richtete die Stadt auf Anregung des AK Asyl und mit Unterstützung der AWO (Arbeiterwohlfahrt) einen „Runden Tisch für Asylbewerber“ ein. In den letzten Jahren erweiterte der AK seinen Themenkreis um die Bereiche „Integration/Muslime/Islam“.
Der neue OB Heirich besuchte 2004 auf Anregung des AK Asyl die Asylunterkünfte der Stadt.

Auch heute besteht die Begleitung eines Flüchtlings hauptsächlich darin, Post zu übersetzen, Vermittler zu sein zum Anwalt, auch finanzielle Unterstützung zu leisten. Dabei wird einberechnet, was der Flüchtling selbst beisteuern kann. Auch im psychosozialen und gesundheitlichen Bereich bietet der AK Unterstützung, sei es ganz konkret bei Arztbesuchen, oder einer Foltertherapie, die in Ulm oder Stuttgart angeboten werden. Es gibt auch seit 2001 die Gruppe, „Karibuni“, eine Initiative von AKL (Arbeitskreis Leben) und AK Asyl. Karibuni-Krisenbegleiter betreuen Jugendliche, Erwachsene oder Familien von Migranten in Krisensituationen, und treffen sich zum Austausch.

Vermitteln und vernetzen sind wichtige Ziele des AK Asyl. So werden z.B. Sprachkurse vermittelt, oder Ferienplätze im Fela der Versöhnungskirche, auch hier finanzieren Flüchtliche anteilig mit.

„Flüchtlinge gehören in die Stadt und nicht an den Rand!“. Getreu dieses Mottos hält der AK Kontakt zu Stadtvertretern, nach dem Prinzip der kurzen Wege. In Kooperation mit anderen Gruppen (VHS, kirchliche Gruppen, Erwachsenenbildung, Friedenswochen) finden Veranstaltungen statt – Veranstaltungen, die Missstände aufzeigen, die dem Informationsaustausch dienen oder Begegnungen fördern. Auch dies kommt in der Jubiläumsveranstaltung zum Ausdruck – so gibt es ein internationales Buffet, afrikanische und brasilianische Klänge und einen Sketch der Gruppe „Frauen aus aller Welt“, der eine Begebenheit aus einem Sprachkurs zu Grundlage hat – heißt es jetzt in der deutschen Sprache „die Frau“ oder „der Frau“?


 


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