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Nürtingerin Aysel Kiliç prägte als muslimische Laiendarstellerin den Filmtitel „Hochburg der Sünden“ - 5.11.2008
SWR-Film beim Internationalen Filmfestival als bester deutscher Dokumentarfilm mit der „Goldenen Taube“ ausgezeichnet

 

(mw) Der SWR-Film  „Hochburg der Sünden“ von Filmakademie-Absolvent Thomas Lauterbach hat beim 51. Internationalen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm die „Goldene Taube“ der Deutschen Jury gewonnen. Bei der Preisverleihung am 1. November 2008 in Leipzig erhielt der Film aus der Reihe "Junger Dokumentarfilm" diesen Hauptpreis im Deutschen Wettbewerb.
Der Filmtitel „Hochburg der Sünden“ stammt von der Nürtingerin Aysel Kiliç (oben dritte von links). "Hochburg der Sünden" hat Aysel Kiliç das Theater genannt. Dieser Ausspruch wurde zum Filmtitel. Als muslimische Laiendarstellerin war die Nürtingerin bei einem außergewöhnlichen Experiment im Staatstheater Stuttgart dabei. Mit 16 muslimischen türkischstämmigen Frauen inszenierte Theaterregisseur Volker Lösch die Tragödie  „Medea“ von Euripides. "Denn Medea, das behauptet der Regisseur Lösch zumindest, kommt direkt aus unserer Mitte. Eine waschechte Schwabotürkin ist sie, eine Reigschmeckte, ... allerdings mit zweifelhafter Aufenthaltsberechtigung. Ein problembehaftetes, stummes, unterdrücktes Frauenirgendwas, hin- und hertorkelnd zwischen Assimilation, Kopftuchstreit, Koran und Zwangsehe" (Tomo Mirko Pavlovic).

Genau das ist auch das Hauptmotiv des Films, der gleichzeitig entstand, und in dem Aysel Kiliç die Hauptrolle spielt. Auch hier ist die Protagonistin eine gläubige Muslima namens Aysel. In der Inszenierung wird das bisherige Weltbild, das in der Tradition eines wohl behüteten Lebens als Hausfrau und Mutter in der „schwäbischen Provinz“ entstanden war, schon bald auf eine harte Probe gestellt, ja auf den Kopf gestellt. Ihre Lebensgeschichte prallt mit der Welt des Theaters zusammen. Aysel beginnt sich zu wehren, zu kämpfen: gegen Klischees, gegen die "Sittenlosigkeit" am Theater und nicht zuletzt auch gegen sich selbst. Die Jury in Leipzig begründet ihre Wahl: "Der Filmemacher nimmt spürbar teil an der Lebens- und Spielfreude, Selbstzweifeln und Ängsten und dem Mut, gemeinsam aufzubrechen. Die Hochburg der Sünden ist eine Hochburg des Films“. Der Film wurde produziert von Indi Film, Arek Gielnik und Sonia Otto, gefördert von der MFG, Redaktion Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR). Der Dokumentarfilm wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dialog der Religionen" am Samstag, dem 08. November 2008, ab 17:45 Uhr an der Filmakademie Baden-Württemberg gezeigt. Der Eintritt ist frei. Die Ausstrahlung im SWR ist für 2009 geplant.

Aysel Kiliç war zwar beim Filmfestival in Leipzig dabei. Vor dem Tag der Preisverleihung war sie aber wieder zurück gereist. Mit dem ersten Preis hatte sie nicht gerechnet.

Insgesamt wurden rund 300 Animations- und Dokumentarfilme aus mehr als 50 Ländern in verschiedenen Wettbewerbskategorien, Retrospektiven und Sonderreihen gezeigt. Knapp 80 Filme hatten sich um die Festivalpreise beworben. 

Foto: Sonja Rothweiler, www.staatstheater.stuttgart.de

Hochburg der Sünden
Regie: Thomas Lauterbach
Kamera: Gunther Merz
Schnitt: Dominique Geisler
Producer: Arek Gilniek, Dietmar Ratsch (INDI-Film)
Ton: Thomas Lauterbach
Redaktion: Gudrun Hanke-El Ghomri – SWR
Gefördert durch die MFG Filmförderung Baden-Württemberg


 


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