Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp
Foto der Woche

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Kommunalpolitik
 
Gestaltungskonzept Innenstadt diskutiert - 4.11.2011
Überlegungen gehen von den Belägen aus

  (th)

Am letzten Donnerstag im Oktober hatte die Stadtverwaltung die Nürtinger Bürgerinnen und Bürger in die Stadthalle eingeladen, um ihnen die Überlegungen des Büros Kölz zur Gestaltung der Innenstadt vorzustellen und ihre Anregungen aufzunehmen.

Der Technische Beigeordnete Andreas Erwerle begrüßte im großen Saal in Stellvertretung des frisch wiedergewählten Oberbürgermeisters Otmar Heirich und gab dann das Wort an die Vertreter des Büros Kölz auf dem Podium und der zuständige Bearbeiter Markus Schaible legte den aktuellen Stand der Untersuchung dar. Bereits im vergangenen Jahr haben er und seine MitarbeiterInnen sich über den im Auftrag vorgesehenen Innenstadtbereich zwischen Stadtkirche und Schillerplatz, Heiligkreuzstraße und Marktstraße hinaus mit den Randbedingungen innerhalb dem der Haupterschließung dienenden Ring aus Alleen-, Steinengraben-, Bahnhof-, Europa- und Mühlstraße befasst. Innerhalb dieses Bereiches dienen die inneren Erschließungsstraßen, die verkehrsberuhigten Bereiche und die Fußgängerbereiche den unterschiedlichen Verkehrsfunktionen. Als Störung dieser Funktionen wies Markus Schaible auf das oft wilde Parken im Bereich der Stadtkirche hin. Weitere Aspekte der Untersuchung waren das Thema Denkmalschutz, die Marktstandorte, die vielfältige Oberflächengestaltung der Verkehrsflächen und die verschiedenen Straßenlampentypen. Als Probleme in der Innenstadt bezeichnete Markus Schaible als erstes die Topographie des Stadthügels, sodann die verschiedenen Kfz-Querungen in der Fußgängerzone, unebene Oberflächen durch die Art der Pflasterung, oder durch Belagsschäden und den auffallenden Parksuchverkehr. So schlug er vor, die Fußgängerzone konsequent zu erweitern um die östliche Kirchstraße und den Bereich zwischen Volksbank und Stadthalle, wobei man sich auch über die Platzierung der Bushaltestelle Gedanken machen sollte. Im weiteren Erschließungssystem sollten die Marktstraße, die Apothekerstraße und die westliche Kirchstraße zu verkehrsberuhigten Bereichen aufgewertet werden.

Die Ausführungen von Markus Schaible wurden ergänzt durch Julia Rieger vom Trägerverein Freies Kinderhaus, der seit drei Jahren an der Planung für einen Kinderspielpfad in der Innenstadt arbeitet. Sie berichtete darüber, wie Kinder im Jahr 2008 die Gestaltung der Innenstadt aus ihrer Sicht bewertet haben. Daraus wurde im folgenden Jahr vom Nürtinger Werkbüro für Freiraum und Landschaft ein Zielkonzept für die weitere Entwicklung erarbeitet. Sie betonte, die Kinder würden es begrüßen, wenn an einer Stelle mal ordentlich geklotzt würde, anstatt an vielen Stellen gekleckert. So schlagen die Kinder vor, den Bereich um den Lammbrunnen aufzuwerten, indem an Stelle der Mauer in Richtung Neckarsteige an das Gelände angepasste Sitzterrassen mit einem kleinen Wasserlauf angelegt werden. Anlässlich der aktuellen Überlegungen für die Innenstadtgestaltung haben die Kinder die Veränderungen seit ihrer Bestandsbewertung bilanziert: der Spielplatz beim Kaufland ist weg (-), der Vorplatz der Mörikeschule wurde instandgesetzt (+), vor dem Rathaus steht eine Infosäule (was soll das?) und im Kreuzkirchpark gibt es neue Wippelemente und einen Rechtsstreit (über das Urheberrecht an der Gestaltung). Julia Rieger wies darauf hin, dass in all den Überlegungen für einen Kinderspielpfad die Bedürfnisse und Wünsche der jugendlichen Altersgruppe nirgendwo berücksichtigt würden.

Anschließend erläuterte Ulrich Joos, dass aus Sicht des Forums Handicap die Zugänge und Zufahrten zur Innenstadt wichtig sind. Dabei verwies er auf Aufzüge, die zum Beispiel im Europahaus, im Schloßhotel und im Rathaus eine Verbindung von der Ebene der äußeren Haupterschließungsstraßen auf den Stadthügel bieten. Auf dieser Ebene werde die Fortbewegung dann aber durch die unebenen Beläge erschwert. Ihm wären daher leicht begehbare Verbindungen in den Pflasterbereichen wichtig.

Was der Stadtplaner als störend bezeichnet hatte, ist laut Joerg Hauber für den Werbering notwendig, insbesondere die Anbindung der Innenstadt an die Buslinien, die Überfahrbarkeit der Fußgängerzone von der Strohstraße zur Lampertstraße und die Parkplätze in der östlichen Kirchstraße. Als einzige Störungsquelle benannte er den regelwidrigen Pkw-Verkehr, der an den Querungen direkt in die Fußgängerzone gelockt wird. Für die weitere Entwicklung regte er eine zentrale Toilettenanlage und die Weiterentwicklung der Handelsflächen an.

Etwas umfangreicher sieht Michael Einsele vom City-Marketing-Verein die Aufgaben der Gewerbetreibenden in der Innenstadt. So hält er es für notwendig, nicht nur die Oberflächenbeläge zu überarbeiten, sondern auch, dass die Fußgängerbereiche nicht wild mit mobilen Werbetafeln als Passantenstopper verstellt werden und dass die Gastronomen Sonnenschirme nicht nur als Werbeträger, sondern auch als Gestaltungselemente einsetzen. Für die Märkte wünschte er sich eine professionellere Versorgung mit Strom und Wasser.

Danach forderte Gunter Kölz die anwesenden Bürgerinnen und Bürger auf, ihre Anregungen für die Gestaltung der Innenstadt zu äußern. Dabei gab es weitere Hinweise auf Behinderungen für Menschen, die nicht sicher auf den Beinen sind, wie die Podeststufen für die Gastronomie, wo die Marktstraße auf die Brunnsteige trifft. Pit Lohse vom Stadtjugendring wies nochmals darauf hin, dass die Interessen von Jugendlichen bei den bisherigen Überlegungen nicht erkundet wurden. Der Technische Beigeordnete Andreas Erwerle kritisierte zusätzlich die Radfahrer, die in der Innenstadt keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen.

Wer sich für die Gestaltung der Innenstadt interessiert, kann sich die Präsentationen des Abends auf der Internetseite der Stadt ansehen oder im Technischen Rathaus abholen und seine Anregungen ebenfalls im Internet oder schriftlich beim Hoch- und Tiefbauamt abgeben.

Kommentar

Wieder einmal haben Fachleute die bekannten Schwächen der Nürtinger Innenstadt aufgezählt: zuviel Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone, zuviel Parksuchverkehr, beschwerlich für Fußgänger wegen unebener Beläge und der Topografie. An letzterer kann man nichts ändern, sondern sollte sie als Nürtinger Charakteristikum nicht nur akzeptieren, sondern als Qualität nutzen. Alles andere hängt eng miteinander zusammen und fordert ein Bekenntnis für eine fußgängerfreundliche Gestaltung mit Belägen, die nicht auch noch Belastungen des Verkehrs standhalten müssen, den man zu nah an die Innenstadt heran lässt. Kundenverkehr in der Innenstadt nützt nur einzelnen, aber nicht der Allgemeinheit.

Thomas Hauptmann


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung