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  Kommunalpolitik
 
Wörth reloaded - 14.12.2011
Stadt informierte über weiteres Verfahren

  (th)

Am Donnerstag hatte die Stadtverwaltung in den kleinen Saal der Stadthalle eingeladen, um den geänderten Inhalt des Bebauungsplans für das Gebiet „Wörth östlich“ darzustellen.

Nachdem Oberbürgermeister Heirich die zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürger begrüßt und anschließend die Gesprächsführung an den Technischen Beigeordneten Andreas Erwerle abgegeben hatte, erläuterte Planungsamtsleiter Michael Paak die Konzeption. Er beschrieb kurz die Planungsgeschichte seit der Aufnahme des Gebietes ins Landessanierungsprogramm 2004. Dabei überging er das Ergebnis der drei Sitzungen des Runden Tisches, der im Juli 2011 empfohlen hatte, nur 40 bis 70 % der Fläche zu bebauen, und stellte das Bebauungs- und Freiflächenkonzept vor, das die Verwaltung als Alternative entwickelt hat und das vom Gemeinderat als Grundlage der weiteren Planung beschlossen wurde. Demnach sollen die Gebäude am Neckar vier anstatt fünf Geschosse haben und das obere Stockwerk nur 80 % der Grundfläche nutzen, wodurch es weniger in Erscheinung tritt. Durch die geringeren Gebäudehöhen konnten auch die Abstände zwischen den Häusern reduziert werden, wodurch die Freiflächen etwas größer wurden. An Stelle eines sechsgeschossigen Gebäudes gegenüber dem Platz vor dem Museum soll dort nun eine Grünfläche entstehen. Außerdem soll außerhalb des Baugebietes hinter dem Ruderclub die bestehende Freifläche des dortigen Bolz- und Spielplatzes aufgewertet werden. Die Gestaltung dieser Freiräume an Steinach, Neckar und hinter dem Ruderclub soll unter Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern in Planungsworkshops erfolgen.

Die anschließende Diskussion wurde mit sehr pragmatischen Fragen nach der Einbindung der noch bestehenden Gebäude in dem Gebiet, künftigen Parkmöglichkeiten und der geplanten Straßenbreite eröffnet. Michael Paak erklärte, dass die bestehenden Gebäude in der Planung berücksichtigt seien, dass die Wörthstraße mit 5,50 m breit genug werde, dass sich zwei Fahrzeuge begegnen können, und dass die geplanten Parkplätze für das Gebiet ausreichen werden und für weiteren Bedarf genügend Kapazitäten in der Stadt vorhanden sind.
Da bei den Diskussionen am Runden Tisch den Vertretern der Bürgerinitiative „Forum Wörth“ wiederholt entgegengehalten wurde, dass sie nicht auf die Kosten ihrer Vorschläge achten und diese auch ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung des Gemeinderates sein sollten, fragten sie nun nach den Kosten der vorgestellten Planung, die Stadtkämmerer Gluiber für die Erschließung mit Straßen, Kanalisation und Leitungen mit 1,5 Millionen Euro angab. Dem hielten Vertreter des Forum Wörth entgegen, dass Unsicherheiten bezüglich der Kosten für Hochwasserschutz, Altlastensanierung und Maßnahmen im anschließenden Straßennetz wie die Verampelung der Kreuzung Hessestraße/Metzinger Straße nach wie vor nicht geklärt seien.
Julia Rieger vom Trägerverein Freies Kinderhaus, die sich ebenfalls im Forum Wörth engagiert, fragte nach, wodurch man den abgelegenen Platz hinter dem Ruderclub, wo sich bereits ein Spiel- und Bolzplatz befindet, der schlecht angenommen wird, nun attraktiver machen wolle und ob es nicht sinnvoller wäre, den Bereich in die Bebauung einzubeziehen und dadurch attraktivere Freiflächen am Neckar zu gewinnen. Michael Paak entgegnete, dass dieser Bereich unter anderem als Überschwemmungsgebiet für eine Bebauung nicht in Frage komme. Er geht davon aus, dass durch eine bessere Anbindung an den Weg am Neckar durch die Entfernung einiger Gehölze die Fläche nach einer Überarbeitung auch besser angenommen werden wird.
Nachdem auf den Fotomontagen, die die Wirkung der künftigen Bebauung verdeutlichen sollten, die Gebäude von dem bestehenden Gehölzbewuchs am Ufer teilweise verdeckt wurden, erkundigte sich Jochen Braunmüller, ob sichergestellt sei, dass dieser auch erhalten werde. Herr Rüf von der planenden Projekt GmbH versicherte, dass von ihrer Seite keine Entfernung der Bäume vorgesehen sei. Von der Verwaltung wurde aber eingeräumt, dass für den neckarseitigen Bereich des Hochwasserdamms, auf dem der dortige Weg verläuft, das Regierungspräsidium zuständig sei, das im Rahmen der Pflege und zum Schutz des Hochwasserdamms durchaus berechtigt sei, die Bäume zu fällen. Jochen Braunmüller forderte, die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums für diesen Bereich als Einschränkung der Gestaltungsmöglichkeiten bei der Abgrenzung des Gebietes für die Freiflächenplanung deutlich zu machen.
Eine weitere Einschränkung dieser Gestaltungsmöglichkeiten ergibt sich auch durch den Bau einer notwendigen Erschließungsstraße von der Wörthstraße in den Bereich hinter dem Ruderclub. An dieser Straße sollen einerseits die notwendigen Parkplätze des Ruderclubs, andererseits möglicherweise öffentliche Parkplätze angeordnet werden, die die Verwaltung mit dem erwarteten hohen Interesse an dem neuen Spielbereich erklärte, zu dem die Familien ihre Kinder mit dem Auto kutschieren würden.
Als sich nach zweieinhalb Stunden die Reihen der Bürgerinnen und Bürger bereits gelichtet hatten, und keine weiteren Fragen gestellt wurden, beendete Andreas Erwerle die Informationsveranstaltung, deren Materialien beim Planungsamt auf der Internetseite der Stadt eingesehen werden können.

Kommentar

Die Veranstaltung wurde teilweise als Fortsetzung der Diskussionen am Runden Tisch genutzt, die die Verwaltung mit der Entscheidung des Gemeinderates für ihre Planungsalternative wohl als beendet ansah. Manche Fragesteller versuchten offenbar auch, die Vertreter der Verwaltung zu eindeutigen Aussagen über unsichere Sachverhalte zu drängen, um ihnen später vorhalten zu können, dass die Aussagen nicht eingehalten wurden. Das liegt aber vor allem daran, dass die Verwaltung ihre Glaubwürdigkeit verloren hat, als sie selbst die angekündigte offene Diskussion am Runden Tisch blockiert und schließlich die Empfehlung des Runden Tisches ignoriert hat.

Thomas Hauptmann


 


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