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  Kommunalpolitik
 
Nagold macht es vor - 24.9.2012
Forum Wörth besuchte Landesgartenschau

 

(pm) Nachdenklich und begeistert saßen Anfang September knapp 40 Teilnehmer im Bus, der sie von der Landesgartenschau in Nagold zurück nach Nürtingen brachte. Begeistert ob der Leistung und Schau, die das kleine Städtchen Nagold auf die Beine gestellt hat, möglich geworden, weil Politik, Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam in die richtige Richtung zogen.
Für die Ausflügler waren vorrangig städtebauliche und städteplanerische Fragen interessant, denn auch in Nürtingen steht zur Debatte, wie ein Naherholungsgebiet am Fluss in die Stadt integriert werden kann. Nachdenklich stimmte die Ausflügler die Frage, warum nicht auch in Nürtingen ein Gesamtkonzept als Basis für überzeugende Einzellösungen entwickelt wird.

Die vom Forum Wörth initiierte Fahrt nach Nagold wurde inhaltlich fundiert von Professor Hubert Möhrle begleitet, seines Zeichens Landschaftsarchitekt, Dozent an der HfWU Nürtingen und Vertreter des Aufsichtsrats für Landesgartenschauen in Baden-Württemberg. Er erläuterte die Besonderheiten der Landesgartenschau in Nagold, die durch ein überzeugendes Gesamtkonzept die Wettbewerbsjury begeistern konnte. Er stellte auch die Dimensionen vor, die ein Förderprogramm des Landes in einer Stadt ausrichten kann. In Schwäbisch Gmünd, das in zwei Jahren Ausrichter der Landesgartenschau sein darf, wird fast eine Milliarde Euro umgesetzt. Der kleinste Teil davon ist der Zuschuss für Landesgartenschauen, der dann allerdings als Motor für Stadtentwicklungen und Infrastrukturmaßnahmen wirkt. Innovative Konzepte, hinter denen die Bevölkerung steht, sind auch attraktiv für Sponsoren und weitere Investoren. Auf die Frage, wann Nürtingen eine Chance hätte, die Landesgartenschau als einen solchen Motor für sich zu gewinnen, verwies Prof. Möhrle auf die nächste Ausschreibung – frühestens 2025, und die Konkurrenz sei groß. Aber es gäbe auch andere Fördermittel des Landes, die einen ähnlich motivierenden Charakter haben können.

Die Wichtigkeit, Freiflächen zu sichern, haben noch nicht alle Kommunen erkannt. Grünflächenamt und Bauplanung müssen in einer modernen Stadtplanung enger verzahnt werden. Viele Städte haben auch ohne Gartenschauen schon viel bewegt. Ohne Gesamtkonzept und ohne eine gemeinsame Linie steht häufig der kurzfristige wirtschaftliche Erfolg zu stark im Vordergrund. Langfristige und zukunftsweisende städteplanerische Entscheidungen werden dadurch blockiert oder gar verhindert, so die Befürchtung auch des Forums Wörth.

Dabei hat Nürtingen so viel Potential, das leider nicht genutzt wird. Dass Nürtingen Sitz der landesweit einzigen Hochschule für Landschaftsarchitektur ist, spiegelt sich in der Stadtplanung und –gestaltung nicht wirklich wieder, so Professor Möhrle. Die Studiengänge der HfWU, die Freie Kunstakademie, die freien Initiativen und die vielen künstlerisch und landschaftsplanerisch interessierten Menschen, die in Nürtingen eine Heimat gefunden haben, könne man in ein Gesamtkonzept für die beiden Seiten des Neckars einbinden, so die Meinung vieler, die auf dieser Fahrt dabei waren.

Am 2. Oktober wird der Nürtinger Gemeinderat entscheiden, ob er den vorgelegten Bebauungsplan zum Wörth östlich genehmigt oder nicht. Der Rat des Gestaltungsbeirats spielt dabei keine Rolle, da er erst später eingesetzt wird.

Das Forum Wörth ist sich nach dieser Informationsreise, an der auch sechs Mitglieder des Gemeinderats teilgenommen haben, mehr als bisher im Klaren, dass es ein gravierender Fehler wäre, das Flussufer zu verbauen, statt wie in Nagold, die Stadt zum Fluss hin zu öffnen und das Ufer als Naherholungsgebiet für die Nürtinger Bürgerschaft zu gewinnen. 


 


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