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  Kommunalpolitik
 
Kleine Chance für ein Kunst- und Kulturzentrum - 31.1.2013
Mehrheit des Gemeinderates zweifelt an der Realisierbarkeit

 

(th) Bereits Mitte Januar war der Gemeinderat im Neuen Jahr ohne große Vorberatungen zusammengetreten, um über die Beauftragung des Stadtentwicklungskonzeptes und über die weiteren Überlegungen für das Melchior-Areal zu entscheiden.

Zunächst stand aber die Bürgerfragestunde auf der Tagesordnung. Da monierte Frau Klett, dass immer noch mit in den Neckar springenden Kindern für Nürtingen geworben werde, was durch die Planungen für das Wörth-Areal doch künftig nicht mehr möglich sei. Darauf entgegnete Oberbürgermeister Otmar Heirich, dass das betreffende Foto nur als Stimmungsbild gemeint sei, nicht als Anregung zum Nachmachen.
Mit dem Hinweis, dass das Thema auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung stünde, hinderte Oberbürgermeister Otmar Heirich Herrn Braun daran, eine konkrete Frage zum Wörth-Areal zu stellen.
Auf die Frage eines anderen Mitglieds der Wörth-Initiative, ob der Oberbürgermeister seine Aussage, Mitbürger seien zu einer Unterschrift gegen die geplante Bebauung genötigt worden, belegen könne, räumte er zwar ein, dass die Personen nicht genannt werden wollten, nahm seine nicht belegbare Behauptung aber auch nicht zurück.

Integrierte Stadtentwicklung

Anschließend stellten Gabriele Steffen und Philip Klein das Institut Weeber und Partner und sein Konzept für die Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für Nürtingen vor. Integriert werden sollen bei der Konzeption verschiedene Themen der Stadtentwicklung (Kultur, Wirtschaft, Ökologie, Bildung, Bauen et c.), die verschiedenen Ortsteile und alle Bevölkerungsgruppen. Die Bearbeitung wurde außerdem mit den Stichworten kooperativ, lokal, ressourcenorientiert, partizipativ und professionell beschrieben. So soll die Bevölkerung zunächst durch die Befragung einer repräsentativen Stichprobe von 2.500 Bürgern und schließlich in drei Sitzungen mehrerer thematischer Arbeitsgruppen beteiligt werden. Außerdem soll die Online-Plattform, deren Anschaffung in der letzten Gemeinderatssitzung des vorigen Jahres beschlossen worden war, für die Diskussion mit den Bürgern genutzt werden. Um Jugendliche und Migranten einzubeziehen, die durch gewöhnliche Beteiligungsverfahren schlecht erreicht werden, schlug Philip Klein besondere Aktionen wie den Einsatz jugendlicher Stadtteildetektive oder Stadtteilcafés vor. Die Projektleiter versicherten, dass das Konzept termingerecht im Sommer 2014 vorliegen werden.
Zwar betonte Otmar Heirich auf die Frage von Ulrich Bentsche (CDU), dass in dem Angebotspreis von 110.000 Euro alles enthalten sei, was die Stadt benötige, auf die Nachfrage von Christine Roos (Junge Bürger) räumte Philip Klein allerdings ein, dass die besonderen Beteiligungsformen für Jugendliche und Migranten bei Bedarf zusätzlich honoriert werden müssten.
Bei einer Enthaltung beschlossen die Stadträte einstimmig, das Institut Weeber und Partner mit der Bearbeitung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes zu beauftragen und die dafür erforderlich Finanzmittel bereitzustellen.

Kunst- und Kulturzentrum

Vor einem knappen Jahr hatte der Gemeinderat beschlossen, Bürgermeisterin Grau die Möglichkeiten zur Entwicklung eines Kunst- und Kulturzentrums auf dem Gelände der Freien Kunstschule ausloten zu lassen. Wenn sie bis zum Ende des Jahres 2012 kein tragfähiges Konzept vorlegen könnte, sollte versucht werden, das Areal zu verkaufen. Die Frist ist verstrichen und Claudia Grau konnte in dieser Sitzung nur ein Papier über den bisherigen Stand der Überlegungen vorlegen, mit dem sie um Zeit für weitere Planungen und Verhandlungen warb. Demnach sollen verschiedene Kultureinrichtungen, wie Kunstverein, Provisorium, Kuckucksei, Freie Kunstschule (FKN), Hochschule für Kunsttherapie (HKT) und Jugendkunstschule auf dem Gelände in einem neuen soziokulturellen Zentrum zusammengeführt werden, um Synergieeffekte zu nutzen und Betriebskosten zu reduzieren. Damit würde sich Nürtingen ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Esslingen schaffen. Erforderlich wäre eine erhebliche bauliche Erweiterung auf dem Areal und die Gründung eines gemeinsamen Trägervereins. Dann könnten Investitionen und städtische Zuschüsse zu einem Drittel vom Land gefördert werden, sowie frei werdende Gebäude (Äußeres Werkhaus in der Metzinger Straße, Hochschule für Kunsttherapie am Omnibusbahnhof) für andere Nutzungen bereitgestellt werden.
Sogleich warf sich Rainmar Wipper von der Nürtinger Liste / Grüne in die Bresche und sprach sich dafür aus, der Bürgermeisterin mehr Zeit für die notwendigen Verhandlungen zu geben. Auch die SPD war an der Weiterentwicklung des Konzeptes für ein Kunst- und Kulturzentrum interessiert und plädierte ebenfalls dafür, dem angelaufenen Prozess noch ein halbes Jahr Zeit zu geben und, falls nichts brauchbares dabei herauskommen sollte, sich dann Gedanken über eine alternative Stadtentwicklung für das Gebiet zwischen Nord- und Südtangente zu machen. Thaddäus Kunzmann sprach der Bürgermeisterin zwar seine Anerkennung aus für ihre Bemühungen, ein Konzept für ein Kunst- und Kulturzentrum am Neckar zu entwickeln, sah sich aber in seiner Skepsis des vergangenen Jahres bestätigt. Die ausgeglichene Kalkulation gehe seiner Ansicht nach von zu niedrigen Kosten für die geplante bauliche Ergänzung aus und übersehe damit einen Investitionsbedarf in Millionenhöhe. Außerdem seien Fragen zum Hochwasserschutz, zur Parkierung und zu Altlasten noch offen. Damit waren weitere Überlegungen für ihn nicht erfolgversprechend. Stattdessen unterstützte er den von den Freien Wählern vorgelegten Antrag, nach dem das Planungsamt mit der Hochschule für Umwelt und Wirtschaft ein Entwicklungskonzept für die Vermarktung des Areals erarbeiten solle. Claudia Grau entgegnete, dass die Baukosten für zusätzliche Atelier- und Vorlesungsräume für die HKT von einem Architekten geschätzt worden seien. Planungsamtsleiter Michael Paak wies darauf hin, dass die Stadt sich nicht durch Studienarbeiten Expertisen verschaffen sollte, mit deren Erstellung Hochschulabsolventen ihr Einkommen erarbeiten wollen. Als Aufgabe des Planungsamtes sah er es im Übrigen, die Rahmenbedingungen z.B. bezüglich Hochwasserschutz und Altlasten auch unter Einbeziehung des Greiner-Areals zu klären und zu definieren, welche Nutzungen nicht möglich sind. Dadurch würde auch die Entwicklung eines Kunst- und Kulturzentrum noch nicht ausgeschlossen. Otto Unger von den Freien Wählern bekräftigte hingegen seine Auffassung, dass sich die Stadt angesichts der aktuellen Haushaltssituation Millioneninvestitionen für ein Kunst- und Kulturzentrum nicht leisten könne, was auch Hermann Quast von der FDP so sah. Otto Unger wollte den Antrag seiner Fraktion aber auch als Ermunterung für Bürgermeisterin Grau verstanden wissen, ihre Überlegungen weiterzuverfolgen. Achim Maier von den Jungen Bürgern schlug vor, die von Michael Paak genannten Grundlagen für eine Entwicklung des Areals zu schaffen und parallel auch die Realisierungsmöglichkeiten für ein Kunst- und Kulturzentrum weiter zu untersuchen. Oberbürgermeister Otmar Heirich signalisierte, dass er den Antrag der Freien Wähler mittragen könne. Er fand ein Kunst- und Kulturzentrum zwar interessant, man sollte jetzt aber parallel die Rahmenbedingungen für mögliche andere künftige Investoren entwickeln.
Bei den folgenden Abstimmungen wurden alle Anträge für eine Verlängerung der Frist zur Erarbeitung eines Konzeptes für ein Kunst- und Kulturzentrum abgelehnt und der Antrag der Freien Wähler angenommen, der FKN trotz Kündigung eine Nutzung bis September 2013 zu ermöglichen, ein Entwicklungskonzept durch Planungsamt und HfWU zu entwickeln, während Bürgermeisterin Grau ihre Vorstellungen für ein Kunst- und Kulturzentrum weiterentwickeln kann, und dann das Gelände zum Verkauf auszuschreiben.


 


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