Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Kommunalpolitik
 
Bürger sollen planen - 22.4.2013
Grünflächen am Neckar

  (th)

Im Oktober hat der Gemeinderat den Bebauungsplan „Wörth östlich“ als Satzung beschlossen. Zahlreiche kritische Äußerungen von Bürgern, die sich vor allem mehr Grünflächen am Neckar wünschten, hatten das Verfahren begleitet. Die Verwaltung hofft, dieser Kritik entgegenzukommen, indem sie die Bevölkerung an der Planung der Grünflächen in dem Gebiet beteiligt. Zum Auftakt wurden alle Interessierten in die Glashalle des Rathauses eingeladen.

Oberbürgermeister Otmar Heirich wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass der Gemeinerat mit seiner Entscheidung über den Bebauungsplan die Flächen, die bebaut bzw. nicht bebaut werden sollen, festgelegt hat. Daher gäbe es nun erhebliche Freiflächen, die die Bürger beplanen können, um den Freizeitwert des Gebietes zu verbessern. Abschließend kündigte er an, dass er sich ebenfalls aktiv an dem Prozess beteiligen werde.

Ulli Welsner von dem mit der Planung und der Moderation der Bürgebeteiligung beauftragten Nürtinger Landschaftsarchitekturbüro welsner + welsner betonte, dass sie als lokale Planer mit der kritischen Geschichte dieses Bebauungsplans vertraut sind. Dennoch erwartet er, dass man für die Freiflächen eine gute Lösung finden wird. Die Bürgerbeteiligung solle sich um die künftige Gestaltung der Freiflächen drehen, sie solle nicht die Kontroversen der bisherigen Planung schlichten und könne auch nicht die Gestaltung der Bebauung verändern.
Annemone Welsner stellte die Planung für den Enzenhardtplatz vor, die ebenfalls von ihrem Büro gemeinsam mit den Bürgern entwickelt worden war. Die Bürger hatten zunächst Funktionsbereiche für Spielen, Parken etc. sowie Gestaltungsvorschläge entwickelt, auf deren Grundlage die Landschaftsarchitekten dann die Gestaltung der Flächen entworfen haben.

Zur Einstimmung nahm die Planerin die Anwesenden mit auf einen Fotospaziergang durch das Planungsgebiet. Sie begann am Pumpenhaus im Süden mit der dahinter liegenden Ausgleichsfläche in Form eines Auwaldes mit Hybridpappeln und ging weiter über den Jugendspielbereich mit Bolzplatz und Dirt-Park für BMX-Räder, den Ruderclub, das Neckarufer mit Kopfweiden, die als Lebensraum für Pilze, Käfer, Höhlenbewohner und andere teils geschützte Arten dienen, bis zur Steinachmündung und endete auf dem Platz vor dem Stadtmuseum.

Ulli Welsner erläuterte anschließend die Rahmenbedingungen der Bürgerbeteiligung ausgehend von der Definition des Begriffes durch die Nürtinger Arbeitsgruppe Bürgerbeteiligung. Dabei räumte er ein, dass diese Beteiligung zwar nicht frühzeitig im gesamten Planungsprozess terminiert ist, aber frühzeitig in Bezug auf die Planung der Freiflächen, zu denen es noch keine näheren planerischen Überlegungen gäbe. Das Verfahren ist offen für alle: Anwohner, Bürger, Träger öffentlicher Belange, Foren, Vereine, Institutionen, Kinder und Jugendliche. Die Aufgabe der Moderation definierte Ulli Welsner damit, Kommunikation zu ermöglichen und für Transparenz zu sorgen. Daher gäbe es gewisse Spielregeln, zu denen ein fairer und höflicher Umgang miteinander gehöre. Die Moderatoren würden dafür sorgen, dass jeder zu Wort komme und nötigenfalls auch Äußerungen, die die Planung nicht weiter bringen, unterbinden. Sie würden sich bemühen, den Bürgern alle notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Als Rahmenbedingungen, die bei der Planung beachtet werden müssten, nannte er bereits den Hochwasserschutz, die Wasserrettung, die Grundstückserschließung und die Mitsprache des Landratsamtes bezüglich der Gestaltung am Ufer des Neckars als Gewässer erster Ordnung.

Mit dieser Auftaktveranstaltung begann die Ideensammlung, für die Planausschnitte und Zettel für Notizen auslagen, die auch an der Infotheke im Rathaus, bei welsner + welsner in der Plochinger Straße 14 sowie auf der Internet-Seite und der Facebook-Seite der Stadt erhältlich sind. Bis zum 24. Mai können die Vorschläge in der Sammelbox an der Infotheke oder per Post an das Rathaus, Marktstraße 7 sowie an welsner + welsner abgegeben werden. Die Ideen werden dann in einer Veranstaltung am 12. Juni vorgestellt und anschließend in Bürgerworkshops vom 26. Juni bis zum 24. Juli weiter bearbeitet. Die Ergebnisse der Workshops sollen nach den Sommerferien im September präsentiert werden, dann soll bis November von welsner + welsner ein Vorentwurf erarbeitet werden.

Von Seiten der anwesenden Bürgerinnen und Bürger wurde vorgeschlagen, die Ausdehnung des Planungsbereiches im Gelände mit Pflöcken zu markieren, was die Moderatoren und Sebastian Kuthe vom Hoch- und Tiefbauamt aufgreifen wollen. Ulli Welsner stellte klar, dass das in den Planskizzen grün markierte Planungsgebiet nicht nur Grünflächen enthalten werde, sondern auch Wege, Zufahrten und Parkplätze und andere befestigte Flächen. Eine Teilnehmerin erinnerte daran, dass man zum Umfeld der Planung nicht nur die geplante Bebauung, sondern auch das gegenüber liegende Neckarufer zählen müsste, zu dem Bezüge berücksichtigt werden sollten. Den Wunsch, die eingereichten Vorschläge bereits vor der Präsentation zur Kenntnis zu geben, könnte man umsetzen, indem die Planskizzen eingescannt und im Internet veröffentlicht würden. Ob und wann Pläne, Bilder oder ein Modell des Gebietes präsentiert werden, blieb noch offen. Auf jeden Fall soll es eine Ausstellung der Ergebnisse geben, bei der die Planungen auch erläutert werden.


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung