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  Kommunalpolitik
 
Auftakt mit Informationen, Getränken und Salzgebäck - 18.6.2013
Bürgerbeteiligung zum ISEK startet im Juli

 

(th) Anfang Juni lud die Stadt alle interessierten Bürger zur Auftaktveranstaltung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Nürtingen 2025 in die Stadthalle ein.

In seiner Begrüßung skizzierte Oberbürgermeister Otmar Heirich die Rahmenbedingungen der künftigen Entwicklung, die nach seiner Einschätzung vor allem vom demografischen Wandel beeinflusst werden. Der führt dazu, dass die Bevölkerung weniger, älter und bunter wird. Dadurch ändern sich die Ansprüche an die Stadt. Hinzu kommen neue Anforderungen für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen, die Mobilität und die Energiewende. Er appellierte daher an die Bürgerinnen und Bürger, sich mit ihren Vorstellungen in den Beteiligungsprozess des ISEK einzubringen.

Auch der Planungsamtsleiter Michael Paak ging in seiner Einleitung auf die vielfältigen Wünsche der Bürgerinnen und Bürger an ihre Stadt ein und verglich sie mit den verschiedenen Ansprüchen, die eine Familie an einen Garten haben kann, in dem hoffentlich bald die Erdbeeren reif werden.

Gabriele Steffen von dem beauftragten Institut Weeber + Partner aus Stuttgart zählte in ihrem Impulsreferat die verschiedenen Aspekte des ISEK auf. Zu den Herausforderungen der Zukunft zählt sie den Klimawandel, den demografischen Wandel, den soziokulturellen Wandel, die Siedlungsentwicklung, den ökonomischen Strukturwandel und neue Ansprüche an die Politik. Das ISEK will alle betroffenen Bereiche des kommunalen Lebens umfassen, die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen erfassen, die Perspektiven von Bewohnern und Fachleuten berücksichtigen, auf verschiedenen Maßstabsebenen arbeiten, Vergangenheit und Zukunft mitdenken und die Aspekte Integration und Inklusion berücksichtigen. Dabei geht es nicht nur um die gebaute Stadt, sondern auch um das Leben in der Stadt. Gabriele Steffen wies auch auf die verschiedenen Rollen der Akteure im ISEK-Prozess hin, in dem alle ihre Ideen einbringen sollen und vom Gemeinderat schließlich das Stadtentwicklungskonzept beschlossen werden soll.

Anschließend stellte Philip Klein vom gleichen Institut die Ergebnisse der Bürgerbefragung vor, die mit einem Rücklauf von 43 % der knapp 3.000 verschickten Fragebögen und weiteren 369 Antworten in der offenen Befragung eine sehr gute Resonanz und repräsentative Ergebnisse erzielt hat. Demnach erleben die Bürgerinnen und Bürger die Stadt in der aktuellen Realität als Stadt zum Wohnen und als Stadt der Bildung und Kultur. Man wünscht sich aber, dass Nürtingen in Zukunft auch eine grüne Stadt am Fluss, eine bürgerorientierte Stadt und eine Einkaufs- und Dienstleistungsstadt wird. Die Befragung, die sich sowohl auf den unmittelbaren Stadtteil als auch auf die Gesamtstadt bezog, ergab, dass die Einschätzung für den eigenen Stadtteil meist positiver als für die Gesamtstadt war. So sahen die Bürger für die Gesamtstadt einen starken Handlungsbedarf zur Bereitstellung von Wohnungen, während im eigenen Stadtteil eher die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten, die Verminderung des Verkehrslärms, die Verbesserung des ÖPNV-Angebotes und Angebote für Jugendliche im Vordergrund standen.

Jochen Aminde, ebenfalls von Weeber + Partner, stellte anschließend die Gebietssteckbriefe zur Beschreibung der räumlichen Situation der einzelnen Ortsteile vor, die auf der Grundlage von Informationen der Verwaltung entstanden sind.

Verena Stock vom Planungsamt gab die Termine und Themen für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger – den wichtigsten Akteuren des Prozesses, wie sie sagte – bekannt. In drei Sitzungen im nächsten Dreivierteljahr soll eine Ist-Analyse, Ziele und Leitbilder sowie Maßnahmen und Projekte zu den Themen „Stadtgestalt, Wohnen und Energie“, „Natur, Freizeit und Tourismus“, „Wirtschaft, Einzelhandel und Kultur“, „Bildung, Gesundheit und Verkehr“ und „Gesellschaft und Integration“ erarbeitet werden.

In einem Studienprojekt haben sich bereits Studierende der Stadtplanung und der Landschaftsplanung an der Nürtinger Hochschule mit der künftigen Entwicklung der Stadt beschäftigt. Zwei Gruppen stellten in souveräner Weise ihre Ideen für einen grünen Ring entlang von Steinach, Neckar und Tiefenbach über den Ersberg und für ein Leben ohne privates Auto vor.

Nachdem von den ca. 200 Gästen keine Fragen im Plenum gestellt wurden, wurde die Gelegenheit zum angeregten Gedankenaustausch im kleineren Kreis bei Getränken und Salzgebäck im Foyer genutzt.

Aktuelle Informationen zum ISEK-Prozess gibt es auch auf der Internetseite des Planungsamtes.

Kommentar

Obwohl viele Bürgerbeteiligungsverfahren in Nürtingen mit Enttäuschungen geendet haben, versammelte sich eine ansehnliche Schar erwartungsvoller Bürgerinnen und Bürger im Großen Saal der Stadthalle. Mit dem Institut Weeber + Partner hat die Stadt einen neuen Akteur engagiert, dem es vielleicht besser gelingt, im Beteiligungsprozess eine Balance zwischen Bürgererwartungen und kommunalpolitischen Strukturen herzustellen. Im ISEK sollen teils recht unterschiedliche Elemente zusammengebracht werden. Weil für die Bürgerbefragung zum Beispiel ein gemeinsamer Bereich aus der Innenstadt, dem Steinenberg, dem Galgenberg und dem Lerchenberg gebildet wurde, wurden die unterschiedlichen Merkmale dieser Gebiete nivelliert. Es muss sich noch zeigen, ob die Kombination der Themen Natur und Tourismus oder Kultur und Wirtschaft in den Arbeitsgruppen kreative Impulse freisetzt oder eine konstruktive Diskussion behindert. Für unsere Stadt wünschen wir dem Prozess alles Gute.

Thomas Hauptmann


 


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