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  Kommunalpolitik
 
Hochschule für Kunsttherapie meldet Interesse am Melchior-Areal an - 13.11.2013
OB gibt Rektor Gelegenheit sich zu positionieren

 

(th) Mit Verwunderung fand man auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung als ersten inhaltlichen Punkt die Vorstellung der Hochschule für Kunsttherapie – ohne Sitzungsvorlage und ohne Beschlussvorschlag. Rektor Johannes Junker machte in seinem Vortrag aber schnell deutlich, dass es nicht einfach darum ging, den Stadträten die Arbeit dieser privaten Hochschule mit einem fast einzigartigen Studienangebot für 280 Studierende nahe zu bringen, sondern, dass es um seine Überlegungen für die weitere bauliche Entwicklung seiner Institution ging. Zur Zeit nutzt die Hochschule vier Gebäude, die seit 15 bis 20 Jahren nicht saniert wurden und entsprechend hohe Energiekosten aufweisen. In den Gebäuden Laiblinstegstraße, und Äußeres Werkhaus Metzinger Straße in der historischen Kelter, die von der Stadt mietfrei zur Verfügung gestellt werden, sind ebenso wie im Gebäude Oelkrug in der Mühlstraße, das nur noch bis Juli 2014 genutzt werden kann, überwiegend Atelierräume untergebracht. Seminarräume, Aula, Cafeteria und Verwaltung sind hingegen in der Sigmaringer Straße hinter dem Finanzamt untergebracht. Zum 25-jährigen Jubiläum hatte sich die Hochschule Gedanken gemacht, wie sie die nächsten 25 Jahre gestalten will, und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass man sich künftig um einen Studiengang Theatertherapie, dem ursprünglichen Metier von Prof. Johannes Junker, erweitern will. Neben dem Sanierungsbedarf der zur Zeit genutzten Gebäude besteht für diese Neuorientierung auch baulicher Erweiterungsbedarf. Der Vermieter des Hauptgebäudes in der Sigmaringer Straße hat zwar einen Vorschlag für eine Fortsetzung des Mietverhältnisses nach Auslaufen des Mietvertrages 2018 gemacht, Johannes Junker machte aber klar, dass es für ihn eine interessante Option wäre, die Hochschule auf dem Melchior-Areal und im Salemer Hof rechts und links des Neckars zusammenzufassen. Damit wolle er beileibe nicht in Konkurrenz zu dem Konzept eines Kunst- und Kulturzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik am Neckar treten. Aber er ist sich auch im Klaren, dass die Hochschule im Wettbewerb um die Gebäude am Neckar als attraktiverer Bewerber erscheint.

Kommentar
Im Oktober war die Hochschule für Kunsttherapie bereits als mögliche Nutzerin des Melchior-Geländes ins Gespräch gekommen. Mit einem Eckpunktepapier, das die Anforderungen der Hochschule für eine Verlagerung an den Neckar abstecken sollte, aber als Forderungskatalog verstanden wurde, und angesichts des Flächenbedarfs, der auf dem Melchior-Areal alleine gar nicht gedeckt werden könnte, war die Option aber verworfen worden. Nun gab der Oberbürgermeister dem Rektor der Hochschule mitten in den Haushaltsberatungen die Gelegenheit, sein Interesse öffentlich dem Gemeinderat zu erläutern. Wieso war das nötig? Wenn man auch mit einer Ansiedlung der Kunsttherapie-Hochschule auf dem Melchior-Areal die mit dem Kunst- und Kulturzentrum verknüpften Erwartungen erfüllen kann – Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude, der Kunstakademie, der soziokulturellen Zentren Kuckucksei und Provisorium sowie Schaffung einer Alternative für die Im Oelkrug-Gebäude verloren gehenden Räume des Kunstvereins – mag auch das eine gute Lösung sein. Aber warum kann das nicht einfach in die Beratungen eingespeist werden, sondern wird öffentlich in der Gemeinderatssitzung präsentiert? Ein Affront gegenüber Bürgermeisterin Grau, mit deren Person das Projekt Kunst- und Kulturzentrum verbunden wird? Oder kann sich der Oberbürgermeister bei seiner Stellvertreterin und auch bei den Fraktionen des Gemeinderats kein Gehör mehr verschaffen und nutzt deshalb sein Recht, die Tagesordnung des Gemeinderates aufzustellen, um der Hochschule für Kunsttherapie Geltung zu verschaffen? Von den Kritikern eines Kunst- und Kulturzentrums wurde der Ball sogleich freudestrahlend aufgenommen.

(Thomas Hauptmann)


 


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