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  Kommunalpolitik
 
Wettbewerbsergebnis Bahnstadt begrüßt - 30.11.2017
Gemeinderat beschließt weitere Beauftragung

  (th) In der Gemeinderatssitzung im November wurde den Stadträten das Ergebnis des städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerbs Bahnstadt präsentiert. Oberbürgermeister Heirich versicherte einleitend, dass die Stadt schnell in die Umsetzung gehen wolle, um den Wohnungsbedarf zu befriedigen, die Verkehrswege anzulegen, den Hochwasserschutz zu regeln und Einzelhandelsflächen auf dem bisherigen Omnibusbahnhof zu schaffen. Als einer der Fachpreisrichter stellte Dr. Eckhart Rosenberger die ersten drei Preisträger vor.
Der mit dem 3. Preis bedachte Entwurf der Architekten Hähnig-Gemmeke aus Tübingen mit dem Landschaftsarchitekten Stefan Fromm aus Dettenhausen bot für die Bebauung im Ostteil mit Mobilitätszentrum und Wohnungen sowie mit der Führung des Saubachs durch den Grünbereich südlich der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule und mit der Gestaltung der Plätze auf der Ostseite und der Westseite der Bahnlinie überzeugende Lösungen. Kritisiert wurde allerdings die Führung der Plochinger Straße unmittelbar am Ausgang der Bahnhofsunterführung entlang, der Aufgang auf der anderen Seite als nach Norden orientierte Treppenanlage und die Wegeführung an dem Einzelhandelsgebäude auf dem heutigen Omnibusbahnhof.
Den 2. Platz belegte das Architekturbüro Thomas Schüler aus Düsseldorf mit den Landschaftsarchitekten von Faktorgruen aus Freiburg. In ihrem Entwurf platzieren sie das Einzelhandelsgebäude vor dem Finanzamt und führen den Saubach durch den entstehenden Freiraum zwischen dem Gebäude und der Europastraße. Hier entsteht ein großzügiger Platz, von dem breite Geländestufen hinauf zur Europastraße führen. Andererseits entsteht ein großzügiger Eingang in die Bahnhofsunterführung. Auf der anderen Seite der Bahn wird die Plochinger Straße in das neue Baugebiet verschwenkt, so dass am Ausgang der Bahnunterführung keine Konflikte mit den Fußgängern entstehen. Andererseits kann die Straße für die neuen Wohngebäude zu einer erhöhten Lärmproblematik führen. Bemängelt wurde auch, dass das Einzelhandelsgebäude zu klein dimensioniert und das Mobilitätszentrum nicht überzeugend ausgestaltet sei.
Einstimmig hatte die Jury den Beitrag von Hosoya Schaefer Architects aus Zürich mit Agence Ter Landschaftsarchitekten (Karlsruhe) auf den 1. Platz gesetzt, betonte Dr. Rosenberger. Der Entwurf begreift die drei Bereiche Omnibusbahnhof, westliche und östliche Bahnstadt als eine Einheit, die durch die beiden korrespondierenden Plätze vor dem Bahnhof und vor der Seegrasspinnerei, die nach Norden hin jeweils durch neue Hochbauten begrenzt werden, und durch die breite Saubachpassage verknüpft werden. Das neue Einzelhandelsgebäude auf dem bisherigen Omnibusbahnhof sei im Nordwesten des Platzes stimmig positioniert, wodurch sich attraktive Freiräume zur Europastraße und zum Bahnhof ergeben. Auf der Westseite ist mit dem Mobilitätszentrum und weiteren öffentlichen Gebäuden entlang der Bahn und daran östlich anschließenden Wohnblöcken eine robuste Grundstruktur entwickelt worden. Die Plochinger Straße wird unmittelbar neben die Bahnflächen gelegt, wodurch im Norden Verkehrslärm vom neuen Wohngebiet durch die öffentlichen Gebäude abgehalten wird. Im Süden müsste allerdings die bestehende Bebauung an der Bahn weichen und könnten neue Gebäude auf der bisherigen Straßentrasse entstehen. Hoagies denkmalgeschütztes Tankstellengebäude soll dann als Pavillon gegenüber der Seegrasspinnerei versetzt werden – quasi als Pendant zum alten Sparkassengebäude des Jugendhauses auf der Westseite. Die enge Anbindung an die Bahn führt aber ebenso wie beim 3. Preisträger dazu, dass die Saubachunterführung unmittelbar auf die Straße stößt, was noch dringend verbessert werden müsse. Die Architekten Markus Schaefer und Alexander Kneer und der Landschaftsarchitekt Jo Ehrmann, die als Planverfasser den Siegerentwurf im Detail erläuterten, erklärten, dass es Ihnen wichtig war, dass man von der Bahn aus das neue Quartier auf der Ostseite nicht als Hinterhofsituation erlebe, sondern eine attraktive Stadtsilhouette zu sehen bekomme.
Die Erläuterungen ließen bei den Stadträten offenbar keine Fragen offen. Hermann Quast von den Liberalen aktiven Bürgern – FWV (LAB-FWV) gratulierte den Verfassern zum 1. Preis, dankte ihnen für ihre Teilnahme an dem Wettbewerb und stimmte ihrer weiteren Beauftragung sowie einer weiteren Bürgerwerkstatt bei der Überarbeitung der Planung zu. Ebenso äußerten sich die Vertreter der anderen Fraktionen grundsätzlich positiv, wobei Claudia Himmer von der Nürtinger Liste Grüne (NLG) und Raimund Braun (NT14) auf das Problem der Verkehrsverlagerung von der Bahnhofstraße/Oberboihinger Straße auf die Plochinger Straße hinwiesen. Michael Medla (SPD) kritisierte sowohl die unglückliche Lage der Plochinger Straße vor der Saubachunterführung als auch die geplante Verlagerung des Jugendhauses in das neue Gebäude auf dem bisherigen Omnibusbahnhof. Die weitere Beauftragung und die Bürgerwerkstatt wurden einstimmig beschlossen.

Anschließend stellte die Kämmerin Bettina Schön die Eröffnungsbilanz für die Haushaltsführung nach dem Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen vor, mit dem die doppelte Buchführung für den kommunalen Haushalt eingeführt wurde. Die Eröffnungsbilanz stellt das kommunale Vermögen ebenso wie die Schulden am 1. Januar 2015 dar. Die umfangreichen Erläuterungen mit vielen Fachformulierungen und wenig griffigen Beispielen machten es den Zuhörern, die bereits mit der Definition von Aktiva und Passiva Schwierigkeiten haben (wie der Schreiber), schwer zu verstehen was wie und warum an welcher Stelle in der Bilanz verbucht wurde. Aber allen war klar: man braucht das für das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen. Der Eröffnungsbilanz lässt sich entnehmen, dass das Vermögen der Stadt Nürtingen knapp 266 Millionen Euro beträgt in Form von Grundstücken und Gebäuden (144 Millionen Euro), Infrastruktur (92 Millionen Euro), sonstigem Sachvermögen (8 Millionen Euro), immateriellen Vermögensgegenständen, wie Software (132.273 Euro) und Finanzvermögen (22 Millionen Euro).

Ohne Aussprache beschloss der Gemeinderat einstimmig mit einzelnen Enthaltungen, dass die bis 2018 befristete Stelle des städtischen Klimaschutzmanagers um zwei Jahre verlängert werden soll, wenn das Bundesumweltministerium dafür eine Förderung von 40 % der Personalkosten gewährt. In dieser Frist sollen weitere Maßnahmen zum Ausbau der Erzeugung von erneuerbarer Energie, zur Förderung von E-Mobilität und Radverkehr, energetische Quartierssanierung und zur Zertifizierung beim European Energy Award umgesetzt werden.

Ebenso ohne Aussprache wurden die Neukalkulation der Verwaltungsgebühren und die Annahme von Spenden, Schenkungen et c. in Höhe von 26.599 Euro beschlossen.


 


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