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  Kommunalpolitik
 
Wie viele Fahrzeuge braucht die Feuerwehr? - 16.3.2007

 

(th) Genug, um ihre Aufgaben zu erfüllen, klar. Aber wie viele sind das? Eine falsche Einschätzung könnte für jeden gravierende Folgen habe, je nach dem wie groß der eigene Besitz ist, der verbrennen ("einem Brand zum Opfer fallen") könnte, wenn die Feuerwehr wegen mangelnder Fahrzeugausstattung nicht löschen kann.

Trotzdem stellen manche Kommunalpolitiker, wenn es um die Neubeschaffung von Fahrzeugen für die Feuerwehr geht, gelegentlich deren Notwendigkeit in Frage, weil sie offenbar den Eindruck haben, dass die Feuerwehr bei der Formulierung ihres Bedarfs dem dafür nötigen finanziellen Aufwand nicht genügend Beachtung schenkt. Es mag manchen Argwöhnischen in seiner Skepsis bestärken, wenn er feststellen muss, dass für das Tanklöschfahrzeug, für das im Jahr des 150. Jubiläums unserer Feuerwehr ein moderneres Ersatzfahrzeug beschafft wurde, im Haushalt der Stadt auch im Jahr 2007 900 € für Steuern, Versicherung, Betriebsmittel und Wartung angesetzt sind, das Fahrzeug also nicht gleich außer Dienst gestellt wurde.

Was sagt der Landesfeuerwehrverband? Der Arbeitskreis „Feuerwehr in der Zukunft“ hat bereits im Jahr 1999 Hinweise zur Leistungsfähigkeit einer Gemeindefeuerwehr (pdf, 123 kB) formuliert. Darin heißt es, zusammengefasst, dass bei der Bekämpfung eines maßgeblichen Wohnungsbrandes das erste Löschfahrzeug innerhalb von 17 Minuten nachdem das Feuer entdeckt wurde am Brandort sein muss, um gegebenenfalls gefährdete Menschen zu retten. Nach Abzug der Zeit von der Meldung bis zur Alarmierung der Feuerwehrleute und deren Eintreffen am Feuerwehrgerätehaus bleiben der ausrückenden ersten Einheit nur 5 Minuten, um den Einsatzort zu erreichen. Nachrückende Kräfte zur umfassenden Brandbekämpfung haben maximal weitere 5 Minuten Zeit. Für die Ersteinsatzmaßnahmen sollte mindestens ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank, besser noch ein Löschfahrzeug (LF 8/6, heute LF10/6) zur Verfügung stehen. Angaben über zusätzliche technische Ausstattung der nachfolgenden Kräfte machen die Hinweise nicht.

Wie sieht es in Nürtingen aus? Die Abteilungen in den Teilorten haben mindestens ein Löschfahrzeug LF8/6. In Reudern, Neckarhausen und Zizishausen steht ein weiteres Löschfahrzeug mit Tragkraftspritze (LF8 TS) und in Raidwangen und Neckarhausen ein Mannschaftstransportwagen bereit. Von der Abteilung Stadtmitte können vier große Löschfahrzeuge (ohne dem ersetzten), ein Mannschaftstransportwagen, die Drehleiter und weitere Spezialfahrzeuge eingesetzt werden. Innerhalb von 5 Minuten können nach den Hinweisen des Landesfeuerwehrverbandes bei Alarmfahrten innerorts etwa 3,3 km Strecke zurückgelegt werden, was einem Radius von ca. 2,4 km entspricht. Für Nürtingen bedeutet das, dass sich die Einsatzgebiete der Abteilungen überschneiden: Die Abteilung Stadtmitte könnte innerhalb von fünf Minuten selbst Teile von Zizishausen und Neckarhausen erreichen, Oberensingen könnte innerhalb dieser Frist von den Abteilungen Stadtmitte, Hardt und Zizishausen erreicht werden und die Abteilung Neckarhausen könnte Ersteinsatzkräfte rechtzeitig nach Raidwangen schicken und umgekehrt. In der Einsatzzeit für nachrückende Kräfte könnte die Abteilung Stadtmitte die gesamte Gemarkung abdecken und auch die Abteilungen in den Teilorten könnten mehrere andere Teilorte erreichen. Das sieht doch recht gut aus.

Heißt das nun, dass die Nürtinger Feuerwehr gut gerüstet ist oder ist sie überausgestattet? Ein Blick in die Statistik, die zur Berechnung des Kostenersatzes erstellt wurde, zeigt, dass die Hauptlast der Feuerwehreinsätze offenbar auf die Abteilung Stadtmitte fällt, deren Löschfahrzeuge bis zu 80 Einsatzstunden im Jahr aufweisen, zwei aber auch nur 7 bzw. 9 Stunden benötigt wurden. Die Löschfahrzeuge der Abteilungen in den anderen Ortsteilen waren in den Jahren 2004 und 2005 hingegen durchschnittlich nur 3 bis 17 Stunden jährlich im Einsatz. Würden da nicht ein Löschfahrzeug für den Ersteinsatz und ein Mannschaftstransportwagen für die nachrückenden Kräfte in allen Teilorten ausreichen, wie in Raidwangen?

Das hat sich die Stadtverwaltung wohl auch gedacht und im Haushaltentwurf 2007 als Ersatz für eines der zwei Löschfahrzeuge in Zizishausen an Stelle eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wassertank (110.000 €) einen Mannschaftstransportwagen (25.000 €) vorgesehen. Dafür erntete sie prompt Kritik, wobei sich der Ortsvorsteher von Zizishausen zu dem Hinweis verstieg, dass man dann zusätzlich 100 Eimer bräuchte, um Wasser vom Neckar heranzuschaffen, als ob Zizishausen dann überhaupt kein Löschfahrzeug mehr hätte. In der Jahresversammlung der Zizishäuser Feuerwehr wurde allerdings berichtet, dass die Abteilung im vergangenen Jahr nur zu zwei Bränden ausrücken musste.


 


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