Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Kommunalpolitik
 
Städtebauliches Konzept Wörthpark vorgestellt - 1.3.2008
Kritische Anmerkungen zur Planung auf dem Großen Forst

 

(th) Der Gemeinderat hat seinen Mitgliedern viel Freizeit gelassen und ist zum ersten Mal in diesem Jahr erst Ende Februar zusammengetreten, die Sitzungsdauer wurde dadurch nicht verlängert.

Am Ende der öffentlichen Sitzung wurde das Ergebnis des im Dezember entschiedenen Wettbewerbs über die Bebauung des Wörthareals präsentiert. Einstimmig wurde der Beitrag der Esslinger Projekt GmbH zur Realisierung empfohlen, die von der Siedlungsbau zusammen mit der Hofkammer umgesetzt werden soll. Hier sind am Neckar einzelne fünfstöckige „Neckarvillen“ vorgesehen (Fotomontage: Projekt GmbH, Ausschnitt sttz), am Platz des Stadtmuseums ein sechsstöckiges Gebäude sowie an der Wörthstraße dreistöckige Stadthäuser, Mehrfamilienhäuser und ein Haus für Mehrgenerationenwohnen. An der Steinachmündung ist ein Platz von der Bebauung ausgespart, der als Grünfläche gestaltet werden soll. Als erstes wurde der Lageplan (pdf, 3729 KB) mit einer Ansicht von Osten und Ideen für die Gestaltung an der Steinachmündung gezeigt. Der zweite Plan (pdf, 2623 KB) zeigt die Erdgeschossgrundrisse und eine Ansicht von der Neckarseite, der dritte Plan (pdf, 5571 KB) enthält weitere Grundrisse und Ansichten, sowie eine Fotomontage der Ansicht von der Stadtbrücke her. Zuvor hatte der Technische Beigeordnete Andreas Erwerle die anderen vier eingereichten Arbeiten beginnend bei der zuerst ausgeschiedenen vorgestellt. Dieser Entwurf sah eine streng geordnete Bebauung aus Zeilengebäuden an der Wörthstraße und Punktgebäuden zum Neckar hin bzw. eine Verbindung von beiden Lagen durch Winkelgebäude vor. Die Wettbewerbsjury schied den Beitrag aus, weil er keinen Bezug zur angrenzenden Bebauung und Landschaft herstellte und keine geeignete Lösung für den Platz vor dem Stadtmuseum anbot. Das nächste Konzept sah zeilenförmige Terrassengebäude quer zum Neckarverlauf vor. Der dritte Vorschlag beinhaltete diagonal zur Wörthstraße und zum Neckar ausgerichtete Gebäudewürfel. Beide Planungen erschienen der Jury zu willkürlich und enthielten keine geeigneten Lösungen für den Stadtmuseumsplatz. Auf den zweiten Platz wurde eine Bebauung gesetzt, die Zeilengebäude vorsah, zwischen denen sich Freiräume zum Neckar öffnen und zur Wörthstraße mit Punktgebäuden geschlossen werden. Die Wettbewerbsergebnisse werden vom 3. bis 28. März im Technischen Rathaus ausgestellt.

Auch im Gemeinderat wurde der erstplatzierte Entwurf allgemein befürwortet. Auf Nachfrage von Ulrich Bentsche (CDU) versicherte Andreas Erwerle, dass der Bebauungsplan so gestaltet wird, dass der Investor an seinen Entwurf gebunden ist. Jürgen Balz von den Freien Wählern fand den Entwurf zwar auch als den städtebaulich geeignetsten, wies aber darauf hin, dass die Grünflächen am Neckar und an der Steinachmündung wohl nicht vom Investor gekauft werden und stattdessen von der Stadt gestaltet werden müssen, was den Verkaufsgewinn mindert. Erika Maag-Brammer von der SPD sah noch kein ausreichendes Parkierungskonzept und fand das Gebäude am Platz des Stadtmuseums zu hoch, was den Oberbürgermeister zu dem Einwurf veranlasste, andere fänden es eher zu niedrig. Dieter Braunmüller von der Nürtinger Liste / Grüne begrüßte die Gestaltung an der Steinachmündung, am Neckarufer und des Museumsplatzes. Andererseits kritisiert er die auf eine optimale Ausnutzung ausgerichtete Höhe der Gebäude und fragt sich, ob der Grünbereich und die Wege am Neckar breit genug sind für die Radler und Spaziergänger. Auch Matthias Hiller sieht die Anforderungen der Jungen Bürger nach einer hochwertigen Bebauung, einer öffentlichen Nutzung des Neckarufers und einer Einbeziehung des Umfeldes erfüllt. Allerdings stellt auch er die Höhe des Gebäudes gegenüber dem Stadtmuseum in Frage. Lothar Neitzel von der FDP schloss sich der positiven Bewertung seines Vorredners an. Nach diesen Äußerungen war es nicht verwunderlich, dass der Gemeinderat dem städtebaulichen Konzept mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung zustimmte und die Verwaltung beauftragt wurde, mit dem Investor über die Optimierung des Entwurfs und den Grundstückserwerb zu verhandeln.

In der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung und in den Äußerungen von Gemeinderäten beim letzten Tagesordnungspunkt über laufende Planungen und Maßnahmen gab es kritische Stimmen zu der Gewerbegebietsplanung im Großen Forst. Eine Bürgerin kritisierte das Vorgehen der Verwaltung, die Gemeinderäte anscheinend selektiv zu informieren, als undemokratisch und wunderte sich, dass der Oberbürgermeister den Standort Großer Forst als den umweltverträglichsten bezeichnete, während die Ausführungen zum Untersuchungsumfang der Umweltprüfung einen ganz anderen Anschein erwecken. Ein Oberensinger Bürger erinnerte daran, dass als Ausgleichsmaßnahme für das letzte Gewerbegebiet, die Bachhalde, Renaturierungsmaßnahmen an den Zizishäuser Baggerseen vorgesehen waren, die bis heute noch nicht umgesetzt seien, und befürchtete, dass es mit dem Großen Forst genauso gehen könnte. Dieter Braunmüller fragte nach, wann er als Gemeinderat eigentlich offiziell darüber informiert wurde, dass die Firma Boss in den Großen Forst will, er habe nach seiner Erinnerung davon erst aus der Zeitung erfahren. Seine Kollegin von der SPD, Erika Maag-Brammer meinte, dass das schon im November (!) bekannt gewesen sei. Thaddäus Kunzmann von der CDU wiederum kritisierte, dass er am Samstag in der Zeitung lesen durfte, dass es zu dem Thema nach Ostern eine öffentliche Sondersitzung in der Stadthalle geben solle, ohne dass dies in der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung am Freitag auch nur erwähnt wurde.

Auf Vorschlag des Turnerbundes Neckarhausen soll der Neckarhäuser Sportplatz in Erwin-Waldner-Stadion umbenannt werden. Felix Tausch (CDU) aus Neckarhausen erinnerte an die Karriere des namensgebenden Nationalfußballers aus Neckarhausen. Helmut Nauendorf hofft, dass die damit einhergehende Umbenennung eines Sportplatzes in ein Stadion nicht zu weiteren Forderungen an die Stadt führt.

Im letzten öffentlichen Tagesordnungspunkt „laufende Planungen und Maßnahmen“ verkündete Helmut Nauendorf, der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende, seinen Eintritt in die Fraktion der Freien Wähler und versicherte, dass sich seine politische Einstellung dadurch nicht verändern werde.

Des Weiteren wurde die Fortsetzung der Sanierung der Frickenhäuser Straße von der Bahnhofstraße bis zur Straße Am Kührain beschlossen. Bei der Sanierung der Straße Am Lerchenberg soll die Straßenbreite verringert, und ein einseitiger Parkstreifen mit Baumstandorten angelegt werden. Die Kläranlage soll für 8,6 Millionen Euro um einen Sand- und Fettfang, ein Belebungsbecken und ein Nachklärbecken erweitert werden, wodurch die Abwassergebühren für die Bürger voraussichtlich um 0,35 € pro 1000 l steigen werden. Überlegungen zum Einbau eines Aufzuges zur Erschließung des Rathausdachgeschosses für die Unterbringung von Verwaltungsbüros wurde zurückgestellt, um alternative Möglichkeiten durch die Einbeziehung des Hauses König zu entwickeln. Außerdem wurde der Gutachterausschuss in einzelnen Positionen neu besetzt.


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung