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  Kommunalpolitik
 
Initiative Großer Forst sieht sich in der Standort-Ablehnung bestätigt - 17.9.2008
Pressemitteilung von der Initiative "Bürgerbegehren Großer Forst"

 

(pm) Der Ausgang des Metzinger Bürgerentscheids hat alle überrascht. Am meisten offensichtlich den Metzinger Oberbürgermeister Dr. Hauswirth, der sich ob dieser Bauchlandung noch am Wahlabend zum Rücktritt entschlossen hat. Seine Reaktion belegt, dass er gewillt war, das Boss-Lager nach Metzingen zu holen und Nürtingen aus dem widerwillig aufgenommenen Wettbewerb zu verdrängen. Ohne den großartigen demokratischen Erfolg der Metzinger zu schmälern, wäre ein anderer Ausgang für die Nürtinger Initiative zum Befreiungsschlag geworden.

Der Bürgerentscheid in Metzingen zeigt ganz klar, dass es keine Boss-Gegner gibt, sondern Standortgegner. Die Ausmaße des monumentalen Logistikzentrums stoßen überall auf Widerstand. Dies war im vergangenen Jahr in Wendlingen so, hat sich nun in Metzingen wiederholt und gilt unverändert für Nürtingen. Der Metzinger Bürgerentscheid ist eine klare Willensbekundung mündiger Bürger und lässt sich ohne weiteres auf Nürtingen übertragen. Daher hat die Initiative der Ablehnung ihres Bürgerbegehrens in Nürtingen widersprochen und eine Petition an den Landtag von Baden-Württemberg gerichtet. Auch im Blick auf die bisher verdrängten ökologischen Risiken einer Versiegelung des Großen Forsts, die in einer von Landwirten und Eigentümern angestrebten Normenkontrollklage auf den Prüfstand kommen, wären die Stadt und die Hugo Boss AG daher schlecht beraten, den Standort Großer Forst auf Biegen und Brechen weiter zu verfolgen.

Die Reaktionen auf den Bürgerentscheid in Metzingen haben Nürtingen nun in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Überregionale Medien wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die Süddeutsche Zeitung oder der Mannheimer Morgen berichten ausführlich über die Widerstände gegen das Großprojekt. Von einem „Plan C“, der allerdings nicht näher erläutert wird, spricht Boss-Logistiker Ralf Schneider gegenüber der FAZ. Sollten neue Vorschläge auf den Tisch kommen, würden diese „geprüft und bewertet”, gibt die Stuttgarter Zeitung ein Gespräch mit Dr. Hjördis Kettenbach wieder, bei Boss für die Unternehmenskommunikation zuständig. Auf die Frage nach dem angeblichen Plan C ließ sie zwar offen, ob dabei auch ans Ausland gedacht werde, deutete aber an, dass dieser Ausweichstandort außerhalb der Region Stuttgart liege. Während Boss schon vor der Abstimmung in Metzingen ein Interesse an dem leer stehenden Logistikzentrum der Supermarktkette Edeka in Laichingen ausgeschlossen hat, gibt es bisher kein Dementi zur Prüfung einer Ansiedlung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Münsingen.
In einem Interview mit dem Metzinger-Uracher Volksblatt lässt Logistik-Direktor Schneider neben Enttäuschung über den Ausgang des Bürgerentscheids erstmals eine gewisse Nachdenklichkeit im Blick auf den weiteren Fortgang erkennen. „Wir setzen zunächst auf das Verständnis der Nürtinger. Bevor wir dann allerdings die Bagger auf die Baustelle schicken, werden wir noch in die juristische Detailplanung einsteigen, um zu prüfen, ob noch mit Hindernissen zu rechnen ist“, so Schneider.
Dies trifft sich mit den Überlegungen der Nürtinger Initiative, die weiterhin auf mehreren Ebenen aktiv ist. Neben dem Widerspruchsverfahren und der Petition an den Landtag unterstützt die Initiative betroffene Landwirte und Eigentümer in deren Normenkontrollklage, bei der alle Verfahrensschritte von Stadt und Zweckverband durch unabhängige Verwaltungsrichter geprüft werden. Die Initiative hält unverrückbar an ihrem Ziel fest, über einen Bürgerentscheid und ein paralleles Klageverfahren den Großen Forst vor der XXL-Bebauung von Boss zu bewahren. Ohne ein entschiedenes Abspecken der Boss-Pläne wird sich dieses Gebäude weder in der näheren noch weiteren Umgebung realisieren lassen. Welches Volumen letztendlich angemessen sein könnte, ist vom Standort und den ökologischen Folgen abhängig. Die Initiative sieht es als ihre Pflicht an, auf die schädlichen Auswirkungen einer Versiegelung des Großen Forsts für die Grundwassersysteme aufmerksam zu machen, und erwartet, dass diesbezügliche Überlegungen auch von der Stadt, dem Zweckverband und der Region  angestellt werden.
Einen gewichtigen Grund dafür werden die Ergebnisse der im August angelaufenen Baugrunduntersuchungen auf dem Großen Forst im Auftrag des planenden Architekten liefern. Nach Informationen der Initiative haben sich bereits bei den ersten Bohrungen entlang der Feldwege Hinweise auf umfangreiche wasserführende Schichten bestätigt. Fester Grund lässt sich dort erst in einer Tiefe von mehr als zehn Metern orten. Damit wäre bei einer Bebauung des Areals eine aufwendige Pfahlgründung unumgänglich. Bei vier Pfählen pro Ar und Stückkosten von 1000 Euro würde allein der Materialaufwand mit rund vier Millionen Euro zu Buche schlagen.
Stadt und Investor sollten dies zum Anlass nehmen, über Alternativen nachzudenken. Die Initiative macht darauf aufmerksam, dass die Stadt Nürtingen selbst - entgegen der Darstellung, beim Großen Forst handle es sich um die letzte Gewerbefläche auf Nürtinger Markung – im Zusammenhang mit der Ansiedlung des Gärtnereibetriebs Henzler im Rammerttal in einer Sitzungsvorlage vom 6. Mai ihr Interesse an der Ausweisung eines Interkommunalen Gewerbegebiets zusammen mit der Gemeinde Großbettlingen an der B 313 schriftlich bekundet hat.  
All diese Fragen wird die Initiative Bürgerbegehren Großer Forst in einem öffentlichen Informationsgespräch am Mittwoch, 24. September, um 19 Uhr im Waldheim Rossdorf erörtern. Außerdem wird die Initiative von diesem Samstag an wieder mit einem Informationsstand vor dem Gebäude der Volksbank auf dem Schillerplatz vertreten sein. Unabhängig davon sucht sie das Gespräch mit der Hugo Boss AG, der Stadtspitze und den Fraktionen des Gemeinderats.       


 


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