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Hölderlin war nicht verrückt - 6.7.2017

  Diese wissenschaftliche Streitschrift stammt von Reinhard Horowski, der selbst in der Hölderlinstadt Tübingen aufwuchs, dort Abitur machte und Medizin studierte. Als jahrzehntelanger Arzt und Pharmakologe im Fachgebiet der Hirnforschung gilt er heute als wissenschaftlicher Experte der Geschichte der Medizin und Psychiatrie. Neben Humboldt und Paul Ehrlich hat er sich besonders mit der Krankheitsgeschichte Hölderlins beschäftigt. Sein Ergebnis: der berühmte Dichter und Philosoph war überhaupt nicht schizophren, wie fast alle Psychiater seit Hölderlins Tagen behaupten. Sein Krankheitsbild für die Zeit im Tübinger Turm entspricht viel mehr einer Vergiftung mit Kalomel (einer Quecksilberchlorid-Verbindung), das er in der Tübinger Autenrieth-Klinik verabreicht bekam. Durch weitere Medikamente (spanische Fliege) konnte dieses Gift in sein Gehirn gelangen, von wo es die typischen neurologischen Symptome und Verhaltensstörungen auslösten. Dass die Mehrzahl der Psychiater, die Friedrich Hölderlin für "schizophren" erklärten, entkräftet die Ergebnisse des Hirnforschers nicht, da auf den Wahrheitsgehalt wissenschaftlicher Ergebnisse kein demokratisches Mehrheitsprinzip anwendbar ist. Entweder ist eine wissenschaftliche Erklärung wahr oder falsch!

Weitere Beweise führt Horowski auf, nämlich, dass die Genetiker bei 80% der Schizophren-Patienten Risiko-Gene finden. In Hölderlins Familie gab es aber dafür keine erkennbaren Anzeichen. Der alte Hölderlin war auch im Turm richtig fröhlich, sang gerne, spielte Klavier, trank täglich Wein und rauchte Pfeife. Er war ironisch und humorvoll und gebrauchte oft Höflichkeitsfloskeln. Sein Krankheitsbild ist nicht ungewöhnlich. Hölderlin litt unter Kopfschmerzen (Migräne) und allen anderen Symptome, die eindeutig auf seine Vergiftung mit Kalomel zurückzuführen sind.

Die damalige Einschätzung des Autenriethischen Klinikums, ihn als "verrückt" zu erklären, damit er als Republikaner, als Mitglied einer Verschwörung zum Königsmord nicht verfolgt werde, wie es anderen z.B. Schubart ergangen ist, half Hölderlin, sein Leben unbeeinflusst fortzusetzen. Trotzdem war sich der Dichter seiner damaligen totalen Lebenswende bewusst:"Weh! Närrisch machen Sie mich!"

(Alfred Dürr)

Reinhard Horowski
"Hölderlin war nicht verrückt"
Verlag: Klöpfer & Meyer (2017)
ISBN-13: 978-3863514495
160 Seiten
20,00 €

 


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