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  Umwelt
 
Drei Obstler für die Stadt Nürtingen - 14.11.2010
Kulturlandschaftsführer für Streuobstwiesen im Albvorland ausgebildet

 

(pm) Aus den Händen von Umweltministerin Tanja Gönner erhielten die Nürtinger Thilo Tschersich, Margit Riedinger und  Wolf Rühle (im Bild zwischen dem Nürtinger Umweltbeauftragten Jochen Hildenbrand links und dem Technischen Beigeordneten Andreas Erwerle rechts) zusammen mit 46 weiteren Personen kürzlich ihr Zertifikat, das sie als Kulturlandschaftsführer für Streuobstwiesen im Albvorland ausweist. Zehn Monate dauerte die Ausbildung der „Obstler“, die unter dem Motto „Natur bildet und unterhält“ in einem Modellprojekt der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geschult und geprüft wurden. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Andreas Erwerle, lobte den großen Einsatz der Drei: „In dieser Ausbildung stecken über 200 Stunden Freizeit.“ 15 Unterrichtseinheiten wurden in Nürtingen durchgeführt.

Ein Markenzeichen Baden-Württembergs ist seine reiche Natur- und Kulturlandschaft. Die Streuobstwiesen formen die reizvolle Landschaft des Albvorlandes und des Mittleren Remstales. Mensch und Natur haben diese vielfältige Landschaft geprägt. Nach erfolgreicher Weiterbildung zum Kulturlandschaftsführer werden die "Obstler" nun als Botschafter ihrer Heimat die Gäste mit großer Sachkunde durch die großflächigen Streuobstwiesen im Albvorland und im Wieslauftal führen und spannende Naturerlebnisse ermöglichen. Die Obstler tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erhalt der Streuobstwiesen bei. Die Weiterbildung zum Obstler - Kulturlandschaftsführer Streuobstwiesen Albvorland und Mittleres Remstal ist Bestandteil des LIFE+-Projektes "Vogelschutz in Streuobstwiesen". Mit dem LIFE+-Projekt sollen die Lebensraumbedingungen für zahlreiche gefährdete Vogelarten verbessert werden. Im Mittelpunkt stehen die geschützten Zielarten "Halsbandschnäpper, Neuntöter, Grauspecht, Wendehals und Rotkopfwürger".

„Mir ist es wichtig den Menschen die Augen zu öffnen, dass die Pflege der Streuobstwiesen nicht nur eine lästige Pflicht ist, sondern Freude machen kann“, sagt Obstler Wolf Rühle. Er wird künftig Sensen-Kurse anbieten. Rheinländer Thilo Tschersich, von Beruf Staudengärtner, ist ein begeisterter Fan der vielfältigen Streuobstwiesenlandschaft: „Ich freue mich darauf, mein Wissen weiter zu geben, von den Fledermäusen über die Landschaftsentstehung bis zur Reblaus – es gibt extrem viel zu entdecken.“ Margit Riedinger war vom hochkarätigen Dozententeam begeistert. Als Landschaftsplanerin empfehle sie tagtäglich Streuobstwiesen als Ausgleichsmaßnahme. „Für mich ist das Erleben mit allen Sinnen wichtig, hier möchte ich vor allem bei Kindern ansetzen. Die Streuobstwiesen und ihre Produkte müssen wieder mehr wertgeschätzt werden.“

In Streuobstwiesen leben besonders viele Tiere und Pflanzen, weil sich hier zwei Lebensräume auf einer Fläche vereinigen. Oben ein lichter waldartiger Baumbestand aus Obstbäumen und darunter Wiesen und Weiden, die aus landwirtschaftlicher Nutzung hervorgegangen sind. In dieser Kombination fühlen sich deshalb sowohl Arten der Wälder als auch Arten halboffener bis offenerer Landschaften wohl - Baumbewohner also ebenso wie Wiesenfreunde. Insgesamt geht man davon aus, dass in Streuobstwiesen mehr als 5.000 Arten leben.

Als Maßnahmenträger hat die Stiftung Naturschutzfonds mit Unterstützung aller Beteiligter einen Imageflyer mit dem Titel "Naschvergnügen im Streuobstparadies - Die Obstler - Kulturlandschaftsführer Streuobstwiesen Albvorland und Mittleres Remstal" erstellt. Alle 49 Obstler sind darin namentlich mit Kontaktmöglichkeiten aufgeführt. Insgesamt bieten die Obstler die fünf Themenfelder Erleben, Aktiv sein, Genießen, Gestalten und Erfahren verknüpft mit einer Fülle an tollen Angeboten an. Ferner werden die Wanderungen, Exkursionen, Aktionen, Events und Gruppenveranstaltungen auf dem Internetauftritt des LIFE-Projekts beworben.

Alle Obstler haben im Laufe ihrer zehnmonatigen umfangreichen Weiterbildung ihr eigenes naturkundliches Profil entwickelt und können jetzt den Gästen und Bürgern ihrer Heimat dieses Wissen und Können mit einer guten Portion Humor weitervermitteln. Sie organisieren spannende Naturerlebnisse, sportliche oder entspannte Ausflüge und schaffen kulturelle Ereignisse. „Das ist für mich ein weiterer wichtiger Beitrag für unsere Tourismusförderung“, so TB Erwerle. Der erste Termin, den sich Interessierte vormerken können, ist der 23. Januar 2011. Ab 14.30 Uhr laden die Nürtinger Obstler zur Erkundung der Streuobstwiesen im Gebiet Klingler ein. Treffpunkt ist im Helmholtzweg im Rieth.


 


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