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  Umwelt
 
Manuels Garten - 24.4.2005

 

(mai) Eigentlich hatte Manu ein Stückle gesucht, in dem er seine umfangreiche Dachwurzsammlung gedeihen lassen kann. Das ihm angebotene Grundstück hat leichte Nordhanglage und war zudem sehr feucht, für Dachwurze also nicht gerade ideal, aber Manu sagte zu, in der Not frißt der Teufel Eichhörnchen.

Während seine Nachbarn ihre Grundstücke durch Drainagen immer weiter trockenlegen, sammelt er das Oberflächenwasser und speist damit mehrere kleine Teiche. Nicht nur die Gelbbauch-Unken, die im Gelände heimisch sind, und es zunehmend schwerer haben, finden so eine Rückzugsmöglichkeit. Auch Grasfrösche, Molche, Libellenlarven und Wasserschnecken pflätschern im erfrischenden Nass.

Nicht nur die Unken liegen ihm am Herzen, an fast jedes erdenkliche Wildtier hat Manuel gedacht. Der Zaun ist unten eine Handbreit offen, damit Igel und Kleintiere durchkommen. Es hängen Kästen für Steinkauz, Fledermäuse und Hornissen in den Bäumen, Stämme mit Bohrlöchern für Wildbienen gibt es, Steinhaufen für Eidechsen, und viele Verstecke für Kleintiere.

Jeder Quadratzentimeter ist durchdacht und bewohnt, man weiß fast nicht wo hintreten. Neben den Tieren gibt es auch jede Menge verschiedener Pflanzen. Seine Wildtulpen, erklärte uns Manu, sind eigentlich verwilderte Kulturformen, die es aber schon seit dem Mittelalter gibt, und deshalb als Wildpflanzen gelten. Sie sind kleiner und unscheinbarer als Gartentulpen.

Einige seltene, vom Aussterben bedrohte Pflanzen hat Manu aus Nachkulturen gekauft, denn natürlich darf man die nicht einfach in der Natur ausgraben. Abgerundet wird die Szenerie durch künstlerische Gestaltungen, die Manu in der Natur gefunden hat. Ein Stein, der aussieht wie ein Steinbock, Schneckenhäuser, bizarr geformtes Holz, das zudem als Unterschlupf für Insekten dient.

Groß ist dieser Garten bestimmt nicht, wir waren erstaunt, wieviel man aus so wenig machen kann. Während der knappen Stunde, die wir da waren, starrten wir fassungslos in die Botanik. Ständig war ein neues Pflänzchen auszumachen und immer waren wir umsummt und umpiepst, es ging fast zu wie in Stuttgart auf dem Hauptbahnhof.

Wieder zu Hause angekommen, überarbeitete ich sofort den diesjährigen Pflanzplan für meinen "Strebergarten", ich strich einige eh aussichtslose Gemüse aus dem Programm. Statt dessen will ich Steinhäufchen machen und Nischen bauen, Verstecke für Blindschleichen, und andere Tiere, die bisher nur zu mir zu Besuch kamen.


 


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