Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Foto der Woche
EssBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Umwelt
 
Gentechnik - 12.4.2007

  (sabi)

Im Zuge der diesjährigen Protestaktion gegen die Aussaat von Genmais von der Fachhochschule Nürtingen auf dem Tachenhäuser Hof zeigte der NABU kürzlich im Bürgertreff Nürtingen den Dokumentarfilm "Life running out of control". Auch für den Laien zeigte dieser Film von Bertram Verhaag und Gabriele Kröber emotional ansprechend und wissenschaftlich belegt die Hintergründe und Folgen der Genforschung und deren mögliche Auswirkung auf den Menschen und natürliche Ökosysteme.

Die DNA ist der Schlüssel zum Leben und es liegt in der Natur des Menschen nach dessen Ursprung und Bedeutung zu suchen. Die Kunst liegt darin, respektvoll damit umzugehen. Mit Hilfe der Genforschung versuchen Forscher Möglichkeiten und Wege zur Bekämpfung von genetisch bedingten Krankheiten zu finden und das Rätsel des Lebens zu lösen. Auch die Bekämpfung des Welthungers ist immer wieder eine gern angebrachte Begründung für gentechnische Versuche.

Der Film zeigt allerdings viele Gründe, die Arbeit der Wissenschaftler und besonders der gewinnorientierten Konzerne kritisch zu betrachten. Unter anderem wird die Firma Monsanto als eine der weltweit größten Hersteller gentechnisch verändertem Saatgut vorgestellt. Sie züchtet in erster Linie genveränderte Pflanzen, die gegen ein von der Firma selbst entwickeltes Herbizid resistent sind, während alle anderen Pflanzen absterben. Auch für viele Tierarten bedeutet das das Aus. Trotzdem bietet das Verfahren keine Garantie für gute Ernten. Landwirte, die trotzdem Missernten eingefahren haben, es wurden Beispiele aus Indien gezeigt, bleiben auf den Schulden durch den Kauf des teuren Saatgutes sitzen. Weil ihre Böden mit dem Herbizid verseucht sind, bleibt ihnen trotzdem nur die Möglichkeit wieder gentechnisch verändertes Saatgut zu kaufen und sich weiter zu verschulden, sie geraten in eine ausweglose Abhängigkeit.

Aber auch Bauern, die auf genveränderte Pflanzen verzichten wollen, müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Vom Wind werden die Samen auch auf anderen Äckern verteilt und keimen aus. Obwohl sie dagegen machtlos sind, werden sie von den Herstellerfirmen verklagt, unerlaubt deren Saatgut weiterzuvermehren. Biobauern verletzen ungewollt ihre Auflagen und sind in ihrer Existenz bedroht.

Vandana Shiva, eine promovierte indische Physikerin, kämpft gegen solche und ähnliche Vorgehensweisen der Industrie. Sie setzt sich gemeinsam mit den Bauern für die Erhaltung der Biodiversität, d.h. der Erhaltung der Artenvielfalt ein und leitet Protestaktionen gegen Biopatente, also Patente auf Teile der natürlichen Umwelt, wie z.B. Pflanzen. Zum einen wird also mit dem Leben als Ware skrupellos Geld verdient und zum anderen werden im Labor gezüchtete Pflanzen und sogar Tiere in natürliche Ökosysteme entlassen, was unabschätzbare Folgen haben wird. Wissenschaftlern gelang es beispielsweise einen Lachs zu züchten, der in der Hälfte der Zeit doppelt so groß wie seine Artgenossen wird. Auch wenn diese Lachse auf Farmen gezüchtet werden, gelingt es jährlich Tausenden zu flüchten. Am Computer wurde nachgestellt was passiert, wenn sich dieser Lachs mit seinen Artgenossen vermischt. Das Ergebnis war, dass die gesamte Population innerhalb weniger Jahre vollständig verschwunden war. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass Computersimulationen nicht komplex genug sind, um alle Umweltfaktoren miteinzuberechnen.

Der Film macht deutlich, daß das Spiel mit dem Leben ein gefährliches Spiel ist. In den Genen sind empfindliche Erbinformationen gespeichert. Wenn Folgen einmal eingetreten sind, lassen sie sich nicht mehr rückgängig machen. Der Industrie scheint dies egal zu sein, denn die Genforschung bietet unzählige Einnahmequellen. Die Versuchskaninchen sind die Verbraucher, die Natur und damit die Nahrungskette insgesamt. Die Erforschung möglicher Folgen wird vernachlässigt.


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung